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Caraola zog sich komplett an und fragte dann: „Iset, hast du nicht hier ein Radio oder sowas? Ein wenig Musik wäre ganz schön.“

Iset musste passen. „Schade, hab ich leider nicht dran gedacht.“

„Ist auch egal, dann stell ich es mir einfach vor.“

Caraola verfiel in langsame, rhythmische Tanzbewegungen und ganz langsam zog sie Stück um Stück aus. Iset musste ihr recht geben, es war ein ästhetischer Genuss, den Strip zu verfolgen. Ganz zum Schluss stand sie nackt vor ihnen und wiegte sich in den Hüften, immer noch im Rhythmus ihres gedachten Tanzes. Einzig die Strümpfe hatte sie anbehalten. Das Weiß der Strümpfe bildete einen schönen Kontrast zur ihrer schon sonnengebräunten Haut.

Die beiden anderen Frauen applaudierten. „Toll Carola. Das war richtig gut. Jetzt weiß ich, was du gemeint hast. Die halterlosen Strümpfe betonen die Nacktheit des Intimbereiches sogar noch, wenn du sie anbehältst und nur den Slip ausziehst, Das ist wirklich schön.

Zeig mal die Büstenhebe, wie das aussieht, das kenne ich gar nicht.“

„Das Teil soll die Brust betonen und etwas unterstützen, wenn die Schwerkraft schon ihren Tribut fordert und sie herunter zieht. Damit werden die Titten richtig geil in Stellung gebracht und man sieht unter einem Kleid nicht, dass da ein BH im Spiel ist. Außerdem kann man bei den Dingern auch die Nippel noch streicheln.“

Vanessa bekam leuchtende Augen und griff etwas zögernd an Carolas Brust und streichelte die Nippel, die sich unter der Berührung prompt aufrichteten. „Schön“ hauchte Carola und schloss die Augen, „mach ruhig weiter.“

Vanessa wurde mutiger und griff mit der anderen Hand zur anderen Brust und streichelte nun beide Brüste, knetete ein wenig und zauselte an ihren Nippeln. „Jaaa, gut so!“ war Carolas Reaktion.

Iset trat an die Beiden heran und streichelte mit jeweils einer Hand über Nacken und Hinterköpfe der Mädchen: „Hebt euch das für später auf, ihr Süßen. Jetzt probieren wir die schicken Sachen an.“

Plotzlich ging die Tür auf und Frank trat ein. Carola und vor allemVanessa erschraken und versuchten, sich ihre Blöße mit den Händen zu bedecken, Iset beruhigte sie und sagte: „Vanessa, du kennst Frank doch schon, Carola, Frank ist mein Mann, er konnte es doch nicht wissen, dass wir hier eine Dessous-Modenschau machen. Ich würde sogar vorschlagen, er kann sich das ruhig ansehen, wenn ihr nichts dagegen habt.“

Vanessa druckste etwas herum und wollte nicht so recht mit der Sprache heraus, ihr schien das alles ziemlich peinlich zu sein, Carola hatte sich aber sofort gefangen und grinste: „Aber nur, wenn die Voraussetzungen gleich sind. Frank, wir werden hier doch nicht nackt vor dir posieren, wenn du angezogen bist. Zieh dich aus, dann haben wir auch was zu sehen, oder wir ziehen uns an.“

Frank lachte: „Das ist ja eine richtige Drohung. Dann habe ich ja keine Wahl!“ Wenige Handgriffe nur waren nötig, dann lagen seine Klamotten auf dem Fußboden und er stand splitternackt vor ihnen. Vanessa wurde knallrot, aber sie konnte ihren Blick nicht abwenden, Franks Glied hatte inzwischen schon an Größe gewonnen und war auf dem besten Weg, sich aufzurichten. Vanessa staunte und flüsterte: „Ist das aber groߓ

Ein wenig fürchtete sie sich. Iset wusste nicht, was in Vanessas Kopf vor sich ging, aber da sie die Vorgeschichte ihrer Erziehung ein wenig kannte, fühlte sie sich zum Eingreifen verpflichtet. Sie stellte sich ganz dicht zu Vanessa und fragte leise: „Hast du noch nie einen nackten Mann gesehen?“

Vanessa schüttelte den Kopf. „Nur aus Abbildungen und antike Statuen. Und dann natürlich die maskierten Teufel, aber bei denen war das doch Maske, oder nicht? Bei den Bildern und Statuen war das Geschlecht aber immer viel kleiner. Das hier ist ja riesig!“

Iset wendete sich an Carola: „Carola, du hattest doch schon Erfahrungen mit Männern oder etwa nicht?

Carola nickte: „Ich hatte mal einen Freund, mit dem habe ich meine ersten Erfahrungen gemacht, aber das ging dann auseinander. Ich weiß, wie Männer aussehen.“

„Dann hat Vanessa den größten Lernbedarf. Vanessa, Versuche bitte, deine Scheu einfach abzulegen, wenn du das kannst, und komm mit mir hier herüber zu Frank. Denk daran: Das alles hier ist die Natur und die Göttin, oder wie du gelernt hast, Gott hat es so gemacht, daran ist nichts peinlich oder sündig. Schau dir Frank genau an, er beißt nicht und wird dir nichts tun. Du kannst ihn auch anfassen. Er mag das, das kann ich bestätigen. Carola, du bist natürlich auch eingeladen.“

Iset ging zuerst zu Frank hinüber, umfasste ihn, küsste ihn ganz lieb und flüsterte ihm ins Ohr: „Leg dich einfach so aufs Bett und lass uns machen. Du kennst Vanessas Problem, sie hat wirklich noch so viel zu lernen.“

Frank legte sich rücklings auf das Bett und wartete auf die Dinge, die da kommen sollten. Sein Schwanz war inzwischen schon wieder etwas geschrumpft und lag schlapp, aber immer noch etwas vergrößert auf seinem Bein.

„Kommt näher, Mädels,“ forderte Iset die beiden anderen auf. „ vor allem Vanessa. Das hier ist Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Komm ganz nah heran und guck dir alles genau an.“

Vanessa gab sich einen Ruck und kam näher. Ihre Neugier hatte gesiegt.

Iset ermunterte sie: „Schau dir alles gut an, du darfst auch anfassen.“

Ganz vorsichtig und scheu berührte Vanessa Franks schlappen Freudenspender. „Nimm ihn richtig in die Hand, Vanessa. Dann fühl, ob sich was verändert!“

„Ohh, der wächst ja!“

Carola kam von der anderen Seite dazu. „Zeig mal, ich seh ja gar nichts!“

Und sie griff nach seinem Sack und spielte damit. Franks Schwanz erhob sich.

Sie grinste: „Ja, jetzt seh' ich was.“

Vanessa staunte: „Der ist so groß und der wird ja richtig hart!“

„Ja, Vanessa, wenn du mit deiner Clit spielst, dann wird die doch auch größer“ erklärte Iset ihr. „Und das Gefühl ist dir dann doch schön, oder?“

„Mhhh.“ Vanessa druckste wieder herum. „ich weiss nicht, immer wenn ich mich dort berührt habe habe ich an Sünde gedacht, und dass es verboten ist.“

„Liebe Vanessa. Ich sage es dir als deine beste Freundin. Es ist weder Sünde noch verboten, sondern es ist einfach nur ein Teil deines Körpers, an dem Streicheln besonders schön empfunden wird. Und den Männern ist es auch besonders schön, wenn sie dort gestreichelt werden.“

Iset beugte sich über Franks Unterkörper. „Lass mich mal ran, ich zeig dir, was Frank besonders schön ist.“ und sie nahm Franks Eichel zwischen die Lippen und saugte seinen Schwanz ganz tief ein, dann umkreiste sie die Eichel und die Nille mit der Zungenspitze. Franks Schwanz war inzwischen prall bis zum Platzen und die Eichel hatte eine fast violettrote Farbe angenommen..

„Schau her, Vanessa. Der Männerschwanz hat sich jetzt mit Blut gefüllt und ist voll aufgepumpt. Damit könnte Frank jetzt in mich, in meine Muschi eindringen und dann hätten wir beide gleichzeitig das schöne Gefühl. Das gehört zum schönsten, was man zusammen erleben kann, wenn beie Partener sich gleichzeitig Liebe geben und sich so verwöhnen, dass jeder dem anderen das schönste Gefühl verschafft, das möglich ist. Das hat mit Sünde überhaupt nichts zu tun. Hast du an dir selbst inzwischen etwas bemerkt?“

„Ja, mir kribbelt es zwischen den Beinen und ich bin feucht geworden.“

„Das ist von der Natur auch so eingerichtet. Diese Feuchtigkeit ist dein Liebessaft. Der macht deine Scheide rutschig, damit das männliche Glied gut reinrutschen kann. Hier, fühl mal, ich mach es dir vorsichtig mit dem Finger.“

Iset griff Vanessa zwischen die Beine und tastete mit den Fingerspitzen ihre Spalte entlang. Der Liebessaft quoll schon zwischen den Lippchen hervor. Iset streichelte Vanessas Muschi, dann ließ sie vorsichtig ihren Mittelfinger zwischen die Lippen gleiten und drückte ihn etwas tiefer hinein, bis sie mit der Fingerspitze den ringförmigen Hautstreifen, das wieder vollkommen intakte Jungfernhäutchen, ertastete.Offenbar genoss Vanessa die intime Berührung, denn Iset fühlte, wie sie ihren Unterkörper der Hand entgegendrückte.

„Wenn du magst, kannst du auch ein wenig mit Franks Schwanz spielen und ihn streicheln. Das ist für ihn genauso schön wie das, was ich gerade mit dir mache.“

Vanessa beugte sich über Frank und berührte ganz sanft die Eichel mit den Lippen. Sie schnupperte seinen männlichen Duft und probierte, inzwischen etwas mutiger geworden, den herausquellenden Tropfen mit der Zunge.

Carola war mittlerweile auch geil geworden und sie hatte sich ihre Büstenhebe abgestreift. Sie trat hinter Iset, die inzwischen den Platz über Franks Mitte für Vanessa freigemacht hatte und mit Frank in einem Zungenkuss verschmolzen war, und griff mit beiden Händen um sie herum und streichelte ihre Brüste. Die Brustwarzen, die schon etwas aufgerichtet waren, versteiften sich und Carola knetete und walkte Iset die Brüste richtig durch. Iset richtete sich auf, dreht sich zu Carola um, wobei sie deren Wange tätschelte: „Mädels, ihr müsst mich entschuldigen, ich bin so geil geworden, ich muss jetzt sofort Franks Stange in meine Muschi haben. Carola, kümmerst du dich derweil ein wenig um Vanessa? Ich bin sicher, ihr gefällt das.“

Iset drängte Vanessa etwas von Frank zurück und schwang sich über seine Körper, so dass sie über ihm kniete und praktizierte seine Eichel in ihre Spalte, ließ sich langsam herunter gleiten und pfählte sich auf Franks Stange, bis diese ganz in ihr verschwunden war. Vanessa sah dabei fasziniert zu. Iset bekam einen ganz verzückten Gesichtsausdruck und fing an, ihr Becken leicht zu bewegen, immer mehr, bis sie schließlich eine wilden Tanz auf Frank aufführte. Dann ließ sie sich nach vornüber fallen und lag auf ihm und sie küssten sich beide; die Bewegungen ihrer Unterkörper gingen aber weiter, im gleichmäßigen Rhythmus gegeneinander.

Vanessa war so fasziniert, dass sie keinerlei Bewegungen machte, nur ab und an tropfte ein Tropfen aus ihre Spalte und lief ihr, eine Schleimspur hinterlassend, am Bein herunter. Carola trat hinter sie und umarmte sie von hinten, fasste jetzt ihr an die Brüste, so wie sie es gerade eben noch bei Iset gemacht hatte. Vanessa reagierte mit einem Stöhnen und Seufzen. Nun griff Carola ihr mit einer Hand von hinten in den Schritt und streichelte ihre wundervoll glatte, weiche Muschi, fuhr mit den Fingern die Lippen entlang und umkreiste ihre Clit mit den Fingerspitzen. Mit der anderen Hand knibbelte sie weiter an Vanessas Nippeln. Vanessa öffnete ihre Beine ein wenig, damit Carola leichteren Zugang hatte. Aber sie konnte ihre Augen nicht von Frank und Iset lassen, die davon vollig unbeeindruckt ihren Liebestanz fortführten, immer hektischer und schneller wurden, ihre Bewegungen kraftvoller. Plötzlich aber fing Iset an zu schnaufen und gab einen kleinen Schrei von sich, als sie kam. Ihr Körper schüttelte sich, dann lagen beide ganz still aufeinander. Das war der Moment, wo auch Vanessa ihre Augen schloss und sich nur noch dem Genuss Carolas liebevollen Streichelns hingab. Aber irgendetwas fehlte ihr. Ihre Hände schienen unruhig zu sein, sie wollte selbst auch irgendwie aktiv werden. Sie schlug die Augen wieder auf und drehte sich zu Carola um: „Du, meine Knie werden ganz weich, lass uns hier auf das zweite Bett gehen und uns gegenseitig streicheln. Meine Hände müssen auch was zu tun haben.“

Sie zog Carola an der Hand hinter sich her und kletterte neben Frank und Iset, die regungslos aufeinander lagen, auf das Bett. Carola dirigierte: „Leg dich auf den Rücken, ich zeig dir was“ und bevor Vanessa noch richtig lag, knetete sie ihr bereits wieder die Brüste. Nun war sie aber in einer für Vanessa erreichbaren Position und diese griff nach Carolas brüsten, die nun ohne jede Stütze frei pendelten. „Was möchtest du mir zeigen?“ hauchteVanessa.

Carola sagte nichts, sondern rutschte abwärts, plazierte ihren Kopf zwischen Vanessas Oberschenkel, die sie noch etwas weiter auseinanderdrückte und fing an, Vanessas Muschi gekonnt zu lecken. „Du bist soo schön glatt und zart hier unten, da konnte ich nicht widerstehen, ich musste dich einfach dort küssen und lecken!“

„Das ist ja viel schöner als mit dem Finger, mir wird ganz komisch. Ich kann nur genießen, es ist, als ob mein Körper völlig willenlos und gelähmt ist!“

„Dann leg dich zurück und genieße einfach. Lass dich fallen.“

Carola streichelte, während sie mit ihrer lebhaften, spitzen Zunge Vanessas Spalte verwöhnte, ihre Beine an den Außenseiten, von den Füßen angefangen, die Seiten hoch, weiter am Körper und endete wieder bei den Brüsten, deren Nippel sie sanft streichelte, beim nächsten mal aber mit Daumen und Zeigefinger leicht zusammendrückte und etwas zog. Nun setzte sie ihren Mund etwas höher an und legte ihre Lippen über die Clit, die sie mit der Zunge umkreiste, dann zwischen die Lippen einzog. Vanessa stöhnte lustvoll auf. Inzwischen war auch Iset aus ihrer Erholungsphase nach dem Orgasmus aufgetaucht und griff seitlich zu Vanessa herüber und streichelte ihr durch die Haare. Iset blieb über Frank gekniet sitzen, obwohl dessen Spieß schon kein Spieß mehr war, sondern ein eingeschrumpeltes Anhängsel, sie beugte sich zu Vanessa hinüber und küsste ihr die Brustwarze. Vanessa war selig, so von zwei Seiten verwöhnt zu werden und sie drängte Carolas leckendem Mund ihren Unterkörper entgegen. Ihre Säfte flossen so reichlich, dass sich unter ihr schon ein feuchter Fleck gebildet hatte, obwohl Carola eigentlich alles daransetzte, die Flüssigkeit aufzulutschen. Dann ziemlich plötzlich, war es so weit, Vanessa kam mit einen unterdrückten Schrei, ihr Unterkörper bäumte sich auf und wand sich in unkontrollierten Zuckungen. Vanessas Augen verdrehten sich, dass einen Moment lang nur noch Weiß zu sehen war, dann sackte sie erschöpft zusammen und lag, regungslos wie leblos auf dem Bett. Nur das glückliche Lächeln auf ihrem Gesicht zeugte davon, wie sie sich fühlte.

Iset schaute Carola an: „Schön, wie du es ihr gemacht hast.“

„Ich mag es, eine Frau kommen zu sehen.“ antwortete Carola, „Ich finde, es ist ein unvergleichlicher Moment. Sich selbst kann man ja so nicht sehen.“

„Aber möchtest du nicht auch kommen, soll ich es dir machen?“

„Danke, Iset, nicht nötig. Mir war dieser Moment Belohnung genug. Vanessa sah so unheimlich süß aus.“

„Bist du denn normalerweise eher Liebhaberin von Frauen oder von Männern?“

„Eigentlich bin ich mehr hetero, aber doch ein bisschen bi. Viele Männer wollen nur ficken und dann ade. Denen ist oftmals egal, ob die Frau genießt oder nicht. Frauen können meist viel gefühlvoller lieben und wissen, welche Stellen sie genau reizen müssen, deswegen mag ich Sex mit Frauen auch ganz gerne. Aber so ein richtiger, dicker Männerschwanz im Loch ist wiederum etwas unvergleichliches. Den ersetzt auch kein Dildo.“

Inzwischen war Vanessa wieder zu sich gekommen und seufzte gücklich. „War das aber schön, danke Carola. Ich möchte jetzt aber auch probieren, wie eine Mädchenmuschi schmeckt“ damit griff sie in Carlas Schritt und zog ihr den Finger durch die Spalte, um ihn dann hinterher genüsslich abzulecken. „Mhhh, ja, auch ganz lecker“ meinte sie.

Iset holte sie wieder auf den Boden der Realität zurück: „Ich glaube, unsere Modenschau fortzusetzen, ist jetzt wenig sinnvoll, oder? Ich schlage vor, dass wir jetzt in Ruhe duschen gehen und uns für das Abendessen fertigmachen.“

Vanessa strahlte: „ja, prima. Carola, kommst du mit zu mir? Dann kann ich dir auch was zeigen, was ich von Iset gelernt habe. Die duschen immer zusammen, das ist viel schöner als allein.“

Carola zog sich die halterlosen Strümpfe aus, die sie die ganze Zeit über getragen hatte und stopfte die mitgebrachten Dessous wieder in ihre Reisetasche. Vanessa und Carola zogen sich rasch ihre Bikinis über und verschwanden miteinander aus der Tür. Iset hörte draußen noch ihr Plappern und Kichern, das sich langsam entfernte.

Sie wandte sich wieder Frank zu, der sie an den Händen ergriff und wieder zu sich hinzog. Iset ließ sich auf Franks Körper gleiten und sie küssten sich erst einmal ausgiebig.

„Frank, das war schön, dass du das Spielchen so mitgemacht hast. Und der Fick mit dir war richtig schön geil.“

„So vor Publikum zu ficken ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich fand's auch geil. Die beiden Mädels sind ja zwei ganz liebe.“

„Ja, ich mag sie beide. Und wenn ich mich nicht schwer täusche, werden sie Freundinnen bleiben. Vanessa hat sich wirklich zum Positiven verändert, findest du nicht auch?“

„Ja, und ich bin davon überzeugt, dass deine außergewöhnliche Tochter daran einen entscheidenden Anteil hat.“

„Du hast recht. Ich mache mir nur ein wenig Sorgen mit ihrer Schule. Sie muss unbedingt noch das lernen, was über das reine Wissen hinausgeht, aber das andere hat sie alles ja in Minutenschnelle drauf. Wie können wir es schaffen, dass die Schule ihr nicht langweilig wird?“

„Lass sie einfach. Ich bin sicher, sie findet selbst ihren Weg.“

„Du hast recht. Ich sollte vielleicht nicht überall zuerst die Probleme sehen. Ich wünsche der kleinen nur so sehr noch ein paar unbeschwerte Jugendjahre. Aber nun komm unter die Dusche.“

Frank und Iset duschten ausgiebig, wobei beide noch einen Orgasmus erlebten. Mit weichen Knien trockneten sie sich gegenseitig ab.

„Wo ist die Kleine eigentlich?“ fragte Frank

„Ich denke, bei Beat, und sie lernt das gesamte medizinische Wissen der Gegenwart auswendig. Ich werde mal nachfragen.“

Iset konzentrierte sich über den Sternenstein auf ihre Tochter. Die Verbindung bestand augenblicklich: „Hallo Mama! Was gibt’s?“

„Vielleicht solltest du die Bücher mal ruhen lassen und dich zum Essen fertigmachen?“

„Ich sitze hier zusammen mit Beat und ich transferiere das Wissen in seinen Kopf. Aber eine kleine Pause wird ihm nicht schaden. Ich komme gleich!“

Iset blickte Frank an. „Sie hat mit Beat zusammen gelernt, sie zieht sich die Bücher rein und leitet das komprimierte Wissen an Beat weiter.“

„Unglaublich. Und das klappt?“

„Scheint so.“

Kurze Zeit später war Iset-junior da. Sie strahlte: „Beat ist fast fertig mit seinen Vorbereitungen. Ich hoffe nur, dass er nicht alles wieder vergisst.“

Iset war der Mutterstolz anzusehen, aber sie trieb die Kleine etwas an: „Nun spring schnell in die Dusche, du hast doch bestimmt Hunger, wir wollen gleich zum Essen.“

Beim Essen trafen sich wieder alle zusammen an einem Tisch. Nebbie hatte ihre Zeit ganz mit Urs verbracht und als Tauchassistentin fungiert. Carola und Vanessa kamen gemeinsam. Iset freute sich, dass sie sich so gut verstanden. Offenbar hatte Vanessa ihr traumatisches Erlebnis tatsächlich ohne Folgen überstanden. Als alle saßen, verkündete Iset nochmal die Planung: „Übermorgen fliegen wir alle zusammen nach Zürich. Niit und Nebbie begleiten Beat und Urs und werden ihnen beim Examen helfen. Frank und ich bringen Iset in ein Internat, dann fliegen wir wieder zurück. Niit wird noch den Nachlass von Sinwe übernehmen, sie hat alle notwendigen Papiere mit. Urs, du kannst Nebbi auch deinen Eltern vorstellen und Beat, Niit wird auch gerne deine Familie kennenlernen.

Ihr könnt euch die Zeit nehmen, die ihr braucht, aber nach eurem Examen möchten wir euch so schnell wie möglich wieder bei uns haben.

Carola und Vanessa, ihr denkt bitte daran, uns die Adressen und Telefonnummern zu hinterlassen? Es könnte sein, das wir sie brauchen Nichts auf der Welt geschieht rein zufällig und ohne Grund. Hier ist eine Karte mit unserer Kontaktadresse. Wir werde über diese Adresse immer erreichbar sein, auch wenn wir unterwegs sind.“

Vanessa stand ganz spontan auf, ging zu Iset an den Stuhl und gab ihr einen Kuss. „Danke Iset. Du hast mir die Augen geöffnet. Ich glaube, ich bin ein völlig neuer Mensch geworden.“

„Nein, du bist kein neuer Mensch, du hast nur ein wenig deiner Hemmungen verloren und du bist jetzt mehr du selbst. Das alles war vorher auch schon in dir, aber du hast es jetzt erst herausgelassen. Du bist auf dem richtigen Wege, Vanessa. Hör auf deine Gefühle, aber vergiss auch nicht deinen Verstand, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Und wenn du mich brauchst, bin ich für dich da. Wenn ich sage, dass ich deine beste Freundin sein will, dann gilt das auch. Du kannst immer auf mich zählen.“

Vanessa nahm die Visitenkarte an sich, als wenn sie einen Schatz bekommen hätte und setzte sich wieder zu Carola. Beide schauten sich das goldfarbene Kärtchen gemeinsam an, bis Vanessa es sorgfältig in ihrem Täschchen verstaute.

Nach dem Essen nahm Iset Urs und Beat noch an die Seite und sagte: „Um den Papierkrieg mit Visa, Arbeitserlaubnis und so weiter bei uns, kümmern wir uns. Um den Behördenkram in der Schweiz müsst ihr euch kümmern. Und denkt bitte an die Geheimhaltung. Ich verlass mich auf euch.“

Urs und Beat antworteten fast im Stereo mit ihrem „Is scho recht.“ und mussten beide lachen.

Iset schlug vor: „Kommt, wir gehen noch zusammen an die Bar“

Vanessa und Carola verabschiedeten sich: „Wir gehen noch zu Carola ins Zimmer, sie will mir noch ein wenig zeigen. Gute Nacht zusammen. Sehen wir uns morgen?“

„Ich denke schon“ meinte Iset. „Viel Spaß dann noch euch beiden. Gute Nacht!“

Carola und Vanessa verschwanden zielstrebig in Richtung Ausgang. Offenbar hatte für sie der Abend jetzt erst so richtig angefangen. Iset freute sich für die Beiden. Sie hatte eine gewisse Vorstellung davon, was sich in Carolas Zimmer bald wohl abspielen würde.

Klasse, einfach Klasse!

Schön, dass du so weitergemacht hast Neferkare.

Ich war eine Woche lang weg von jeglichen Internet..... Tiefste Provinz, ja sowas gibt es noch....

da freu ich mich doppelt auf deine Geschichte.

Mach weiter so

es grüßt der Adriaskipper

Kann mich da dem Adriaskipper nur anschließen, wieder eine tolle Fortsetzung? Wann kommt der nächste Teil?

16 Tage später

Hallo neferkare,

kommst du noch zum weiterschreiben?

Wär doch sehr schade, wenn das ganze so mittendrin zu Ende wäre.

Ich bin so heiß auf deine Geschichte.

Bitte lass uns nicht vergebens hoffen.

Es grüßt der Adriaskipper

...ich warte auch schon auf eine Fortsetzung. Aber bei dem Wetter brauchen wir wohl noch etwas Geduld.

Deine Story macht (sehn)süchtig

13 Tage später

Es hat ein bisschen gedauert, aber es geht jetzt weiter.

Ich freue mich über jeden Kommentar.

Herzlichst,

NeferKaRe

Abreise

-*-

Heute war es soweit. Es hieß, Abschied zu nehmen von der wunderbaren Korallenbucht und dem roten Meer. Vorher aber mussten noch sämtliche Sachen in die Koffer, und das war eine Aufgabe, die keiner von ihnen gerne tat. Iset trieb zur Eile an: „Wenn Niit gleich kommt, sollten wir fertig sein, damit wir dann auch gleich los können.“

Gestern war noch ein Tag voller Entspannung gewesen und sie hatten die Ruhe so richtig genossen. Beat und Urs hatten ihre Arbeit schon beendet und einen Großteil ihrer Sachen schon gepackt, um sich dann mit den anderen gemeinsam am Strand noch ein paar schöne, unbeschwerte Stunden zu gönnen. Vanessa und Carola schienen unzertrennlich und alberten miteinander herum. Sie hatten abgemacht, gemeinsam ihr Studium zu beginnen und wollten nach ihrem Urlaub, der noch eine Woche länger dauerte, sehen, dass sie vielleicht nach Hamburg oder München kamen, es sollte jedenfalls eine attraktive Großstadt werden, Carola hatte Vanessa mit ihren Ideen offenbar angesteckt und Vanessas Verklemmtheit war inzwischen komplett von ihr gewichen. Iset freute sich mit ihr: „Das ist schön, wenn ihr euch dann gegenseitig helfen könnt. Und denkt daran: Freunde kann man immer brauchen, am wichtigsten sind sie aber, wenn es einem nicht so gut geht.“

Der Tag war wie im Fluge vergangen und nun wartete wieder etwas Neues auf sie. Iset fragte sich, ob sie Vanessa und Carola wohl jemals wiedersehen würde, aber irgedwo in ihrem Inneren sagte ihr ein Gefühl, dass es vielleicht nicht die letzte Begegnung mit den Beiden gewesen war.

Da Packen war schneller fertig als sie gedacht hatten, und so machten Frank und Iset noch einen Abschiedsspaziergang durch die Anlage. Heiß brannte die Sonne auf die lehmbraunen kuppelförmigen, nubischen Wohnungen nachempfundenen Gebäude. Die Luft dazwischen flimmerte vor Hitze. Ausnahmsweise war heute ein windstiller Tag. Als sie an dem Juwelier vorbeikamen, verbeugte dieser sich ehrerbietig vor Iset. Iset verabschiedete sich von ihm und machte noch eine segnende Geste mit der Hand und sagte: „Möge die Liebe dir hold sein!“

Sie waren so langsam zum Eingangsbereich geschlendert, und gerade in dem Moment, als sie dort angekommen waren, fuhr der große Van mit den abgedunkelten Scheiben vor und Niit stieg aus. An sich hätte das Protokoll verlangt, dass sie darauf gewartet hätte, dass der Fahrer ihr die Tür öffnete, aber sie konnte es gar nicht erwarten, wieder richtigen Boden unter die Füße zu bekommen. Heute trug sie wieder ihr rotes Kleid und sie hatte ihre langen schwarzen Haare mit einem roten Stirnband gebändigt. Ihre Miene hellte sich auf, als sie Iset und Frank erblickte Mit großen Schritten kam sie heran und schloss zuerst Iset in die Arme und küsste sie auf beide Wangen; dann Frank. „Es ging schneller, als ich gedacht hatte, aber offenbar bauen die schon wieder einen neuen Kontrollposten unterwegs auf. Diese Kontrolliererei nervt allmählich. Zurück könnte es dauern. Neue Kontrollposten lassen sich Anfangs immer viel Zeit, bis sie Routine haben.“

„Lass dich nicht nerven, liebste Cousine, freu dich, dass du hier bist. Wir sind mit Packen schon fertig, Wie es mit den anderen aussieht, weiß ich allerdings nicht, ich hab' sie seit dem Frühstück nicht mehr gesehen.“

„Dann geh' ich mal Beat suchen. Dem Fahrer hab ich gesagt, dass er beim Auto warten soll.“

„Das Gepäck lassen wir vom Hotelpersonal bringen, dafür brauchen wir ihn auch nicht.“

So gingen sie dann gemeinsam wieder zurück ins Hotel, durch die Halle hindurch und wieder hinten hinaus in den Bereich der hüttenartigen Zimmer. Niit kannte sich hier zwar nicht aus, aber irgendwie spürte sie, wohl aufgrund ihrer intensiven Verbundenheit, wo Beat gegenwärtig war. Frank und Iset gingen mit ihr, um ihr den Weg zu zeigen, aber im Grunde wäre es nicht nötig gewesen, sie hätte Beat überall mit schlafwandlerischer Sicherheit aufgespürt. Als sie endlich dort waren, hinter der Tauchbasis, klopfte Iset an die Tür und rief: „Beat, Besuch!“

„Ist offen!“ rief es als Antwort zurück.

Niit schob sich an Iset vorbei, um zuerst ins Zimmer zu gelangen. Beat sprang auf und glücklich lagen sie sich in den Armen. Niit bedeckte Beats Gesicht mit Küssen, dann aber, als sie seinen Mund gefunden hatte, schienen ihre Gesichter miteinander zu verschmelzen und sie hingen aneinander wie Ertrinkende. Beat hatte die Arme um Niit gelegt und knetete, während sie sich küssten, ihren knackigen Po und Niit hatte die Arme um seinen Hals geschlungen und wuschelte mit der Hand durch seine Haare.

Iset wagte einen Versuch, die Begrüßungsküsserei abzukürzen: „Nun kommt mal zum Abschluss, man könnt ja meinen, ihr hättet euch ein halbes Jahr nicht gesehen.“

Niit unterbrach ihren Dauerkuss kurz: „kommt mir auch so vor.“ dann suchte sie wieder Beat Mund und sie knutschten weiter.

Iset merkte, dass es im Moment wohl zwecklos war, die Beiden auseinander zu bringen und sie ließ die Augen im Zimmer schweifen. Bei der ganzen Bergüßungsküsserei hatte sich doch tatsächlich übersehen, dass ihre Tochter grinsend in der Ecke saß und sie anstrahlte: „Hallo Mama, geht’s jetzt los?“

„Ja, wir müssen noch Nebbie und Urs Bescheid sagen.“

„Mach ich schon!“ erwiderte Iset-junior. Sie schloss ganz kurz die Augen und verkündetet dann: „Sie kommen gleich. Sie fragen, wie sie es mit dem Gepäck machen sollen?“

„Ich ruf die Rezeption an. Die bringen das nach vorne.“

Iset schaute sich weiter um: Beat hatte auch schon alles fertig gepackt. Dann konnte es ja losgehen. Iset griff zum Zimmertelefon und wählte die Rezeption, gab die Zimmer an, von denen das Gepäck abzuholen war und machte dann einen weiteren Versuch, Niits und Beats Dauerkuss zu unterbrechen: „Ihr habt im Auto nachher stundenlang Zeit zum Küssen, lass uns jetzt mal das Zimmer räumen.“

Diesmal war sie erfolgreich. Keuchend unterbrachen Beat und Niit den Ringkampf ihrer Zungen. Niit meinte resignierend: „Eigentlich würde ich jetzt lieber etwas anderes machen als abfahren, aber es muss wohl sein. Komm, Kleiner, los geht's“

Beat grinste sie an: „Ja, Große. Aber wir können nachher mal ausprobieren, wer hier klein und wer groß ist.“

„Werden wir sehen.“ ungeniert griff sie ihm in den Schritt. „Ja, so richtig klein ist er wirklich nicht.“

Iset wandte sich an Frank: „Geh du doch schon mal mit Iset zu unserer Suite und stell das Gepäck nach draußen, die Hotelboys kommen gleich zum abholen. Hast du ein paar lose Münzen dabei?“

„OK, hab ich. Komm, Iset!“

Sie gingen gemeinsam den Weg vom Strand hoch zu ihrer Suite. Der Sand kitzelte noch einmal ihre Füße: Dieses Gefühl würden sie so bald nicht wieder haben, dachte Frank bei sich.

„Du, Frank?“ die Stimme der Kleinen erklang direkt in seinem Kopf. Sie liebte offenbar diese Art der direkten Kommunikation ohne das gesprochene Wort. „Ich komme doch jetzt zu einer anderen Schule, wie war das bei dir? Hast du auch schon mal so einen Schulwechsel mitgemacht? Wie ist das, wenn die anderen sich alle kennen und jemand kommt dazu, den niemand kennt?“

Frank antwortete ihr auf die gleiche Weise: „Du bist doch jemand, die immer auf die anderen zu geht und die schnell Freundschften schließen kann. Da wird es für dich überhaupt keine Probleme geben. Sei bitte etwas zurückhaltend. Angeberisches Verhalten ins bei uns an den Schulen überhaupt nicht beliebt, und die anderen sollen auch nicht gleich merken, dass du etwas anders bist als sie.“

„Gut, das wird mir nicht schwer fallen. Aber ich soll mich doch nicht dümmer stellen als ich bin?“

„Auf keinen Fall. Deine neue Schule ist eine spezielle Schule für Hochbegabte, und alle die dort sind, sind besonders klug und haben besondere Fähigkeiten, aber niemand ist so wie du. Und dass du Magie in dir hast, sollen die anderen nicht wissen, zu deinem eigenen Schutz und zur Sicherheit unseres Landes und unserer Gemeinschaft. Pass bitte darauf auf, ja?“

„Ich werde daran denken. Das schöne war jetzt mit Beat, dass er mich nie wie ein kleines Kind behandelt hat, sondern immer als gleichwertig. Ich hoffe, dass es an der Schule nicht schlechter wird. Lehrer neigen da ein wenig zur Überheblichkeit oder dazu, etwas von oben herab oder etwas gönnerhaft zu den Schülern zu sein. Ich habe etwas Angst davor, wenn Lehrer merken, dass ich ihnen überlegen bin.“

„Dann versuch, sie es nicht so fühlen zu lassen. Ich denke, es wird dir gelingen. Und wenn es gar nicht geht, dann kommst du eben einfach zurück. Wir wollen doch nur das beste für dich, und wenn es hier nicht gut ist, suchen wir was besseres. Du kannst ja auch auf dem Weg über die Zwischenwelt jederzeit zu uns kommen. Du weißt ja wie das geht, und du wirst ja auch vorsichtig dabei sein.“

„Ja, bestimmt. Aber ich werde euch schrecklich vermissen.“

„Glaub ich nicht. Du wirst sofort neue Freunde finden und viel Spaß haben.“

„Das hoffe ich jedenfalls.“

Inzwischen waren sie bei ihrer Suite angekommen und stellten die Koffer vor die Tür, als auch schon ein paar kräftige junge Burschen auftauchten, die die Koffer auf einen Elektrokarren luden und wegbrachten. Frank kontrollierte noch einmal das Zimmer, ob sie nichts vergessen hatten und machte sich dann mit Iset auf den Weg in Richtung Rezeption.

Sie ließen sich Zeit, und immer wieder zwischendurch blieb Iset stehen und lauschte. Es sah jedenfalls so aus, als ob sie lauschte, denn sie hielt dabei sogar den Kopf etwas schief. Frank fragte sie, als sie weitergingen, was es denn dort gäbe, und Iset sagte: „Es gibt hier intelligente Lebewesen, sie müssen hier irgendwo unter der Erde wohnen, jedenfalls kann ich ihre Gedankenwellen auffangen. Sie lehnen es aber ab, sich mit mir zu unterhalten.“

„Ich kann mir nur vorstellen, dass es hier Ratten oder Mäuse gibt, aber die werde sicherlich heftigst verfolgt. Des wegen tippe ich auf Ratten, die sind auch wesentlich intelligenter als Mäuse.“

„Das würde erklären, wenn sie mich als Feind ansehen, dass sie mit mir nichts zu tun haben wollen“

„Mir sind Ratten auch nicht sonderlich sympathisch. Außerdem gelten sie als gefährliche Krankheitsüberträger. Ich rate dir davon ab, in freundschaftlichen Verkehr mit ihnen zu treten.“

Sie erreichten das Hauptgebäude und setzten sich in der Lobby an eine Tisch. Frank fiel auf, dass Isets Sternenstein in ihrem Anhänger am Hals ständig leuchtete, mal mehr, mal weniger. Sein eigener am Fingerring dagegen war dunkelblau und sah aus, wie ein gewöhnliches Stück Kristall, bestenfalls könnte man den Stein für einen Saphir halten. Isets magische Energie musste offenbar ständig fließen., aber er wusste auch, dass von ihnen allen die Kleine das absolut größte magische Potenzial hatte.

Er konzentrierte sich auf „seine“ Iset: „Wie weit seid ihr? Wir warten schon in der Lobby.“

„Wir sind gleich da.“

Einen Moment später kamen sie gemeinsam in die Halle. Iset ging gleich durch zur Rezeption um den Check-out zu erledigen, und da kein genereller Abreisetag war, war sie an der Kasse auch sofort fertig. Sie alle strebten jetzt nach draußen, wo zu ihrer Überraschung Carola und Vanessa auf sie warteten. Carola ergriff das Wort: „Wir möchten uns nochmal bei euch allen bedanken, was ihr für uns getan habt Man kann es eigentlich gar nicht genug würdigen.“ Ganz spontan umarmte sie Nebbie und küsste sie auf beide Wangen. Nebbie griff mit einem Arm um ihre Taille herum und zog sie fest an sich, mit der anderen um ihren Hinterkopf, hielt damit ihren Kopf fest und küsste sie herzhaft auf den Mund. „Ich habe es gerne getan. Behalte uns einfach in guter Erinnerung. Und wenn du in Not bist, ruf die Göttin um Hilfe an. Sie ist auch für Dich da.“

Vanessa umarmte Iset: „Ihr habt mir nicht nur aus großer Not geholfen, sondern ich bin fest davon überzeugt, ohne Euch hätte mein Leben eine ganz andere Wendung genommen. Danke euch allen.“

und dann wandte sie sich Iset junior zu, ging dabei etwas in die Hocke um ihr Gesicht auf die gleich Höhe zu bringen und ergriff beide Hände der Kleinen: „Ich weiß, dass du etwas mit mir gemacht hast. Ich weiß nicht was es genau war, aber ich danke dir dafür. Ich weiß, dass es etwas Gutes mit mir gemacht hat.“

„Danke nicht mir, Vanessa, danke der Göttin. Sie hilft, wo es nötig ist. Und wenn du uns als Freunde brauchst, ruf uns. Die Göttin ist mit euch.“ Es sah etwas eigenartig aus, wie die Kleine eine segnende Geste machte, aber sie hatte dabei ein so ernstes und würdevolles Gesicht, dass keiner von den Anwesenden auch nur ansatzweise darüber lachte.

Carola und Vanessa verabschiedeten sich jetzt auch von den anderen jeweils mit Umarmung und Küsschen. „Lebt wohl, auf Wiedersehen, lasst mal von euch hören!“

Der Fahrer hatte inzwischen die Türen des Vans geöffnet. Das Gepäck war schon eingeladen, es konnte also gleich losgehen. Beat und Niit verzogen sich sofort auf die Hinterbank, Iset Frank und Iset junior saßen in der ersten Reihe hinter dem Fahrer, in der mittleren Reihe saßen Nebbie und Urs. Die Türen wurde von außen geschlossen und sie fuhren los. Carola und Vanessa blieben winkend zurück.

Sie fuhren los. Das Hotel verschwand schnell hinter ihnen in einer Staubwolke und schon waren sie auf der Küstenstraße. Niit und Beat hatten sich den Platz auf der Hinterbank mit Bedacht ausgewählt, damit keiner auf sie achtete, wenn sie dort hinten nach Herzenslust herumknutschten. Auch Urs und Nebbie in der Mitte pflegten lieber den direkten Kontakt von Mund zu Mund als das Gespräch. Frank und Iset saßen Hand in Hand und hingen ihren Gedanken nach. Das monotone Brummen des Motors und die Eintönigkeit der Wüste machte sie alle ein wenig müde, die einzige, die offenbar völlig unbeeinflusst davon blieb, war die Kleine Iset junior richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Straße und in die Umgebung. Das ständige blaue Leuchten ihres Sternensteins war ein Signal dafür, wie sehr sie auch ihre übersinnlichen Fähigkeiten dazu einsetzte.

Inzwischen waren sie von der Küstenstraße auf die Straße durch die gebirgige Wüste nach Theben abgebogen. Sandflächen wechselten sich mit schroffen Berghängen ab. Kein Grün belebte die karge Landschaft. Plötzlich und völlig unvermittelt rief Iset junior aus: „Sofort anhalten! Da ist was!“

Der Fahrer hatte es offenbar nicht für ernst genommen und fuhr weiter, Mutter Iset hatte aber den Tonfall richtig gedeutet und packte den Fahrer an der Schulter. „Sofort anhalten!“

Jetzt reagierte der Fahrer und bremste den Van.

„Rechts auf den Seitenstreifen, und stehenbleiben“ befahl Iset. Dann wendete sie sich an ihre Tochter: „Was ist los?“

„Ich spüre Böses, hinter der nächsten Ecke, da sind Menschen, die töten wollen!“

„Wir haben keine Zeit für einen größeren Umweg. Wir müssen uns der Gefahr stellen. Wir sollten uns am besten zusammenschließen.“

Iset öffnete die Tür. Die heiße Wüstenluft blies ihnen ins Gesicht wie aus einem eingeschalteten Fön.

„Wir bilden eine magischen Kreis. Wir müssen uns an den Händen fassen und uns auf unsere Sternensteine konzentrieren, Ich gehe mit der Kleinen zusammen in die Zwischenwelt. Unsere magischen Kräfte sind die stärksten. Ihr sorgt für unsere Energien. Lasst uns anfangen, wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Für einen Außen stehenden musste es ein merkwürdige Bild abgegeben haben, als sie sich zu einer Gruppe aufstellten: Iset Mutter und Tochter in der Mitte, eng zusammengedrängt. Um sie herum die fünf anderen, die sich so an den Händen ergriffen, dass sie zusammen mit ihren Armen ein Pentagramm bildeten, in deren Mitte die beiden Isets standen. Sie standen völlig unbeweglich mit geschlossenen Augen, ihre Sternensteine leuchtete so hell, dass sie auch das grelle Sonnenlicht überstrahlten. Iset und Tochter waren soweit: Ihr Energiekörper hatte sich vom physischen Körper abgelöst und schwebte jetzt über der Gruppe. Iset sah, wie ihr zurückgelassener Körper wie in einer Art Wachkoma von den anderen gestützt dort in der Mitte der kleine Gruppe stand und griff die Hand ihrer Tochter. „Wir müssen unbedingt zusammenbleiben und unsere Magie bündeln. Wir werden alles brauchen können, was wir zur Verfügung haben. Lass uns erstmal schauen, was dort los ist.“

In Gedankenschnelle waren sie hinter dem Felsen und sahen einen der Wachtposten, der hinter einem Felsvorsprung mit einem Fernglas die Gruppe beobachtete. Iset sagte: „Der darf uns nicht verraten. Kannst du ihm vielleicht einen Sonnenstich oder so etwas verpassen?“

„Ich werde es versuchen.“

Bruchteile einer Sekunde später waren sie bei ihm Iset junior versuchte, sein Gehirn zu manipulieren, aber es klappte nicht. Sie konnte mit dieser Gestalt nicht eingreifen und signalisierte es ihrer Mutter.

„Aber wir können einen kleine Blitz auslösen. Die Energie dafür haben wir. Am besten im Gedächtniszentrum. Wenn wir das Kleinhirn nehmen, ist er sofort schwer geschädigt oder tot.“

Iset streckte den Finger aus, einfach in den Kopf des Postens hinein. Es gab keinerlei Widerstand. Als ob der Kopf gar nicht da war. Dort musste die Stelle sein. Ein Blitz trat aus der Fingerspitze heraus. Der Mann brach zusammen und krampfte, es ergab das Bild eines kompletten epileptischen Anfalls. Ein nasser Fleck zeichnete sich unter ihm ab, er hatte eingenässt. Die Krämpfe hörten auf, , der Mann lag nun da und hatte die Augen geschlossen. Ein Speichelfaden vermischt mit Blut lief ihm aus dem Mundwinkel. Er hatte sich im Anfall in die Zunge gebissen.

Von weiter hinten hatte ein Kumpel gesehen, wie er zusammengebrochen war und kam herbeigeeilt, stand jetzt ratlos vor dem Bewusstlosen. Was tun? Er hatte ja ein Funkgerät. „Hallo Ahmed, hier Ali. Mohammed ist hier oben zusammengebrochen, hatte einen Krampfanfall und ist jetzt bewusstlos, wir müssen ihn in den Schatten bringen.“

„Gut, wir kommen und holen ihn“

Iset verfolgt, wie drei Männer mit umgehängten Maschinenpistolen den Hügel hinaufkamen. Als sie oben waren schlug Mohammed gerade die Augen wieder auf. „Wo bin ich? Wer seid ihr?“

Ali antwortete: „Du bist hier mit einem Krampf zusammengebrochen. Wir bringen dich in den Schatten, vielleicht hast du zuviel Sonne gehabt.“

Iset schaute unten nach, ob noch jemand zurückgeblieben war, aber es war keiner mehr da. Oben auf dem Berg waren sie alle versammelt. Zeit für ihren Auftritt.

Iset ließ die Luft um sie herum flimmern und aufleuchten. Sie hatte sich so mit Energie aufgeladen, dass ihr Körper jetzt auch für die Menschen der Normal-Ebene sichtbar wurde, sie leuchtete in hellem weiß mit bläulichem Schimmer. Sie projizierte ihre Worte in die Gehirne der Männer: „Was habt ihr Menschen hier zu schaffen? Erdreistet Ihr euch und setzt euch ein als Richter, den Willen Gottes zu tun? Ihr Narren! Wisst Ihr nicht, dass ihr euch zu ewiger Verdammnis verurteilt? Lasst ab von Eurem Plan und tut, was Gott von euch verlangt. Gott ist gnädig gegenüber denen, die umkehren und seine Werke tun, aber er wird die strafen, die sich ihm widersetzten. Nehmt euren Freund und geht. Gewalt ist nicht der Weg Gottes. Sagt das auch denen, die euch geschickt haben, dann könnt ihr gerettet werden.“

Isets Gestalt verblasste wieder und sie wurde durchsichtig und verschwand ganz.

Die fünf Männer schauten sich an. „Habt Ihr das auch gesehen und gehört? Was war das?“

„Das muss ein Engel gewesen sein.“

Ahmed sagte: „Ich werde hier nicht weitermachen. Ich glaubte, den Willen Allahs zu tun, aber ich muss erst mit mir ins reine kommen. Was ist der Wille Allahs? Wir tun hier den Willen unserer Chefs. Die haben uns das Paradies versprochen, aber ich glaube dem Engel. Noch nie hat sich jemand ungestraft den Befehlen eines Engels widersetzt!“

„Ich höre hier auch auf. Ich bin gläubiger Muslim, ich werde mit dem Imam sprechen über unser Erlebnis.“

Mohammed hatte inzwischen die Augen wieder geschlossen und lag regungslos da. Ali rezitierte murmelnd Koranverse. „Herr unser, lass uns hinaus, wir wollen Gutes tun, anders als wir getan!“(35. Sura,Vers 34)

Ahmed rollte eine mitgebrachte Plane aus und sie hoben Mohammed darauf. An jeder Seite ergriffen zwei die Plane und sie trugen den wie betäubt schlafenden den Hügel hinunter in ihr Lager.

Die beiden Isets hatten ihre Mission erfüllt und vereinigten sich wieder mit ihren Körpern.

„Kommt, schnell ins Auto und vorbei, bevor sie es sich vielleicht doch anders überlegen!“

Das menschlich-magische Pentagramm zerfiel, als die anderen fünf sich losließen und die Gruppe stieg wieder ein. Ohne Zeit mit Fragen zu verlieren, startete der Fahrer den Wagen und sie fuhren unbehelligt an dem falschen Kontrollposten vorbei. Iset sagte: „Ich glaube, die waren wirklich so beeindruckt, dass sie nicht mehr weitermachen werden. Der eine wird sich erholen. Ich hoffe nur, dass sie sich bei einem gemäßigten Seelsorger Rat holen, der sie auf den richtigen Weg bringt.“

Die fünf, die das Pentagramm aufrecht erhalten hatten, waren von Iset genau über den Ablauf ins Bild gesetzt worden. Niit war beeindruckt: „Ich glaube nicht, dass ich es so gut hinbekommen hätte. Ich hätte vielleicht eine weniger friedliche Lösung gesucht. Und wenn ich erstmal richtig wütend bin, kann ich schon mal kräftig auf den Tisch hauen.“

Iset lächelte: „Genau deswegen bist du als Sachmet-Priesterin ja an der richtigen Stelle. Aber Gewalt erzeugt Gegengewalt, deswegen wollte ich es zuerst friedlich versuchen. Die andere Option hätten wir dann immer noch gehabt.“

Der Rest der Autofahrt verlief ohne besondere Zwischenfälle. Nach dem Erlebnis an dem falschen Kontrollpunkt dachte nicht einmal mehr Niit an Sex, wo sie doch eigentlich die Abgeschiedenheit der Hinterbank dafür auszunutzen gedacht hatte, Beat hielt ihre Hand und streichelte sie mit der anderen. Niit versuchte, sich das Gefühl in die Erinnerung zu rufen, das sie gehabt hatte, als sie das Pentagramm gebildet hatten: Es war eine Einigkeit zwischen ihnen, sie waren plötzlich zusammengewachsen zu einer Einheit. Jeder kannte die intimsten Gedanken des anderen, sie waren intensiver verschmolzen als beim Liebesakt, es war nur dem Akt vergleichbar, den sie mit Beat in der Höhle der Sternensteine gehabt hatte und dem sie ihr Kind verdankte, das jetzt in ihr heranwuchs. Niit lächelte versonnen vor sich hin. Ein Kind. Ihr Kind. Eine Kostbarkeit. Das Beste und Höchste, was sie sich vorstellen konnte, ihre Zukunft. Alle Hoffnung konnte sie auf dieses winzige Stück Leben übertragen. Und mit den zärtlichen Gedanken für das ungeborene Kind durchströmte sie ein nie dagewesenes Gefühl der Zärtlichkeit für Beat, der hier an ihrer Seite saß und ihre Hand hielt. Sie beugte sich herunter und hob gleichzeitig ihre Hand hoch und hauchte einen Kuss auf Beats Hand. Dann schaute sie ihm, immer noch lächelnd, tief in die Augen.: „Ich bin gespannt auf dein Zuhause. Erzähl mir davon.“

„Da weiss ich etwas besseres. Du kannst es miterleben. Lass uns mit den Sternensteinen die geistige Vereinigung herstellen, ich werde aus der Erinnerung die Bilder der Vergangenheit heraufholen und du bist dabei.“

Beat wartete nicht einmal auf eine Antwort, sondern versenkte sich sofort in tiefe Konzentration. Seine gemeinsame Arbeit mit der kleinen Iset hatte ihm so viel Übung verschafft, dass er augenblicklich das notwendige Stadium erreicht hatte. Niit war aber nur wenig langsamer. Ihre Energiekörper verschmolzen und Niit sah zum ersten mal Schnee in den Hochalpen, und wie ein kleiner Junge mit glücklichem Gesicht auf Skiern einen Hügel herunterrutschte. Bild um Bild holte Beat aus seiner Erinnerung hervor. Da war, wie er beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochen war und mit steifgefrorener Hose nach Hause kam, sein erster Schultag, seine Erfolge im Sport, aber auch so banale Dinge wie das Unkrautzupfen im Garten seiner Eltern, der Duft von frischem Brot und von geschmolzenem Käse, der Reiterhof seiner Nachbarn und seine Hilfsdienste dort uns seine Ausritte, seine Tanzstunde, sein erster Kuss mit einem Mädchen, seine Matura, wie das Abitur bei ihm genannt wurde, das Studium.

Niit war davon tief berührt und sendete ihrerseits die prägenden Eindrücke ihrer Kindheit und Jugend an Beat in Form von Bildern. Ihr Unterricht in der Tempelschule, ihr frühzeitiger Umgang mit Pfeil und Bogen und ihrer Meisterschaft darin, ihre ersten Erfahrungen mit der Falkenjagd, ihre Zeit als Novizin im Tempel, die Priesterweihe, ihre ersten sexuellen Erfahrungen, sie wollte, dass Beat alles von ihr erfuhr, sie wollte vor ihm keine Geheimnisse haben.

Sie breiteten ihre Vergangenheit voreinander aus wie ein offenes Buch und als sie endlich aus ihrer Vereinigung auftauchten, meinten sie, alles übereinander zu wissen. Sie schauten einander verliebt an. „Das habe ich gemeint, mein Schatz, danke“, sagte Niit. „Ich fühle, dass es richtig ist, was wir tun. Wir beide stärken uns gegenseitig und zusammen sind wir mehr als jeder einzeln für sich. Ich glaube, dass wir zusammengehören und zusammenbleiben sollen. Denkst du das auch?“

Beat zögerte keine Sekunde: „Ich fühle in mir das gleiche. Ich möchte niemals wieder ohne dich sein. Ich liebe dich über alles. Willst Du mich heiraten?“

„Das ist doch für uns völlig unwichtig. Wenn wir miteinander leben und glücklich sein wollen, dann ist das doch mehr als ein staatliches Stück Papier. Deine Aussage ist für mich entscheidend. Und dementsprechend sind wir schon so gut wie verheiratet. Komm, küss mich!“

Sie zog Beats Kopf zu sich heran und sie küssten und streichelten sich, bis der Wagen anhielt und Iset ihnen auf die Schulter tippte: „Ich störe euch zwar ungern, ihr Süßen, aber wir sind da und müssen aussteigen!“

Der Wagen stand nicht vor dem Hauptterminal, sondern auf einem seitlichen Parkplatz für Flugplatzpersonal. Dort wurden sie von der Besatzung der Maschine bereits erwartet und sofort zum Flugzeug gebracht. Beat und Urs fielen fast die Kinnladen herunter, so staunten sie, als sie auf dem Weg, der dem fliegenden Personal vorbehalten war, an allen Touristenströmen vorbeigeleitet wurden und niemand fragte sie nach irgendwelchen Ausweisen.

Frank kannte den eleganten Jet mit dem Falkenkopf auf dem Seitenleitwerk bereits, mit diesem Flieger war er seinerzeit aus Hamburg abgeholt worden. Während sie einstiegen, brachte ein Elektrokarren ihr Gepäck, das sofort verladen wurde.

Für Niit und Iset junior war es der erste Flug überhaupt, aber sie versuchten, sich ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen. Iset freute sich, die Welt mal aus der Perspektive der Vögel sehen zu können. „Du, Mama?“ signalisierte sie ohne Worte, „Ob ich wohl vorne bei den Piloten mitfliegen darf?“

Iset antwortete auf dem gleichen Weg: „Während Start und Landung ist das verboten, da müssen sich die Piloten voll auf ihre Aufgabe konzentrieren, Aber ich werde fragen, ob es nachher, wenn wir die Reiseflughöhe erreicht haben, möglich ist, ja?“

„Das wäre prima!“

Mutter Iset trug den Wunsch sofort den Piloten vor, die eifrig mit dem Kopf nickten. „Kein Problem, wir haben aber nur ein 2-Mann-Cockpit, wenn wir die Reiseflughöhe erreicht haben, kann sie mal kurz auf dem Copiloten-Platz sitzen. Es geht aber nicht für längere Zeit, weil wir beide Arbeitsplätze brauchen.“

„Hast Du gehört, Iset?“ fragte sie

„Ja, schade, dass es nicht für länger geht, aber so ist es auch schon gut. Es ist nur... normalerweise hätte ich mit Beat diskutiert, aber der ist ja jetzt anderweitig beschäftigt, dann werde ich euch mit meinem Geplapper auf die Nerven gehen.“

„Aber Kind! Du gehst uns doch nicht auf die Nerven! Du kannst uns gerne die symbolischen Löcher in den Bauch fragen, aber ich glaube, was wir wissen, das hast du alles auch schon aufgesogen. Ich glaube, die Göttin will aus dir einen ganz besonderen Menschen machen.“

„Das hat sie schon. Ich wusste schon immer, dass ich anders bin, aber ich muss mich zusammennehmen, damit die anderen es nicht merken. Zum Glück brauche ich mich innerhalb der Familie nicht zurück zu halten, ihr kennt mich schließlich alle.“

Im Flieger hatten sie die Plätze schnell aufgeteilt: Niit und Beat verschwanden gleich nach hinten, weil es dort Sitze ohne Zwischenlehnen gab, Urs und Nebbie hatten sich auch so ein Sofa reserviert. Iset junior musste sich sofort den Unterhaltungs-Bildschirm anschauen. Nach knapp einer Viertelstunde waren sie schon in der Luft. Niit schaute gebannt aus dem Fenster. Sie flogen genau den Nil entlang nach Norden. Von oben war der abrupte Übergang des fruchtbaren, bewässerten Landes von der Wüste eindrucksvoll zu sehen. Wie ein dunkelgrünes Band zog sich das Land am Fluss entlang nach Norden. Da der Flieger rasch an Höhe gewann, waren zu ihrem Bedauern keine Einzelheiten mehr zu erkennen, aber der Flieger hatte ja eine bestimmte Höhe einzuhalten.

Die hübsche braunhäutige Flugbegleiterin servierte ihnen Erfrischungsgetränke und verschwand danach vorne im Cockpit. Kurze Zeit später kam sie, zusammen mit dem Copiloten wieder heraus und sagte zu Iset junior: „So, nun kannst du mal für kurze Zeit auf dem Copiloten-Sitz platznehem. Aber bitte fass nichts an, was nach Schalter oder Druckknopf aussieht.“

Iset ging mit ihr nach vorne und war auf den ersten Blick verwirrt von der Vielzahl der Anzeigen und Bedienelemente. Ihr Blick fiel nach draußen und sie war enttäuscht: Die Sicht durch die Cockpitfenster war schlechter als der seitliche Blick aus den Kabinenfenstern., Der Pilot erklärte ihr: „Das da vorne ist die Dunstglocke über Kairo. Wir fliegen über dem Dunst, aber nach unten kann man ganz schlecht sehen. Für uns ist das aber nicht relevant, weil wir ohnehin nach Instrumentenflugregeln unterwegs sind.“

Um ein Haar hätte Iset direkt in den Geist des Piloten geantwortet, sie konnte sich gerade noch zurückhalten. Die Kommunikation ohne Worte war ihr inzwischen so lieb geworden, dass sie das gesprochene Wort darüber manchmal vergaß.

„Und ich hätte gedacht, man könnte von hier oben sehen wie ein Vogel“ antwortete sie.

„Im Prinzip ist das ja auch so. Ein Vogel würde von hier das gleiche Bild haben. Aber kein Vogel würde so hoch fliegen. Und dann kommt noch eines hinzu: Die großen Greifvögel wie Adler und Geier, die sehr hoch fliegen, haben andere Augen als Menschen. Sie haben quasi ein Fernglas eingebaut, aber um den Preis, dass sie ihre Augen im Kopf nicht mehr drehen können. Sie müssen immer den ganzen Kopf drehen, um etwas anderes zu sehen. Deswegen haben die Greife auch ihren „starren Blick“ . Geier sichten jedes tote Tier schon aus unglaublicher Entfernung.“

„Danke für die Erklärung.“ sagte Iset höflich. Ich habe jetzt genug gesehen. Ich will ja keine Pilotin werden.“

„Was willst Du denn mal werden, wenn du groß bist?“ fragte der Pilot.

„Das ist doch klar: Ich werde Priesterin, und später einmal Oberpriesterin. So ist es mir bestimmt. Auf Wiedersehen, es war nett bei Ihnen.“ Damit war für Iset das Gespräch beendet.

Sie mochte es nicht, wie ein Kind behandelt und angesprochen zu werden. Dieses „wenn du mal groß bist“ hasste sie. Und weil Beat sie immer wie gleichrangig behandelte und ihre besonderen Talente dazu noch bewunderte, war er ihr liebster Gesprächspartner. Schade, dass er jetzt keine Zeit für sie hatte. Aber seine Zweisamkeit mit Tante Niit wollte er auch nicht stören. Da spielte sie jetzt lieber eine Runde Schach mit dem Computer. Schade, dass es kein Senet-Spiel für den Computer gab, aber Schach war wenigstes eine anspruchsvolle Alternative.

Sobald sie das Nildelta überflogen hatten und sich die unendliche Weite des Mittelmeer unter ihnen erstreckte, erlahmte auch Niits Interesse am Blick aus dem Fenster. Sie wendete sich lieber Beat zu und schaute ihn „Du, Beat, ich möchte mal ein kleine Experiment machen. Lass uns mal vorübergehend unsere Sternensteine tauschen. Da wir ja beide schon die komplette geistige Vereinigung erlebt haben, dürfte das ohne Risiko sein. Danach möchte ich versuchen, sie zu aktivieren.“

„Gut, hier ist mein Ring, gib mit deinen Ankh.“

Sie tauschte die Schmuckstücke miteinander aus und hielten jetzt jeweils das ihres Partners in der Hand. Ganz warm fühlte es sich an, so lebendig -irgendwie jedenfalls. Beat schaute Niit an:“Ich fühle deine Berührung des Stein körperlich. Ich spüre die Liebe in deiner Berührung. Fühlt du mich auch?“

„Ja, und es fühlt sich irgendwie – wie soll ich sagen - „richtig“ an. Es ist, als ob wir uns beide anfassen. Da der Stein sich jeweils auf unsere Körperschwingungen eingestellt hat, ist es ja auch so, dass er quasi ein Teil von uns geworden ist. Du hältst also mit dem Stein ein wirkliches Teil von mir in der Hand. Ich konzentriere mich jetzt auf deinen Stein, mach du mal gar nichts.“

Niits Bick verschleierte sich, sie schloss die Augen. Beide Sternensteine begannen, blau aufzuleuchten. Niit sah das Phänomen mit ihren geschlossenen Augen aber erweiterter Wahrnehmung und brach den Versuch ab.

„Offenbar funktioniert das Ganze auf dem Weg über meinen Stein in deiner Hand. Gib mir mal deine Hand, ich möchte, dass die Steine sich berühren und wir beide uns auch. Konzentriere dich mit mir zusammen, ich möchte das Gefühl der Vereinigung spüren. Wenn wir hier schon keinen Sex miteinander machen, dieses Gefühlt kommt dem am nächsten.“

Sie reichte Beat die Hand herüber und er ergriff sie, legte Niits Ankh-Anhänger mit dem Stein ganz sanft zurück in ihre Hand und platzierte den Stein so, dass er den Stein seines Ringes in ihrer Hand berührte. Er fühlt ein leichtes Prickeln in seiner Hand, als die Steine sich berührten und schaute Niit an. Sie nickte nur stumm und ihrem Gesichtsausdruck entnahm er, dass sie es auch gespürt hatte. Niit saß jetzt da, mit den beiden Juwelen in ihrer offenen Hand und Beat legte seine Hand obendrauf. Die Steine waren nicht zu sehen, aber beide fühlten sie die Aktivität. Sie schlossen die Augen. Sie fühlte, wie Energie und Wärme sie durchströmte, mehr als sie es jemals bei ihrem Stein gespürte hatten. Offenbar verursachte der direkte Kontakt eine Vermehrung der Kräfte der Steine. Im Bruchteil einer Sekunde hatten sie den vollständigen Grad der Versenkung erreicht und Ihre Energiekörper, die sich ja schon an den Händen hielten, verschmolzen. Das wunderbare Gefühl tiefer Vertrautheit durchströmte sie. Jeder dachte die Gedanken des Anderen, erlebte die Gefühle und Erinnerungen, sie waren jetzt eine gemeinsame Persönlichkeit. Niit griff Beat an die Hose, um das Gefühl seiner Männlichkeit zu spüren. Beat griff mit seiner freien Hand unter ihr Kleid. Bereitwillig nahm sie ihre Knie auseinander um ihm den Zugang zu erleichtern. So genossen sie das Gefühl ihrer Vereinigung, ohne dass es den Anderen auffiel, was genau sie dort trieben.

Urs hätte sich wohl auch kaum dafür interessiert, er hatte seine ganze Konzentration auf Nebbie gerichtet und war in lautloser Kommunikation mit ihr versunken. Sie machten sich Gedanken über ihre Unfruchtbarkeit und hatte gerade wieder einen Anflug ihrer traurigen Stimmung. Urs tröstete sie: „Ich würde es im Moment nicht zu sehr dramatisieren, Liebling. Du bist doch immer noch im besten Alter, Kinder zu bekommen, und wir werden gemeinsam schauen, was wir tun können. Außerdem werden wir die Göttin um Hilfe bitten. Die Göttin wird uns den richtigen Weg weisen.“

Nebbie wischte sich eine Träne aus ihrem Auge und sah Urs an: „Du hast recht, es ist jetzt nicht die Zeit, in Verzweiflung zu erstarren. Wir müssen nach vorne schauen und nach einer Lösung suchen. Vielleicht finden wir wirklich eine. Komm, küss mich!“

Und damit war das Signal gegeben zu einem Dauerkuss. Sie beide klammerten sich aneinander, streichelten sich die Köpfe und die Körper und Nebbies trübsinnie Stimmung verflog.

Als kurze Zeit später ihre Flugbegleiterin das Essen auftrug, war sie schon wieder ganz die alte.

„Zuerst müssen wir euch beiden Hübschen durch das Examen schleusen, dann kommt alles weitere.“

Frank und Iset diskutierte ihr weiteres Vorgehen in Zürich. Iset schlug vor, mindestens für eine Nacht ein Hotel in Zürich zu nehmen und Frank pflichtete ihr bei: „Wir müssen vermutlich auch einkaufen. Die Kleine braucht entsprechende Kleidung. Mit dem, was sie in Periset normalerweise trägt, wird man sie in der Schweiz wohl etwas schief anschauen, abgesehen davon, dass sie auch warme Wintersachen braucht. Vielleicht reicht eine Übernacht noch nicht mal.“

Iset sagte: „Nebbie wird mit Urs gleich weiterfahren in das Dorf seiner Eltern. Niit muss hier noch zur Bank Eventuell wird sie auch noch was an Kleidung einkaufen wollen. Viellicht kommen Niit und Beat ja noch für eine Übernachtung mit ins Hotel.“

„Dann frag sie doch einfach“

„Mach ich ja schon.“ Iset konzentrierte sich auf ihren Sternenstein „Du, Niit?“

Niits Antwort war etwas unerwartet: „Ich bin gerade beschäftigt, melde mich gleich.“

Niit ließ sich aus der Verbindung mit Beat herausgleiten. Beide schauten sich tief in die Augen und Beat sagte: „Ich möchte niemals mehr ohne dich sein. Mir ist, als wärest du ein Stück von mir.“

Niit lächelte zurück: „Darauf werde ich schon aufpassen. Aber jetzt will ich mal sehen, was Iset von mir wollte.“

„Hallo Iset, jetzt kann ich antworten. Ich war auf meine Verbindung mit Beat so konzentriert, dass ich für etwas anderes nicht bereit war. Was gibt's“

„Es geht um unser Vorgehen in Zürich. Du musst ja noch zur UBS-Bank, eventuell brauchst du noch angemessene Kleidung für die kommende kältere Zeit und du willst ja sicher auch nicht wie ein Exot aussehen. Deswegen die Frage: Kommst du mit uns für ein bis zwei Nächte in ein Hotel oder willst du mit Beat alles allein beordnen?“

„Nein, Iset, wir kommen gern mit euch. Dann machen wir einen schicken Einkaufsbummel zusammen. Aber vielleicht hilfst du mir im Gegenzug in der Bank. Du hast mit Ausländern mehr Erfahrung als ich, insbesondere, was deren Mentalität angeht.“

„Ach was. Beat und Urs sind doch auch Auländer. Und du tust, als hätten die Schwänze und Hörner auf dem Kopf...“

„mhhh. Nun ja, Schwänze schon, aber nicht hinten. Und das mit den Hörnern ist doch irgend so eine Redensart oder ein Sprichwort, nicht wahr?“

Iset lachte. „Das ist hier aber nicht gemeint. Das sind doch nur die Ehemänner, deren Frau ohne ihr Wissen fremdgefickt hat. Da sagt man, denen wurden Hörner aufgesetzt, zum Zeichen, dass sie Ochsen sind.“

„Find' ich ne blöde Redensart. Wenn ich mit einem Mann vögeln will, nehme ich ihn mir. Da hat doch Beat nichts mit zu tun.“

„Du würdest es ja auch nicht vor ihm verheimlichen. Aber abgesehen davon, hast du denn das Bedürfnis nach einem anderen Mann?“

„Entschieden nein. Seit ich Beat habe, denke ich Tag und Nacht nur an ihn.“

„Siehst du, damit kann das mit dem Ochsen eventuell auch zusammenhängen. Ein Ochse ist eben kein Stier.

Aber zurück zu deiner Eingangsfrage: Zur Bank komme ich gerne mit. Eventuell brauchst du mich sogar dabei.“

„Dann ist ja alles geregelt.“ Sie unterbrachen das lautlose Gespräch und Beat schaute Niit fragend an.

„Ich habe gerade mit Iset abgemacht, dass wir mit ihr zusammen noch ein bis zwei Tage im Hotel bleiben um unsere Aufgaben hier zu erledigen. Ich habe ja nur meine Afrika-Kleider und will hier nicht als Exotin auffallen.“

„Du gefällst mir aber als Exotin ausnehmend gut!“ antwortete Beat, „aber ich gebe zu, hierzulande trägt man stonewashed Jeans und Jacken von Jack Wolfsskin. Wir werden dich wie eine moderne Schweizerin verkleiden. Obwohl ich es bedaure, wenn du deine Reize dann vor mir versteckst.“

„Deine Stunde kommt auch noch. Ich stell mir gerade vor, wie es wohl mit einem kleinen Ringkampf zwischen uns beiden wäre. Der Sieger darf oben liegen...“

„Das ist unfäir! Dann verliere ich ja freiwillig!“

„Dann muss eben der Verlierer alles tun was der Sieger will!“

„Meinst du, das Ergebnis wäre ein anders?“

„Lass mir doch die Illusion. Manchmal möchte ich auch von dir besiegt werden. Das ist stimmungsabhängig. Und wollen tun wir sowieso das gleiche...“

„Ja, die Frauen wollen immer nur das eine...“

„Die Männer doch auch!“

„Hab ich das bestritten?“

Beide lachten. Weiter kamen sie mit der Diskussion nicht, denn jetzt wurde erstmal wieder geküsst.

Niit sendete lautlos: „Dieses Geplänkel hat mich schon wieder geil gemacht. Ich kann es kaum erwarten, mit dir ins Bett zu kommen!“

Beat sendete zurück: „Ein wenig wirst du dich gedulden müssen. Aber wir sind bald da. Schau aus dem Fenster, wir haben Berge unter uns. Dort, zwischen den Wolkenlücken kannst du sie sehen!“

Niit sah aus dem Fenster, aber bald hatte eine geschlossene Wolkendecke den Boden vor ihrem Blicken abgeschirmt.

„Sag mal, Beat, hast du deine Eltern denn schon vorgewarnt, dass du nicht allein kommst?“

„Ja, ich hab sie angerufen. Sie freuen sich auf dich. Allerdings habe ich deine Vorzüge auch in den höchsten Tönen gepriesen.“

„Dann kann ich sie ja nur noch enttäuschen, wenn sie denn meine dunkle Seite kennenlernen. Ich bin schließlich als dominant und herrschsüchtig verschrien.“

„Mein Engelchen. Mir ist egal, was die anderen von dir sagen, Ich will dich genauso wie du bist. Dazu gehören alle deine Seiten, die hellen wie die dunklen. Man kann nicht nur eine Hälfte von jemandem lieben. Und ich habe schließlich auch meine Macken, und die bekommst du mit, ob du willst oder nicht.“

Niit kuschelte sich ganz eng an Beat und tätschelte seine Wange: „Wir haben uns inzwischen intensiver kennengelernt als die meisten Menschen in vielen Jahren. Ich will dich so wie du bist. Du bist schon in Ordnung. Und darüber hinaus bist du der Vater meines werdenden Kindes.“

„Irgendwie kann ich es mir noch gar nicht richtig vorstellen, eine Familie zu haben, ein Kind. Andererseits aber freue ich mich darauf. Nur ist mir vor der Zukunft ein bisschen bange. Wovon werden wir leben? Ich brauche doch eine Arbeitsstelle mit der ich eine Familie ernähren kann... „

Niit lachte leise: „Da bändelst du mit einer der vornehmsten und reichsten Frauen des Landes an und machst dir Sorgen um die finanzielle Zukunft, Das sollte deine geringste Sorge sein. Mein Schatz, um Geld werden wir uns kaum kümmern müssen. Frage dich lieber, ob du der Aufgabe, ab jetzt ein „Offizieller“ zu sein, gewachsen bist. Sei Froh, dass wir es mit der Presse nicht so haben wie ihr. Wenn es nämlich so wäre, hätten wir ständig zwei bis fünf Klatschreporter und Paparazzi auf unseren Fersen und überhaupt kein Privatleben mehr. Als sei dankbar, dass wir unser Land vor all dem bisher bewahren konnten. Und sei sicher, zu tun wirst du genug haben.“

Wenig später erklang ein Gong und die Anschnallzeichen leuchteten auf. Niit blickt gebannt aus dem Fenster als der Flieger landete. Sie bekamen eine Parkposition auf dem Vorfeld zugewiesen und wurden von einem Kleinbus abgeholt.

Die Einreiseformalitäten liefen problemlos und so trafen sich die sieben im Ausgangsbereich zum Abschied nehmen. Urs und Nebbie fuhren ab hier alleine weiter. Es gab noch einmal eine herzliche Umarmung von allen und dann verschwanden sie über die Rolltreppe nach unten in den Flughafenbahnhof der SBB. Ab hier war es Nebbie, die hinter Urs herlief, dies hier war sein Revier und er hatte ganz selbstverständlich die Führung übernommen.

Die anderen fünf wollten ein Taxi nehmen und erstmal ein Hotel suchen. Dazu brauchten sie erstmal etwas Bargeld. Beat sagte: „Ich hab' einiges an Franken bei mir, wir brauchen uns mit Wechseln nicht aufzuhalten. Aber mit dem Taxi müssen wir schauen, dass wir ein Großraumtaxi bekommen, die meisten nehmen nur 4 Passagiere mit. Aber wir sind ja Blöd. Kommt mit runter zum Bahnhof, dann fahren wir mit dem Zug zum Hauptbahnhof, der ist direkt im Zentrum und der Zug geht alle zehn Minuten!“

So trafen sich dann alle wieder unter fröhlichem Gelächter auf dem Bahnsteig und sie alle sieben fuhren im selben Zug und trennten sich erst am Hauptbahnhof. Urs und Nebbie fuhren weiter, die anderen fünf überquerten die Straße vor dem Bahnhof und checkten im Schweizerhof ein.

Sie ließen die Koffer unausgepackt im Zimmer stehen und Niit rief bei der Bank an. Immerhin ging es um eine erhebliche Summe, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wieviel Sinwe hier in der Schweiz angehäuft hatte. War der Ton am Telefon zunächst kühl zurückhaltend gewesen, wandelte er sich im Laufe des Gespräches immer mehr in Richtung „zuvorkommend und servil“. Offenbar hatte man schon während des Gespräches anhand eines Computers festgestellt, dass es sich wirklich um Summen handelte, die oberhalb des gewöhnlichen Rahmens lagen.

„Wir richten uns ganz nach ihnen, gnädige Frau, wir können auch gerne einen Termin außerhalb der Geschäftszeiten vereinbaren, wenn es ihnen recht ist.“

Niit war der Wechsel im Ton des Gespräches sofort aufgefallen und sie zog ihre eigenen Schlüsse und lächelte. „Morgen früh neun Uhr. Ich habe nicht viel Zeit. Ich möchte einen Gesprächspartner, der alle Entscheidungskompetenzen hat.“

„Sehr wohl, gnädige Frau. Der Herr Direktor wird persönlich anwesend sein. Wir freuen uns auf ihren Besuch!“

„Auf Wiedersehen!“ Niit hatte ihrem Tonfall absichtlich einen etwas hochnäsig-arroganten Zug verliehen.

„Auf Wiedersehen gnädige Frau!“

Das war erstmal erledigt. Nun konnten sie sich gemeinsam in das Einkaufsgetümmel stürzen.

Iset merkte, dass sie nicht warm genug gekleidet war und meinte: „Wir müssen uns am besten gleich hier etwas wärmer anziehen. Sonst holen wir uns sofort eine Erkältung. Schaun wir mal, was in den Koffern alles drin ist. Das ist ja wie eine Wundertüte, wenn man nicht selber für sich packt.

Offenbar hatte Mutter Iset an alles gedacht. Franks Anzug und Krawatte war im Koffer und auch alles was an warmer Kleidung verfügbar war für sie und die Kleine. Was sie neu kaufen mussten, waren Hosen, Jeans hatten sie in Periset nicht, für das heimische Klima waren sie ja auch nicht unbedingt praktisch zu nennen, aber hier würden sie sie brauchen. Und was die Schule anbetraf: Sie würde von dort eine Liste bekommen. Offenbar gab es so eine Art vorgeschriebener Einheitskleidung. Eigentlich ganz praktisch, wenn man Standesunterschiede damit gar nicht erst kenntlich machte. So wären sie alle gleich.

So kam es, dass sie dann doch die Koffer auspackten, wo sie doch so schnell wie möglich zum Einkaufen wollten. Aber wer will schon gerne frierend zum Einkaufsbummel?

Niit und Beat waren etwas schneller fertig als Frank und Iset, weil diese ja noch dafür sorgen musste, dass die Kleine warm genug angezogen war.

Sie trafen sich wieder im Foyer und zogen dann gemeinsam los. Beat und Frank waren mit allem was sie für dieses Klima brauchten, schon richtig ausgestattet. Winterkleidung würde Beat bei sich zuhause mitnehmen. Iset würde auch nicht viel brauchen, weil sie ja nicht lange bleiben würde, nur die Kleine brauchte so allerlei, und Niit natürlich auch. So streiften sie durch Kaufhäuser und Boutiquen, bis sie am Ende erschöpft mit ihren Tüten und Schachteln ein Café ansteuerten. Nach einer schönen Tasse Kaffee fühlten sie sich schon wieder etwas besser und sie traten den Rückzug in Hotel an.

Sie aßen im Hotel und gingen dann frühzeitig zu Bett, weil sie ja schon recht früh ihren Banktermin hatten. Zum Frühstück hatten sie sich um acht Uhr verabredet.

Niit ließ sich mit einem Seufzer auf das Bett fallen und meinte: „Dieses Laufen auf Pflaster ist nicht mein Ding. Meine Füße fühlen sich an, als würden sie glühen!“

Beat wusste zwar, dass dies nicht als Aufforderung gemeint war, aber er ergriff sofort die Initiative und massierte Niit die Füße.

„Mhh,“ seufzte sie, „Das tut gut!“

Beat dehnte seinen Tätigkeitsbereich weiter aus. Kurzerhand zog er Niit komplett aus und massierte ihren ganzen Körper mal mit festem Griff, mal zart streichelnd. Niit schloss die Augen und schnurrte wie ein Kätzchen, insbesondere, da Beat jetzt auch ihre sensiblen Regionen in die Streichelmassage mit einbezog. Niit wurde feucht zwischen den Beinen. -nein, eher nass; und auch Beats Lustbarometer kletterte auf „hoch“

Niit griff nach Beats Gürtel und öffnete ihn, dann machte sie kurzerhand seine Hose auf und zog sie herunter. Beat half ihr und streifte sie sich von den Beinen und zog sich rasch komplett aus. Sie griff nach seinem Schwanz und zog ihn zu sich heran. „Komm her, ich muss dich jetzt in mir spüren!“

Auf diese Weise hatte sich das, was als Fußmassage angefangen hatte, ganz wie von selbst zu einem kompletten Liebesakt ausgeweitet. Die ganze Erschöpfung und Müdigkeit war plötzlich wie weggeblasen und die Beiden streichelten sich gegenseitig, küssten sich und alberten herum wie die Halbwüchsigen um am Ende dann erschöpft in die Kissen zu sinken. Beat hatte sich noch einen Rest von Vernunft bewahrt und den Wecker gestellt, so dass sie am nächsten Morgen wenigstens pünktlich erwachten.

Als sie gemeinsam unter der Dusche standen und ihre Körper aneinander rieben, war es auch wieder Beat, der sie zur Ordnung rief: „Schatz, ich würde jetzt auch gern weitermachen, aber vergiss nicht, du hast gleich einen Termin. Also Mädel, mach dich fertig!“

Beat bekam einen Kuss auf Mund und Nasenspitze und Niit hüpfte aus der Dusche um sich abzutrocknen. Beat folgte umgehend, und zur verabredeten Zeit waren sie alle beim Frühstück, das zwar hervorragend war, aber sie waren nicht so recht bei der Sache. Niit und Iset waren in Gedanken schon mit dem Nachlass von Sinwe beschäftigt. Sie hatten keine Ahnung, wie viel es sein würde; denn dass es nicht wenig war, war ihnen klar.

Sofort nach dem Frühstück eilte Niit in ihr Zimmer, um die Akten zu holen und auch Iset machte sich fertig.

Als sie sich wieder im Foyer trafen, gaben sie ein ganz anderes Bild ab als noch vor wenigen Minuten: Iset trug ein dunkelblaues Kostüm, Niit einen knöchellanges schlichtes Kleid, das ihre Figur vorteilhaft betonte, darüber einen Mantel. So stellte man sich Geschäftsfrauen vor. Adrett, korrekt gekleidet, von schlichter, aber teurer Eleganz.

Beim Concierge erkundigten sie sich nach der Bank, für die fünfhundert Meter vom Hotel brauchten sie kein Taxi und gingen los. Die Kleine ließen sie in Beats und Franks Obhut zurück. Die Drei würden vermutlich keine Langeweile miteinander haben.

Bei der Bank wurde sie sofort von einem Portier in Empfang genommen und durch die Schalterhalle hindurchgeführt zu einem Aufzug, der sie in das oberste Stockwerk brachte. Der Portier begleitete sie und bediente auch die Aufzugköpfe, offenbar hatte er nur auf ihr Erscheinen gewartet und hatten seine Instruktionen.

In der obersten Etage stiegen sie aus und der Portier klopfte an eine Tür. Ein dicke, gepolsterte Tür öffnete sich und sie wurden in eine Art Konferenzraum geführt. Vorn der anderen Seite öffnete sich gleichfalls eine Tür und ein Mann, Anfang vierzig mit etwas rundlichem Gesicht und einer randlosen Brille betrat den Raum. Seine Miene zeigte ein etwas gekünstelt wirkendes Strahlen und mit ausgestreckter Hand kam er auf die beiden Damen zu und begrüßte sie, als würde er sie seit langem kennen, dabei hatten sie sich noch nie vorher gesehen. Er stellte sich vor als Herr Geldner, Direktor des Wealth-Management der UBS. Sein Zuständigkeitsbereich war, das Vermögen von Reichen zu verwalten und nach Möglichkeit zu mehren.

Nachdem die Begrüßungs und Vorstellungsprozedur vorbei war und ihre Mäntel zum Aufhängen an irgendeine Garderobe in einem Nebenraum gebracht worden waren, legte Niit ihre Mappe auf den Tisch und erklärte ihr Anliegen: „Wir sind die Rechtsnachfolger im Vermögen des verstorbenen Sinwe aus Periset. Ich habe hier alle nötigen Legitimationen dabei. Für uns ist wichtig, erst einmal die Genaue Größe des Vermögens zu ermitteln und es dann weiterhin gewinnbringend anzulegen bzw. verwalten zu lassen. Wenn wir von Ihnen ein entsprechendes Angebot bekommen, könnten wir durchaus geneigt sein, die Verwaltung weiterhin in Ihren Händen zu lassen. Das aber ist von der Art Ihres Angebots abhängig. Sie haben es in der Hand.“

Der Banker war offenbar gut vorbereitet zum Termin erschienen. Er warf einen kritischen Blick auf die Unterlagen, die Niit ihm vorlegte und holte seinerseits einen Stapel Papier aus seiner Tasche.

„Das Vermögen, das wir hier verwalten, beläuft sich auf gut zweieinhalb Milliarden Schweizer Franken.“

Iset unterdrückte einen Ausruf der Überraschung und hörte weiter zu.

„Der Verstorbene ist weltweit tätig gewesen und hat einige gut gehende Hotels und ...Wellnesseinrichtungen an bevorzugten Orten, die einen ständigen Gewinn abwerfen, den er jeweils hier angelegt hat. Mit zweiter Klasse hat er sich nie abgegeben, sondern alles war immer vom Feinsten. Hier ist die Übersicht über sein Anlagevermögen bei uns und die Entwicklung. Da er nicht in Derivate investiert hatte, ist die Finanzkrise auch ziemlich spurlos an ihm vorüber gegangen. Die generelle Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen sehr erfreuliche Verlauf.“

Mit der Hand wies er auf Tabellen, Diagramme und Kurven, um die Akten dann wieder einzupacken.

„Ich würde Ihnen empfehlen, die Verwaltung des Vermögens in der gleichen, konservativen Weise weiterzumachen, dann kann sich der Wert nur Positiv weiterentwickeln. Unser erfahrenes Team steht Ihnen dabei gerne zur Seite.“

Iset ergriff das Wort: „Hätten sie bitte genauere Informationen über die laufenden Geschäfte des Herrn?“ Die winzige Pause, die er vor dem Wort „Wellnesseinrichtungen“ gemacht hatte, war ihr nicht entgangen.

„Zufällig bin ich mit dem Generalbevollmächtigten seiner Hotels gut bekannt und kann ein Treffen vermitteln. Einen Moment, ich muss eben telefonieren.“

Er ging in einen Nebenraum, um das Gespräch zu führen und kam dann mit seiner berufsmäßig strahlenden Miene wieder heraus

„Sie könnten ihn heute um 14 Uhr treffen. Sollen wir das Treffen in unserem Hause arrangieren?“

„Gern“ sagte Niit und Iset nickte beipflichtend. „Wir könnten jetzt einige technische Dinge regeln. Zum Beispiel, wie ich von wo Zugriff auf die Konten habe und dergleichen. Wir werden die Vermögensverwaltung vorerst in Ihren Händen lassen, über Änderungen werden wir Sie zu gegebener Zeit informieren. Ich benötige dann auch noch die Informationen über die direkten Kommunikationswege. Ich bin nicht gewöhnt, mich von Sekretärinnen abspeisen zu lassen.“

Niits Tonfall zeigte Bestimmtheit gepaart mit etwas Mehr als nur einer Spur Arroganz. Es reichte aus, um den Herrn Geldner zu beeindrucken. Er wusste, es würde für die Bank ein schwerer Schlag sein, ein Anlagevermögen in dieser Größenordnung zu verlieren, und so würde er alles daransetzen, diesen Kunden zu behalten, auch wenn es von der Person her jetzt jemand anderes war; was zählte, war die Summe.

„Für die technischen Details werden wir alles vorbereiten. Wenn Sie heute mittag um wiederkommen, können Sie alles sofort mitnehmen.“

„Vielen Dank, Herr Geldner, bis dann.“

Herr Geldner drückte auf einen verborgenen Knopf, eine Sekretärin kam herein und brachte die Mäntel. Sie verabschiedeten sich und standen kurz darauf vor dem Gebäude, das von außen Unerschütterlichkeit ausstrahlte, mit den Säulen, die sich über drei Stockwerke der Fassade erstreckten. Iset wusste aber, dass die Bank ihre Probleme hatte, weil viele der amerikanischen Kunden ihre Einlagen abzogen. Nun, sie würden es sich überlegen. Die Bank hatte nach dem verlustreichen letzten Jahr ja immerhin wieder schwarze Zahlen geschrieben.

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Nebbie fuhr überrascht aus dem Halbschlaf hoch, in den sie das monotone Gerüttel der Bahnfahrt gewiegt hatte. „Wir sind da“ sagte Urs noch einmal und stand auf. Er half Nebbie aus dem Sitz hoch und in ihren Mantel, dann zog er sich an und mit ihren Koffern verließen sie die Bahn. Nebbie stand zuerst etwas orientierungslos auf dem Bahnsteig, aber Urs übernahm wie selbstverständlich auch hier die Führung. Der Zug war sofort wieder abgefahren und das Rollen der Kofferräder auf dem Pflaster war das vorherrschende Geräusch. Urs sagte: „Schau mal, wir werden schon erwartet!“

Am Ende des Perrons sah Nebbie ein Ehepaar mittleren Alters stehen, auf das Urs mit schnellen Schritten zustrebte. Er umarmte erst die Frau: „Hallo Mama!“ - „Hallo Bübli, schön, dass du da bist!“

Dann war der Vater an der Reihe, der den Sohn mit fester Umarmung an seine Brust drückte.

„Darf ich euch vorstellen: Das sind meine Eltern“ sagte er, an Nebbie gewandt, und zu seinen Eltern: „Das ist Nebet-Hut, meine Verlobte.“

„Bitte nennen sie mich einfach Nebbie, alle meine Freund tun dies!“

Nebbie wollte Urs' Mutter brav die Hand geben, aber diese breitete ihre Arme aus und drückte sie an sich und küsste Nebbie auf beide Wangen. „Herzlich willkommen in unserer Familie. Und bitte Lass das „Sie“ weg. Ich bin die Heidi, und mein Mann ist der Jürg.“

Auch Jürg schloss sie genauso herzlich in die Arme. Dann wandte er sich mit etwas tadelndem Unterton an Urs. „Aber Bub, du hättest uns ja auch eher was sagen können.“

„Geh, Papa, für mich war es doch fast so überraschend wie für euch. Aber so ein Prachtmädel gibt’s auf der Welt nur einmal, da musste ich einfach zugreifen.“

Nebbie lachte. „Fragt sich, wer hier wen gegriffen hat. Ich denke mal, da kommen wir fast auf ein Unentschieden. Und weil ich ein Zwilling bin, gibt mich wohl nochmal auf der Welt.“

„Ja, aber Iset ist nun mal schon vergeben.“

Urs Eltern schauten sich in stummem Einverständnis an und lächelten.

„Wenn ihr euch einig geworden seid, können wir dann zum Auto gehen?“ meinte Heidi.

Sie hob wie schnuppernd die Nase in die Luft: „Es wird wohl bald regnen, schaun wir mal, dass wir trocken weg kommen!“

Vor dem Bahnhof steuerten sie einen grünen Geländewagen an. Jürg verlud die Koffer und die jungen Leute setzten sich auf die Hinterbank. Urs griff nach Nebbies Hand und sie erwiderte den Druck. Sie sendete in seinen Gedanken: „Dieser warmherzige Empfang war wunderbar. Das war ja so, wie es auch in meiner Familie üblich ist, ich fühle mich hier gleich zuhause!“

„Du bist ab jetzt doch auch hier zuhause. Auch für mich ist die Familie der wichtigste Anker. Bei dir hab ich gefühlt, dass du zu mir passt, und deswegen wirst du meine Eltern auch mögen, weil wir aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Meine Eltern haben mich immer unterstützt und ich weiß, dass sie immer zu mir halten werden. Deswegen komme ich auch immer gern nach Hause zurück.“

„Mein Liebling, wenn du nicht so wärst wie du bist, würdest du auch nicht so zu unserer Familie passen. Ich glaube, die Göttin hat es so gewollt.“

„Du bist meine Göttin, Nebbie. Ich bete dich an.“

Nebbie lächelte ihn an. Ich bin zwar Kind der Göttin, aber durchaus menschlich. Du sollst mich nicht anbeten; ich werde auch so versuchen deine Wünsche zu erfüllen.“

„Danke.Was kann ich mir mehr wünschen? Ich wüsste nichts“

Nebbie kuschelte sich an seinen Arm. Jürg sah es im Rückspiegel und lächelte still in sich hinein. Er gönnte seinem Urs das Glück, die Frau war zwar etwas älter als sein Bub, aber so eine tolle Frau, da verstand er vollkommen, das Urs gesagt hatte, da müsse er zugreifen. Er wollte jetzt die traute Zweisamkeit der beiden auf der Rückbank nicht stören, aber er hätte gerne noch mehr über Nebbie gewusst. Was war sie? Fotomodell oder Filmstar? Das Aussehen hatte dafür hatte sie. Oder ging sie einem „normalen“ Beruf nach? Er würde wohl noch Gelegenheit haben, seine Fragen anzubringen.

Es ging ein ganzes Stück in die Berge hoch, auf krummen Straßen, deren Qualität immer schlechter wurde. Sie durchfuhren verschiedene Ortschaften, dann schließlich hielten sie vor einem abgelegenen hölzernen Chalet.

„Da sind wir,“ sagte Urs zu Nebbie, „hier bin ich aufgewachsen.“

„Es ist wunderschön hier“ antwortete Nebbie. „Zwar ein wenig kalt, aber so wunderbar grün alles. Für mich ist Grün noch mehr Farbe des Lebens als Rot. Rot symbolisiert Blut, aber grün das Leben allgemein. Ich denke übrigens viel in Symbolen.“

Sie stiegen aus und wurden schon an der Tür von einem riesigen Hund begrüßt, der Nebbie neugierig beschnupperte. Dann drückte er ihr die Nase in Schritthöhe zwischen die Beine und zog kräftig die Luft ein. Die Geruchsprobe schien offenbar zu seiner Zufriedenhaeit ausgefallen zu sein, denn er leckte Nebbie kräftig über die Hand. „Geh, Ajax, lass das!“ schimpfte Heidi mit dem Hund. „Ich versteh gar nicht, wieso der so zutraulich ist, Fremden gegenüber ist er sonst ganz zurückhaltend“

Urs lachte: „Nebbie ist für ihn keine Fremde, sondern er akzeptiert sie offenbar auch schon voll als Familienmitglied.“ Und an Nebbie gewandt sendete er „Offenbar hat er bei dir meinen Geruch gefunden, der Schlingel.“ Er grinste und Nebbie grinste zurück.

Nebbie wurde von Urs' Eltern durch das Haus geführt. Die Einrichtung war rustikal, fast alles aus Holz. Auf den Tischen lagen rot-weiss-karierte Tischdecken und an den Fenstern waren überall Blumen dekoriert.

Als sie in die Küche kamen fragte Heidi: „Kannst du gut kochen? Der Urs liebt die deftige Küche.“

„Ich kann es schon. Ja, aber wir haben meist genug Personal, die das für uns übernehmen.“

Nebbie sah sie an und bemerkte, wie es in Heidi arbeitete. Sie lächelte, als sie sagte: „Nun komm, ich seh doch, wie du voller Fragen steckst, und nicht weißt, was du zuerst fragen willst. Was möchtest du wissen?“

Nebbie sah ihr die Erleichterung an, als sie antwortete: „Na, alles natürlich. Du gehörst doch jetzt quasi zu unsrer Familie und i weiß nix über di. Wo kommst du her, was machst du, was habt ihr vor?“

„Ich komme aus Periset, das ist ein kleine Stadt mit etwas Umland in der Nähe vom Nil. Dort stehe ich im Dienst des Tempels „Hut Iset“, das heißt „Großes Haus der Isis“ und ich bin Ärztin, in erster Linie Frauenärztin und zuständig für die Geburtshilfe.“

„Das ist ja schön, wo doch der Urs auch Arzt werden will, da habtst ihr ja gemeinsame Interessen.“

„Ja, und ich will ihn jetzt bei seinen Examensvorbereitungen etwas unterstützen.“

Wieder arbeitete es hinter Heidis Stirn und sie fragte: „Ihr beiden seid ja in völlig verschiedenen Welten aufgewachsen. Ist das nicht ein Risiko für euch? Kann das gutgehen mit einer Ehe, so zwischen zwei Kulturen?“

Nebbie blickte sie ernst an. „Die Frage haben wir uns beide gestellt und mit ja beantwortet. Wir gehen nicht blind in ein unbekanntes Risiko, sondern wissen um die Problematik. Urs hat sich unserer Glaubensgemeinschaft angeschlossen. Ich hoffe, es beunruhigt dich nicht, aber die Göttin will ihn. Wir haben keine Wahl.“

Nun war Heidi erst recht verwirrt. „Was ist das für eine Glaubensgemeinschaft? Seid ihr Moslems oder Christen oder was? Mein Junge hat doch für Religion nie sonderlich viel übrig gehabt.“

„Nein, wir sind weder Muslime noch Christen. Wir nennen uns „Die vom alten Glauben“ und wir waren schon da, tausende von Jahren bevor Christus geboren wurde. Unsere Göttin ist Isis, die Göttin der Liebe, die den Fortbestand des Lebens garantiert. Als der Kult mit dem aufkommenden Christentum verboten wurde, sind wir in den Untergrund gegangen und der Kult hat sich bis heute erhalten, und ich bin stolz, seine Priesterin sein zu dürfen. Ich rede mit dir so frei darüber, weil wir jetzt zu einer Familie gehören, ansonsten haben wir Außenstehenden gegenüber Geheimhaltungspflicht, aus Vorsicht zur Sicherheit unseres Volkes, denn wir leben immer noch im Untergrund. Schließlich ist Ägypten der Islam Staatsreligion, und man duldet dort keine Andersgläubigen. Aber Urs ist davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben, und ich bin es auch. Wer weiß, vielleicht tretet auch ihr unserer Gemeinschaft bei, wenn ihr sie erst richtig kennengelernt habt. Die Göttin ist großherzig und ihr seid ihr sicher willkommen.“

„Mein liebes Kind, nun mal nicht so schnell. Ich bin zwar keine große Kirchgängerin, aber ich bin christlich aufgewachsen, das kann ich nicht so einfach über Bord werfen. Lass mir meinen Glauben, ich lass dir deinen, ist das in Ordnung?“

„Vorerst ja. Aber verschließe dich nicht vollkommen, und sei bereit, das zur Kenntnis zu nehmen, was unseren Glauben ausmacht. Mit Toleranz ist uns aber schon viel geholfen.“

Nebbie umfasste ihre künftige Schwiegermutter spontan mit beiden Armen und drückte ihr einen Kuss auf beide Wangen. „Egal, was auch immer kommt, wir gehören schließlich jetzt zu einer Familie, und bei uns ist es Tradition, dass Familien zusammenhalten, was auch geschieht.“

Heidi strahlte und setzte den Rundgang mit ihr durch das Haus fort.

Urs war mit seinem Vater im Wohnzimmer geblieben und beantwortete fast die gleichen Fragen, die Heidi an Nebbie gerichtet hatte: Habt ihr euch das gut überlegt, wo ihr doch verschiedenen Kulturkreisen entstammt, ob da eine Ehe gutgehen kann?“

Urs beruhigte ihn: „Wir sind uns dessen bewusst. Aber für uns gibt es keine Alternative. Ich will sie, und sie will mich. Und eine Zukunft habe ich dort auch. Es tut mir leid, dass es so weit von euch weg ist, aber wir werden gelegentlich vorbeischauen. Email haben wir auch.“

Inzwischen hatte Heidi ihre Führung beendet und war mit Nebbie im Wohnzimmer eingetroffen, dann verabschiedete sie sich: „Ich gehe jetzt mal eben in die Küche und mache uns etwas zu essen. Ach ja, Urs, was ich noch sagen wollte: Schlafen könnt ihr im Gästezimmer, dort ist ein breites Bett, in deinem Jugendzimmer ist es ja viel zu eng.“

„Danke Mama, aber damit wären wir auch zurechtgekommen.“

Heidi lachte: „Das glaub ich dir gern, aber breiter ist doch schöner, gell“

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Iset und Niit beratschlagten: „Wir werden während des Gespräches den Gedankeninhalt dieses Generalbevollmächtigten untersuchen, ich möchte keine unliebsamen überraschungen erleben. Vielleicht wird er versuchen, uns über den Tisch zu ziehen. Andererseits hat er ja auch etwas zu verlieren, er sollte sich mit uns also gut stellen.“

„Was sagst du zu ...Wellnesseinrichtungen“ was könnte damit gemeint sein?“

„Ich habe Gedanken von Sex aufgefangen, das schien dem Herrn Geldner etwas Peinlich zu sein, das auszusprechen, deswegen hat er es so umschrieben.“

„Gut wir haben gerade noch Zeit etwas zu essen, dann werden wir uns in die Höhle des Löwen wagen.“

Sie bummelten noch ein wenig durch die Bahnhofstraße und waren viel zu früh wieder vor der Bank.

„Hier nebenan habe ich ein Starbucks gesehen, lass uns mal da rein gehen“

So überbrückten sie die Wartezeit mit einer Tasse Kaffee und einem Brötchen um dann pünktlich wieder bei der Bank vorzusprechen.

Die Prozedur kannten sie nun ja schon. Der Portier begleitete sie bis in die oberste Etage und offnete ihnen den Konferenzraum. Von der anderen Seite kam Herr Geldner mit einem gutaussehenden Mann im mittleren Alter, den er als Rechtsanwalt Dr. Sprüngli vorstellte.

„Ich lasse sie jetzt allein. Wenn sie mich brauchen, drücken sie bitte auf diesen Knopf hier, dann komme ich.“

Nun saßen sie zu dritt und schauten sich erwartungsvoll an.

Niit eröffnete das Gespräch, indem sie sich erstmal vorstellte und dann fragte sie: „Welcher Art sind diese Geschäfte, die Sinwe gemacht hatte, denn nun genau. Herr Geldner sprach von „Wellness“, aber dieser Begriff kann eine ganze Menge bedeuten, ich bitte um konkrete Angaben!“

Herr Dr. Sprüngli druckste etwas herum, dann sagte er: „Ich will nicht drumrum reden, es handelt sich in erster Linie um Sexclubs, und zwar weltweit.“

Isis entfuhr ein Ausruf. „Das ist ja wunderbar, wir wollten ohnehin in dem Markt tätig werden!“

Herr Dr Sprüngli schaute sie mit Verwunderung aber offenbar auch mit Erleichterung, an. Nun brauchte er sich nicht mehr zurückzuhalten.

„Es gibt einen Club in Ägypten am roten Meer, einen in der Karibik, einen auf den Kapverdischen Inseln mehrer in Deutschland und in der Schweiz, dann etliche vereinzelt über Europa verteilt. Die Nachfrage ist ungeheuer, die Promotion geschieht über Mundpropaganda und über Internetforen.

Dann gibt es noch eine Reihe von Swingerclubs für Paare. Wir haben jegliches Schmuddelimage vermieden und alles ist erstklassig und edel. Ich will ihnen die Clubs gerne zeigen.“

„Wie ist es mit der Geschäftsführung? Sind die Leute absolut zuverlässig, oder hat es da schon mal Probleme gegeben?“

„Es hat früher Probleme gegeben, die jetzigen Geschäftsführer sind 100% loyal.“

„Und die Mitarbeiter - ich muss wohl eher sagen Mitarbeiterinnen- werden sie anständig behandelt? Sind sie sozial abgesichert? Wie ist die Gesundheitsvorsorge?“

„Nach allem, was ich weiss, ist die Behandlung korrekt, die Damen zahlen eine Art Raummiete und sind ansonsten selbständig tätig. Die Gesundheitsvorsorge beschränkt sich auf die gesetzlichen Vorgaben.“

„Also findet bis auf die vorgeschriebenen Untersuchungen nichts statt, und wer krank wird, fliegt raus? Hab ich recht?“

Er druckste etwas herum und stimmte dann zu.

„O.K. Das wird sich ab jetzt ändern. Wir werden die Clubs, soweit wir können, besuchen. Die Geschäftsführer haben uns Berichte zu liefern, die Soziale Absicherung und Gesundheitsvorsorge ist auf den Stand zu bringen, wie es eine seriöse Firma mit ihren Angestellten hält. Für schwere Erkrankungen haben wir eigene Spezialisten, die auch bisher hoffnungslose Fälle in den Griff bekommen, in diesen Fällen bitte sofort eine Email an unsere Zentrale. Wenn sich irgendwo kriminelle Aktivitäten seigen, bitte auch sofort Meldung, wir haben da auch unsere eigenen Methoden. Ansonsten werden die Geschäfte so weiterbetrieben. Wenn sie möchten, dürfen Sie im bisherigen Rahmen weitermachen. Wir stellen Ihnen alle benötigten Vollmachten aus.

Herr Dr. Sprüngli atmete tief durch. Die Erleichterung war im im Gesicht abzulesen.

Iset sagte: „Ich gebe ihnen die benötigten Verbindungsdaten zu unserer Kairoer Zentrale. Ich erwarte von Ihnen detailliertes Informationsmaterial über alle Clubs. Sind auch normale Hotels dabei?“

„Ja, aber alle habe den speziellen Wellness-Service, der Gast wird verwöhnt nach ALLEN Wünschen, die Grenzen setzt er allein fest. Es ist dann eine reine Geldfrage.“

„Das wird sich eventuell ändern. Die Grenzen sind dort, was die Mitarbeiterinnen freiwillig tun. Wir werden keinerlei Druck auf die Mitarbeiterinnen ausüben, was die Art der Dienstleistung betrifft. Es gibt Mädchen, die für Geld sehr weit gehen, aber ich werde deswegen keine Gesundheitsschäden dulden. Setzen Sie das bitte um.“

„In Ordnung, Gnädige Frau, Ihr Wunsch allein zählt.“

„Und gibt es auch Einrichtungen, wo Frauen sich verwöhnen lassen können?“

„Ja, wir habe eine Club auf Jamaica und in Deutschland sind auch Clubs, die männlichen Escort-Service anbieten.“

„Prima, auch darüber erbitte ich ausführliche Infos und Berichte. Haben sie die Adresse des Clubs in Zürich parat?“

„Sicher, gnädige Frau. Ich habe sogar eine Karte dabei.“ Er reichte Iset ein Visitenkärtchen

„Bitte informieren Sie den Geschäftsführer, dass wir den Club heute besuchen werden. Wir würden gern mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sprechen.“

„In Ordnung, ich werde es sofort veranlassen. Wenn sie mir dann die nötigen Papiere unterschreiben würden?“

Iset nahm die Papiere an sich und tat so, als würde sie sie lesen. In Wirklichkeit war ihr Sternenstein in höchster Aktivität und sie hatte die Hand auf die Seite gelegt und „Las“ getzt mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten und suchte nach versteckten Fußangeln. Sie nahm ein paar Streichungen vor und kleine handschriftliche Ergänzungen, dann unterschrieb sie und reichte Niit den Bogen. Aus sie verfuhr wie ihre Cousine und unterschrieb dann und übergab den Bogen an Herrn Dr. Sprüngli.

Dieser las sich die handschriftlichen Änderungen genau durch und wurde blass. Er hatte umfangreiche Pflichten aufgedrückt bekommen und einiges, was er an Risiko abwälzen wollte, war gestrichen worden. Nun, wenn er es recht bedachte, er würde damit leben können, sein Anteil an dem Geschäft reichte für ein sorgenfreies Leben allemal.

Er bedankte sich und packte die Papiere in seine Mappe. Dann klingelten sie dort, wo es ihen Herr Geldner gezeigt hatte. Es kam aber nicht Herr Geldner herein, sondern eine bildhübsche Sekretärin, offenbar eine Eurasierin mit pechschrazem Haar und grünen Augen. „Herr Geldner kommt sofort, ich habe Ihnen schon mal die Unterlagen für Ihre Konten mitgebracht.“

Sie übergab Niit eine ganze Mappe voller Papiere und fragte dann: „Darf ich ihnen vielleicht eine Tasse Kaffee bringen?

Iset und Niit sagten wie aus einem Mund: „Ja, gerne“ und Herr Dr. Sprüngli lehnte dankend ab.

Er übergab ihnen noch eine Visitenkarte: „Meine Kanzlei ist auch hier in der Bahnhofstraße, wenn sie ihren Namen sagen, werden sie unverüglich zu mir vorgelassen oder durchgestellt.“

Iset sagte: „Ach eines noch: Ich möchte den Namen Isis-Club für alle diee Einrichtungen etablieren. Bitte prüfen Sie, ob das machbar ist und inwieweit wir den Markennamen schützen können. Firmanzeichen soll dieses Symbol sein.“ Sie zeigte auf ihre Namenshieroglyphe.

„Jawohl, gnädige Frau, ich werde es prüfen und alle Schritte einleiten. Darf ich mich jetzt verabschieden?“

Iset und Niit standen auf und gaben Herrn Dr Sprüngli die Hand. „Auf Wiedersehen. Wir werden uns relativ kurzfristig bei ihnen melden.“

Die Sekretärin kam mit dem Kaffee herein und in ihrem Schlepptau folgte Herr Geldner. Auch von ihm verabschiedete sich Herr Dr. Sprüngli mit den Worten „Wir telefonieren dann später noch miteinand in der Sache.“

„Konnten Sie alles zu Ihrer Zufriedenheit regeln?“ fragte herr Geldner Niit

„Ja, danke, ich denke wir werden miteinander auskommen“

„Herr Dr. Sprüngli ist ein äußerst zuverlässiger und diskreter Anwalt. Mit ihm haben sie eine gute Wahl getroffen.“

Dann erklärte er ihnen noch die Einzelheiten zu ihrem Konto und übergab Niit eine Chipkarte und ein Lesegerät für den Computer für das Online-Banking. „Dieses System erfüllt die höchsten Sicherheitsstandards. Bei einem Vermögen in dieser Größenordnung wäre alles andere fahrlässig.“

erklärte er.

Die Erklärungen waren bald erledigt und sie wurde von Herrn Geldner persönlich bis zum Ausgang begleitet. Er verabschiedete sich von ihnen mit den Worten: „Ich danke Ihnen, dass sie unserem Institut weiterhin Vertrauen entgegenbringen. Wir werden Sie nicht enttäuschen.“

Als Iset und Niit wieder alleine waren, schauten sie sich an und grinsten. „Mit diesem Vermögen können wir ein Menge Gutes tun.“

„Das werden wir auch. Zuerst aber sind die Opfer von Sinwes Exzessen dran. Wir werden deren Familien entschädigen, soweit man von Enschädigen überhaupt sprechen kann. Aber die Perspektiven mit den Clubs sind großartig. Dann brauchen wir gar keine neuen Clubs zu errichten, sondern es ist schon alles da. Phantastisch!“

„Ist dir was aufgefallen an Hintergedanken bei den Beiden? Ich konnte die Dollarzeichen in den Augen des Bankers förmlich sehen, aber er schien mir nicht hinterhältig. Und der Dr. Sprüngli schien mir einfach nur erleichtert, weil er seine Haupteinnahmequelle behalten darf.“

„Den Eindruck hatte ich auch. Er war offenbar sehr erleichtert, dass wir die Art der Geschäfte nicht mit Entrüstung abgelehnt haben, für diesen Fall hatte er offenbar noch einen Plan B in der Hinterhand, aber so war es ihm lieber und ich glaube nicht, dass er darauf aus ist, uns zu betrügen.“

„Ich bin gespannt auf den Club hier.“ Iset holte die Karte hervor. Niit kommentierte: „Sieht nach nichts aus. Hoffentlich wird sich das ändern, wenn wir unsere Marke etablieren können. Ich will, dass das ein Qualitätsbegriff wird.“

„Wenn die Kleine im Bett ist, gehen wir los. Ich weiß zwar nicht, wie Urs darüber denkt, Frank ist leckeren Mädels gegenüber nicht abgeneigt, wenn sie lieb sind. Und ich bin in letzter Zeit doch ein wenig gehandicapped.“ Iset strich über ihr deutliches Bäuchlein.

„Urs hat nur Augen für mich.“ antwortete Niit, „Aber 'ne schöne Massage wird er zu schätzen wissen, und vielleicht werde ich der Masseuse etwas helfen“ sie grinste in Vorfreude.

„Dann lass uns mal wieder ins Hotel. Vielleicht vermissen die uns schon.“

„Oder auch nicht...“

Nach wenigen Minuten waren sie wieder beim Hotel. Die anderen drei waren nicht da. Iset fand einen Zettel auf dem Schreibtich: „Sind im Zoo.“

Sie konzentrierte sich auf ihre Tochter, mit ihrem riesigen magischen Potenzial würde die Verständigung am besten sein: „Na Iset, seid ihr noch im Zoo?“

„Ja, Mama, aber wir kommen gleich, wir sind schon am Ausgang.“

„Seid ihr mit dem Taxi gefahren?“

„Nein, mit der Tram. Die Linie 6 fährt vom Bahnhof direkt dorthin.“

„Gut, wir warten auf euch, dann essen wir zusammen. Bis nachher mein Spatz!“

„Tschüss, Mami“

Iset wandte sich an Niit: „Bis die vom Zoo wieder da sind, haben wir noch etwas Zeit. Kommst du mit zum Bahnhof rüber oder willst du dich noch ein bisschen ausruhen?“

„Ausruhen ist zwar nicht schlecht, denn wir haben später ja noch was vor, aber lass uns mal gehen.“

Und so bummelten sie durch die Unterführung hindurch und schauten sich die Geschäfte im Bahnhofsbereich an, kehrten aber bald wieder um und blieben in Isets Zimmer und sahen sich die Papiere an, die sie in der Bank bekommen hatten.

„Die Vermögensverwaltung könnten wir selbst gar nicht machen“ meine Iset. Das ist viel zu umfangreich. Was natürlich schmerzt, ist die Abgeltungssteuer auf die Gewinne, aber da kommen wir wohl nicht drumherum.“

Eine Weile schwieg sie. Dann sagte Iset: „Du, Niit, willst du Beat eigentlich heiraten oder wie wollt ihr es mit eurem Verhältnis künftig halten?“

Niit antwortete ihr das Gleiche, das sie Beat schon gesagt hatte: „Mir geht es nicht um das Stückchen Papier. Ich fühle mich ihm so verbunden, das es für mich ist, als wären wir verheiratet. Schweizer Staatsbürgerin will ich nicht werden, also brauche ich das dafür auch nicht. Warum willst du es wissen?“

„Ich war nur neugierig. Urs hat sich ja mit Nebbie verlobt, sie werden wohl heiraten, aber ob Nebbie Kinder bekommen kann, weiß allein die Göttin. Und Du bekommst ein Kind von Beat. Wir werden ein richtig große Familie.“

„Ich freu mich schon drauf. Ich bin sicher, dass es ein ganz besonderes Kind wird.“

„Weißt du schon, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird?“

„Ein Mädchen“

„Wunderbar! Vielleicht wird sie ja dereinst mit meinem Sohn anbändeln?“

Niit lachte: „Wer weiß, aber das wollen wir den Kindern doch selbst überlassen. Ich habe es immer gehasst, wenn andere über mich bestimmt haben. Ich war immer schon von einem großen Unabhängigkeitsdrang beseelt. Da passt doch der Begriff „Wilde Ehe“ wunderbar zu uns“

Die Tür öffnete sich und die drei Zoobesucher kehrten zurück. Iset stürzte ihrer Mutter entgegen und musste das Erlebte so schnell wie möglich wiedergeben. Frank stand nur stumm dabei und grinste. Beat hatte nur Augen für seine Niit, die aufgestanden war und ihn mit ausgebreiteten Armen empfing.

Iset ordnete das Chaos: „Wir haben jetzt noch etwas Zeit. Beat und Niit, geht eben rüber in euer Zimmer, ihr habt noch etwas Zeit euch auszuruhen und frisch zu machen, wir treffen uns genau in einer Stunde im Foyer und gehen zusammen was essen. Wir erzählen dann, was bei uns war. Bis dann.“

Niit zog Beat an der Hand hinter sich her in ihr Zimmer. Dort blieben sie erstmal engumschlungen stehen und küssten sich. Dann fing sie an, Beat auszuziehen. Er wusste kaum, wie ihm geschah, da stand er schon spltternackt vor ihr. Sie beugte sich vor und gab seinem mittlerweile schon aufgerichten Phallus eine Kuss. Dann riss sie sich selbt die Kleidung vom Körper. „Komm in die Dusche. Du hast doch gehört, was Iset gesagt hat. Wir sollen uns frisch machen!“

„Und du tust immer, was Iset dir sagt, nicht wahr?“ lachte Beat.

„Nicht unbedingt, nur wenn ich es auch will. Und jetzt will ich dich, und zwar tief.“

„Dann komm ins Bett, Duschen könne wir danach!“

„Auch einverstanden. Gütige Mutter, bin ich geil.“

Sie verloren keine weitere Zeit, Niit war schon nass bis zum Überlaufen und sie zog Beat sofort auf sich und dirigierte seine Stange in ihre Spalte. „Mir ist heute danach dein Gewicht auf mir zu spüren. Fick mich, aber fick mich kräftig!“

Da ließ Beat sich nicht zweimal sagen. Schon nach kürzester Zeit kam Niit mit dem für sie typischen schnaufenden Orgasmus. Beat blie ganz still auf ihr liegen um ihr ein wenig Zeit zur Regeneration zu geben, dann begann er wieder mit langsamen Beckenbewegungen, die immer schneller wurden. Niit stieß dagegen, ließ ihr Becken kreisen und bald wurde ihrer beider Bewegungen so wild, dass Beats Eier gegen ihren Po klatschten. Zeitgleich mit Niit zweitem Orgasmus kam Beat, pumpte alles, was er an Säften verspritzen konnte, in sie hinein.

Keuchend und erschöpft rollte sich Beat neben sie. Niit war genauso erschöpft, aber beider Gesichter zeigten ein glückliches Lächeln. Sie sahen sich wortlos an und streichelten sich noch ein wenig gegenseitig. Dann sagte Niit: „Nun sollten wir aber wirklich in die Dusche. Komm, Bubi!“

„Mit dir immer gern!“

Die Dusche war zwar nicht optimal zum zu-zweit-duschen, aber sie bekamen es hin. Aus das gegenseitige Abseifen wollte keiner von ihnen verzichten. Dann schnell abgetrocknet und angezogen, so waren wie pünktlich zur verabredeten Zeit unten. Sie mussten nur eine Minute warten, dann kamen die anderen auch schon. Sie hatten keine Lust auf einen lagen Spaziergang, so blieben sie gleich um die Ecke in der „Walliser Kanne“ wo sie eine Tisch in einer etwas abgeschiedenen Ecke bekamen. Während sie auf das Essen warteten, erzählt Iset von dem riesigen Vermögen, das Sinwe hier angehäuft hatte. Und dass sie Nachtclubs in aller Welt hatten. „Den Club in Zürich werden wir heute abend besichtigen.“ schloss sie ihre Erzählung, „Dann werden wir uns mal ein Bild über die Qualität und die Arbeitsbedingungen dort machen.“

„Und ich darf mal wieder nicht mit“ quengelte die Kleine.

„Zutritt ist erst ab 18, da musst du noch ein wenig warten“ antwortete Iset. „ Aber erzähl mal, was haben die Tiere im Zoo dir denn gesagt?“

„Sie fühlen sich eigentlich ganz wohl dort, es ist ihnen nur etwas langweilig.“

Das Essen kam und es wurde nicht mehr viel gesprochen.

Sie hielten sich nicht lange damit auf, schließlich hatten sie ja noch einen wichtigen Programmpunkt uaf ihrer Tagesordnung. Zurück im Hotel zogen sie sich um. Niit ihr rotes Kleid, entsprechned ihrer Lieblingsfarbe, Iset ihr hellblaues, in dem gleichen, körperbetonten Schnitt. Die Männer gingen in Jeans, Polohemd und Jackett.

Iset wandte sich an ihre Tochter: „Du kannst gerne noch etwas Fernsehen, aber nicht die sogenannten Erwachsenenfilme. Ich möchte nicht, dass du ein falsches Bild von der Realität bekommst.“

„Wieso, Mami?“

„Weil diese Filme nicht die Realität widerspiegeln, sondern die Phantasie notgeiler Männer. Und die ist meist von der Realität meilenweit entfernt.“

„Ist schon in Ordnung. Sowas interessiert mich sowieso nicht.“

„Um Zehn spätestens gehst du schlafen, ja?“

„Ja Mami, viel Spaß dann!“

„Tschüß, mein Schatz.“ Iset gab ihrer Tochter einen liebevollen Kuss auf die Stirn, dann brachen sie auf.

Um zu den Taxen zu gelangen, mussten sie die Straße unterqueren, aber vor dem Bahnhof wartete eine ganze Reihe. Iset sagte dem Fahrer die Adresse von der Karte, die sie von Dr. Sprüngli bekommen hatte. Der Fahrer schluckte einmal und fragte dann: „Sind sie sicher, dass sie dort hin wollen?“

„Ich denke schon.“

„Wissen sie, was das für ein Haus ist?“

„Sagen Sie es mir.“

„Das ist ein ...Etablissement.. ein Sexclub.“

„Mag sein, aber was sollte uns davon abhalten?“

„Nun...“ er druckste etwas mit der Antwort. „Normalerweise fahre ich nur Männer dorthin. Es ist ein Edelclub, aber immerhin, Puff bleibt Puff.“

„Wir müchten aber wirklich dorthin.“

„Sehr wohl die Herrschaften.“ Die Fahrt dauerte weniger als eine Viertelstunde und sie standen vor einem schmiedeeisernen Tor. Dahinter war eine Parkanlage mit hohen Thujahecken, man konnte kein Gebäude erkennen. Der Fahrer stieg aus und drückte einen Klingelknopf, das Tor wurde elektrisch geöffnet. Oben auf den Torpfosten waren Videokameras angebracht. Frank sah, wie die Kameras sich fernegsteuert bwegten. Man hatte sie also mit Sicherheit schon registriert.

Der Fahrer war wieder eingestiegen und fuhr über den knirschende Kies eines Parkweges vor ein Schloss. Ein livierter Diener vor dem Eingang offnete ihnen die Wagentür und half ihnen hinaus.

„Das ist ja schon fast wie zuhause“ meinte Iset.

Niit lächelte „Wenn er sich noch zur Begrüßung auf den Boden werfen würde, würde ich dir zustimmen.“

Frank bezahlte den Taxifahrer, während Beat ausstieg, er folgte und das Taxi fuhr davon.

„Sie sind die Damen Iset und Niit, nicht wahr?“ fragte der Portier „ Sie wurden uns schon avisiert.“

„So ist es. Bringen Sie uns bitte zum Geschäftsführer.“

„Er erwartet sie bereits.“

Schon der Eingangsbereich strahlte teure, gediegene Eleganz aus. Schwarze Schleiflackmöbel und edle, schwarze Ledersitzmöbel, dazu Kerzenbeleuchtung und rote Rosen prägten das Bild. Ein Foyer, das einem fünf- bis sechs-Sterne-Hotel Ehre gemacht hätte. Der Portier führte sie durch den Raum zu einem Aufzug, den er mit einer Chipharte bediente. „Das Chefbüro ist für die Gäste natürlich nicht ohne weiteres erreichbar“ erklärte der Portier.

Der Lift setzte sich in Bewegung. Nach unten. Iset hatte erwarte, dass der Geschäftsführer in der oberen Etage sein Büro hätte, aber dem war offenbar nicht so. Sie wurden von einem gut aussehenden Mann, mitte 30 mit athletischer Figur und zentimeterkurzem Haar in schwarzer Kleidung empfangen. „Gruezi, mein Name ist Günter Krüger, ich bin der Geschäftsführer hier.“

Niit reichte ihm die Hand: „Ich bin Niit, das hier sind Iset, Frank und Beat.“ Sie zeigte jeweils auf die genannten. „Wir repräsentieren die neuen Besitzer des Clubs. Da wir nun mal gerade hier sind, wollten wir uns einen persönlichen Eindruck verschaffen.“

„Was ist denn mit dem bisherigen Besitzer passiert? Hat er verkauft? Ich wusste gar nicht, dass er Geld brauchte.“

„Dort, wo er ist, braucht er sicherlich keins mehr. Er ist tot. Selbstverschuldet. Wir sind die Rechtsnachfolger in all seinen Besitzungen. Die rechtliche Seite haben wir schon geklärt, Herr Dr. Sprüngli wird sie schon informiert haben.“

„Ja, ich wurde unterrichtet.“

„Nun würde wir gerne über die praktischen Arbeitsbedingungen hier sprechen, das Angebot, und mit den Mitarbeiterinnen sprechen.“

„Gerne, wir haben aber etliche Mitarbeiterinnen, die der deutschen Sprache nur bruchstückhaft mächtig sind, um es mal vorsichtig auszudrücken.“

„Wie gestaltet sich denn das Arbeitsverhältnis? Gibt es ein Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis?“

„Nein, das ist rechtlich nicht zulassig, das wäre Zuhälterei. Die Damen sind sozusagen freiberuflich tätig und zahlen für die Benutzung der Einrichtungen, was sie darüberhinaus erlösen, verbleibt bei ihnen.“

„Gut, dann zeigen sie uns mal ihr Angebot. Wir möchten dann bitte in einer Art Gesamtzusammenkunft zu allen sprechen, damit sie wissen, dass wir die Neuen Besitzer sind und wir wollen eventuell auch das eine oder andere ausprobieren. Es ist übrigens möglich, dass der Club bald unter einem neuen Namen firmieren wird, weil wir eine Dachmarke etablieren wollen. Sozusagen ein Qualitätsmerkmal.“

„Dann kommen sie bitte mit. Ich schlage eine Einzelführung vor, lassen sie uns in den Aufenthaltsraum gehen und ich gebe ihnen jeweils eine unserer Damen an die Seite, die sie durch das Etablissement führen wird. Hier in der unteren Etage sind Schwimmbad, Sauna, Whirlpoot und die SM-Studios, im Erdgeschoß ist der Empfang und Gesellschftsräume, im Obergeschoss sind die Einzelzimmer. Sie können nach Herzenslust alles ausprobieren.“ Ein kurzes Grinsen ging über sein Gesicht, dann fuhr er fort: „Weil der Verdienst in unserem Hause überdurchschnittlich ist, können wir uns vor Bewerberinnen kaum retten, wir haben deshalb die Möglichkeit, die besten auszuwählen. Sie werden es merken, wenn sie im Aufenthaltsraum sind.“

Sie gingen eine Treppe nach oben und kamen durch einen dunklen Gang mit großen Fenstern. Sie schauten in einen Raum, in dem kaum bekleidete und völlig nackte Frauen miteinander Karten spielten, strickten, Tee tranken.Sie alle waren von ausgesuchter Schönheit. „Die Fenster sind Spiegel, die Damen können uns nicht sehen. Wir legen übrigen Wert darauf, dass alles hier echt ist. Es gibt keine Silikontitten oder aufgespritzte Lippen.“

Günter Krüger öffnete eine Tür und sie traten ein. Fünfzehn Köpfe drehten sich zur Tür, Neugierde und Erstaunen zeigte sich in den Blicken.

Krüger ergriff das Wort: „Bitte alle mal herhören. Dies hier sind eure neuen Chefs, ihnen gehört jetzt der Club. Sie möchten gerne herumgeführt werden und auch noch zu euch sprechen.“

Leises Gemurmel ertönte.

„Monique und Daniela, Ihr führt bitte die beiden Herren durch die Anlage und erklärt ihnen unser Konzept, Iveta und Nella, ihr führt bitte die beiden Damen,“

Die angesprochenen waren wie alle hier bildhübsche junge Frauen Anfang der 20. Sie kamen zur Gruppe hinzu und ergriffen jeweils die Hand des zugewiesenen Partners und zogen diese hinter sich her in eine Art Umkleidekabine: „Hier können sie sich ausziehen, für jeden Gast liegt eine Maske bereit, damit für die Gäste im Gemeinschaftsbereich strikte Anonymität gewährleistet bleibt. Diskretion ist Teil unseres Geschäfts.“

„Ist Maskieren freiwillig oder obligatorisch?“

„... ahem...Im Prinzip ist es Freiwillig, aber alle unsere Gäste maskieren sich, und wer nicht maskiert ist, wird sonst für einen Mitarbeiter gehalten und von den Gästen entspechend in Anspruch genommen.“

Niit grinste: „Dann nehme ich natürlich keine Maske.“

Beat schaute zuerst etwas sparsam, dann grinste er auch: „Mein Schatz, du bist ganz schön versaut.“

„Wieso? Du kennst mich doch.“ „Eben deshalb.“

Alle Vier zogen sich aus und hängten ihre Kleidung in Schließfächer. Beat und Frank setzten sich eine Maske auf.

„Handtücher sind überall reichlich vorhanden“

Hier trennten sich die vier und folgten jeweils ihrer „Bärenführerin“, man ürde sich im Aufenthaltsraum wieder treffen. Monique und Daniela schauten mit Wohlgefallen auf die sportlich-durchtrinierten Körper von Beat und Frank, und auch, was die Beiden zwischen den Beinen zu bieten hatten, war nicht gerade ohne. Daniela zog Beat mit sich: „Komm, wir gehen 'ne Runde schwimmen, dann in den Whirlpool, dann schlage ich eine kleine Massage vor. Alternativ auch eine Runde Ölcatchen, aber dafür brauchst du eine andere Partnerin, ich bin deinen Kräften nicht gewachsen“

„Das würde ich gerne mit Niit machen, das haben wir bisher nur ohne Öl gemacht. Habt Ihr einen besonderen Raum dafür?“

„Aber klar doch, der muss rundum gepolstert sein, denn wir wollen ja keine Verletzten. Die Regel ist die, dass der Gewinner den Verlierer durchficken darf. Aber richtig Spass macht es nur, wenn die Partner etwa gleichstark sind.“

„Und wenn der Mann verliert?“

„Dafür haben wir Umschnalldildos für die Frau. Dann gibt’s nen Arschfick.“

„Wow. Noch ein Grund mehr, das nur mit Niit zu machen.“

Niit war inwischen mit Nella nach oben gegangen Vor ihrem eigenen Zimmer blieb sie stehen: „Hier sind die Einzelzimmer. Ich kann natürlich nur meins zeigen.“ Sie schloss es auf und Niit staunte. Ein Bett von zweieinhalb Meter Länge und Breite dominierte den Raum, es gab ein großes Bad und einen weiteren Nebenraum. Außerdem einen Flachbildfernseher und einen Minibar.

„Wir schlafen hier auch mit den Gästen. Apropos Gäste: Es ist ein Club, das heisst, im Prinzip ist der Club Mitgliedern vorbehalten, die sind sozusagen handverlesen und zahlen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Dafür haben sie das Recht, die Gemeinschaftseinrichtungen des Clubs jederzeit zu benützen, die Buchung einer Sexpartnerin kostet aber extra, aber das wird per Bankabbuchung über Kreditkarte abgewickelt, so dass wir uns mit Geldsachen nicht herumärgern müssen. Wir haben feste Tarife, aber mit Trinkgeldern sind unsere meisten Mitglieder recht großzügig.“ Nella machte eine kleine Pause, dann fuhr si fort: „Ich finde es aber unfair, wenn du nackt bist, und ich muss hier in Dessous rumlaufen.“

„Dann zieh dich doch auch aus.“

„Genau das habe ich vor. Und wenn du schon mal mit mir zusammen bist, dann darf ich dich doch auch ein bisschen verwöhnen, oder?“

„Das finde ich ja interessant. Bist du lesbisch?“

„Nein, Bi. Sonst könnte ich hier kaum arbeiten. Ich würde nie etwas arbeiten, was mit keinen Spaß macht.“

„Nur eines: Ich will nicht, dass du mit mir „arbeitest“. Wenn wir Sex miteinander haben, dann nur wie echte Freundinnen, und dann will ich dich auch verwöhnen, einverstanden?“

Nella hatte mit wenigen Handgriffen ihre Dessous vom Körper gestreift und stand jetzt nackt vor Niit. Niit begutachtete ihre Figur: „Du siehst toll aus, schicke Figur. Es wäre eine Sünde, das hinter Kleidung zu verstecken.“

„Danke für das Kompliment, aber wenn ich dich so ansehe, könnte ich neidisch werden. Diese schwarzen Augen, das habe ich mir immer schon gewünscht. Aber man kann nicht alles haben.“

„Komm auf deine Liegewiese, dort streicheln wir uns ein bisschen und du erzählst von deiner Arbeit. Wie bist du dazu gekommen, wie lange willst du das machen, was bleibt übrig?“

Nella folgte begeistert dem Vorschlag und so streichelte sie sich gegenseitig und sie erzählte: „Ich habe Soziologie studiert. Da gibt’s viele Studenten, und wenig Aussichten auf Arbeit. Von Hause aus war kaum Geld da und ich musste mich mit Jobs durchschlagen. Kellnern, Pommes verkaufen bei McDoof, Eine Freundin war immer schick angezogen hatte ein teures Auto und ich fragte sie dann, wie sie das macht, und sie hat mich dann zu einem Escort-Service gebracht. Das fand ich toll, und dann erfuhr ich von diesem Palais und habe mich beworben. Ich hatte Glück, denn die nehmen nicht jeden. Ich habe mein Studium geschmissen und mache jetzt nur noch dies, ich spare jeden Rappen und wenn ich genug habe, hoffe ich für den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben.“

„Dann wünsche ich dir, dasss deine Pläne in Erfüllung gehen!... So, Nella, jetzt dreh dich mal auf den Rücken, ich will dich jetzt von der Vorderseite streicheln.“

Sie knetete langsam die wunderbaren Festen Brüste Nellas, die zwar nicht sehr groß waren, sie schätzte sie auf 75B, aber sehr schön geformt und die Nippel standen schon steil aufgerichtet. Niit beugte sich darüber und saugte die Brust Nellas tief in ihren Mund, umkreiste die Nippel dabei mit der Zunge und entließ die Brust mit einem schmatzenden Geräusch. „Mhh, lecker“ Dann kletterte sie über die liegende Nella undkniete sich, sich auf den Ellbogen abstützend so hin, dass sie ihre Spalte über Nellas gesicht plazierte und selbst Nellas Spalte lecken konnte. Nella griff die Möglichkeiten, die sich ihr boten, sofort beim Schopfe und ließ ihre Zunge um Niits Spalte kreisen, diese wiederum tat es ihr geich, sie leckten und lutschten sich zu einem gemeinsamen Höhepunkt. Hinterher drehte Niit sich wieder um, nahm Nellas Kopf in die Hände und küsste sie. „Du bist ein wirklich leckeres Mädchen;“ sagte sie, „wenn wir länger hier wären, würd ich öfter zu dir kommen.“

„Danke, Niit, du bist so gut, du könntest sofort hier anfangen.“

Niit lachte. „Spaß machen würde mir das schon, aber ich habe andere Aufgaben. Und nun lass uns unseren Rundgang fortsetzen.“

Nach drei Stunden trafen sich alle wieder im Aufenthaltsraum. Iset war schon da, als Niit mit Nella zur Tür herein kam. Iset führte gerade ein Einzelgespräch mit Olga, weil diese außer Russisch gar keine Sprache beherrschte und fragte sie aus. Olga merkte gar nicht, dass Iset kein Russisch sprach, sondern ihre Magie einsetzte, so reibungslos klappte die Unterhaltung. Aber auch Olga war freiwillig hier und hatte sich auf Empfehlung einer Freundin auf eigene Initiative beworben.

Wenig später kamen auch Beat und Frank an, mit feucht erhitzten Körpern, aber unter den Masken konnte man ihren Gesichtsausdruck nicht sehen. Niit griff ihm an sein schlappes Glied: „Ich hoffe, Daniela hat noch was für mich drin gelassen. - Mhh- viel kanns nicht sein.“

Alle lachten.

Iset wollte jetzt zum Abschluss noch eine Botschaft an alle richten.

Sie erhob sich, sichtete sich gerade auf, drückte die Brust heraus und ihre Haut überzog sich mit bläulichem Schimmer. In ihre stolzen Nacktheit bot sie einen eindrucksvollen Anblick. Ihr Sternenstein leuchtete. Als sie sprach, kamen nicht nur die Worte aus ihrem Mund, sondern gleichzeitig in die Köpfe der Angesprochenen, so dass alle, auch die Ausländerinnen, jedes Wort verstanden. „Liebe Schwestern! Ich bin Iset, die Ägypterin, Tochter von Iset, der Hohepriesterin der Göttin der Liebe und hier Repräsentantin unserer Gemeinschaft. Wir wissen, welch schwierigen und gesellschaftlich wichtigen Beruf ihr ausübt. Aber Ihr dient damit der Göttin. Ich sende euch die Grüße der Hohepriesterin und den Segen der Göttin.“ Sie hob die Hand in einer segnenden Geste und eine bläuliche Lichtwolke kam aus ihre Hand und legte sich über die staunenden Frauen.

„Ich werde euch zum Zeichen des Segens der Göttin etwas schenken: Ihr alle werde ab jetzt nur noch Freude an eure Arbeit empfinden und keinerlei Ekel, auch wenn eure Kunden diesen eigentlich provozieren. Sex wird für euch stets die schönste Sache der Welt bleiben. Ferner soll jegliche Eifersucht und Konkurrenz unter euch entfallen und ihr alle werdet sein wie Schwestern, solange ihr zusammenarbeitet.“

Wieder hob sie die Hand und eine weitere Lichtwolke entschwebte ihr und senkte sich auf die Mädchen.

„Wenn ihr irgendwelche Probleme habt, wir werden immer ein offenes Ohr für euch haben und ihr könnt euch immer und jederzeit an uns wenden. Ich werde euch eine Karte mit unserer Kontaktadresse hier lassen, wenn ihr Sorgen habt: Unser Büro ist rund um die Uhr besetzt. Wir werden jetzt gehen, aber der Segen der Göttin bleibt bei euch.“

Und ein drittes Mal hob sie die Hand in segnender Geste und das blaue Licht entströmte ihr. Die Angesprochenen waren ergriffen von der Zeremonie, selbst als Iset, Niit und ihre beiden Männer schon längst gegangen waren. Die Vier standen in der Umkleidekabine wieder zusammen und zogen sich an. Niit fasste zusammen: „Ich hatte den allerbesten Eindruck. Dies ist ein Ort, zu dem man gerne kommt. Ich sehen keinen direkten Veränderungsbedarf. Hier ist für jeden Geschmack und jeden Wunsch gesorgt. Besonders lustig fand ich die ölige Gummizelle für glitschige Ringkämpfe. Dort würd ich gern mit Beat mal rein.“

Beat lachte: „Genau das hab ich auch gesagt, als ich die gesehen hab. Das wär was für uns.“

Sie gingen wieder zum Geschäftsführer: „Herr Krämer, wir haben den allerbesten Eindruck gewonnen, wenn wir mal wieder hier sind, schauen wir gerne herein, wenn Sie irgendwelche Sorgen, Wünsche oder Verbesserungsvorschläge haben: Hier unsere Karte, das Büro ist rund um die Uhr besetzt. Bezüglich der Namensänderung wird sich gegebenenfalls Herr Dr. Sprüngli bei Ihnen melden.“

„Vielen Dank für Ihren Besuch, ich gebe Ihnen noch Mitgliedskarten für den Club mit, dann können sie auch ohne Voranmeldung jederzeit kommen. Sie werden verstehen, dass wir den Zugang nicht öffentlich haben. Aber als Club unterliegen wir nicht den Beschränkungen, die für das horizontale Gewerbe gelten, wir sind in der Gestaltung viel freier und wir können es uns leisten, auch beim Klientel zu selektieren. Bei uns ist alles vom feinsten, auch die Gäste.“

Sie verabschiedeten sich und Herr Krämer organisierte ein Taxi für sie. Wie es der Zufall so wollte, hatten sie den gleichen Fahrer, der sie mit einem Grinsen empfing: „Waren Sie zufrieden?“

Iset anwortete. „Ja, sehr. Waren Sie denn schon mal da?“

„Nein, das ist nichts für mich. Abgesehen davon, kann ich es mir nicht leisten.“

„Wieso, was wissen sie denn näheres?“

„Na, dass es ein Sexclub ist, ein Bordell, Ein Puff.“

„Das kann man so nicht sagen. Es ist ein Wellnessclub, mit Schwimmbad, Sauna, Massage. Dort werden Wünsche erfüllt.“

„Tatsächlich?“

„Genau.“

Zurück im Hotel, waren sie sogar zu müde um noch einen Drink an der Bar zu nehmen, sondern sie verabredeten noch um 9h gemeinsam zu frühstücken und wünschte sich eine Gute Nacht.

Iset offnete möglichst leise das Zimmer. Die Kleine schlief schon. Frank und Iset zogen sich rasch und möglichst geräuscharm aus, um die Kleine nicht zu wecken und kuschelten sich unter der Decke aneinander. Iset fragte Frank wortlos. „Wie ist es dir ergangen, hats Spaß gemacht?“

„Ja, es war großartig, wir waren zusammen Baden, dann hat Monique mich massiert.“

Iset unterbrach: „Mit Schwanzmassage?“

„Aus das. Das Mädel ist eine echte Könnerin. Sie hat mir die anderen Räume gezeigt, das SM Studio, aber wie sowas aussieht, weisst du ja, mir war nicht danach, es auszuprobieren. Dann ist dort naoch eine Disco, wo alle nackt tanzen, an den Seiten sind Liegen, wo man den Tanz horizontal fortsetzen kann, ein Kino habe ich gesehen. Dann war sie mit mir oben und hat mir ihr Arbeitszimmer gezeift, echt großzügig und edel eingerichtet. Ich war beeindruckt, nicht nur von der Einrichtung, auch von Monique, wirklich eine Spitzenkraft. Man hat den Eindruck, dass sie persönlich an einem interessiert ist.

„Schön. Iveta war auch ganz lieb zu mir. Ich hatte von ihr den gleichen Eindruck, Sie wäre auch so zu uns gewesen, wenn sie nicht gewusst hätte, dass uns der Club gehört. Aber Streicheln vom eigenen Partner ist doch das Schönste.“

Und so streichelten sie sich in den Schlaf, damit sie den nächsten Tag ausgeruht antreten konnten.

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Fortsetzung geplant.

Schön dass du Zeit für ne Fortsetzung gefunden hast, wie immer: tolle Story!

4 Tage später

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Mit Franks derzeitigem Lieblingslied „Ein Augenblick in Rot“ von der Münchner Freiheit wurden sie sanft geweckt. Iset kuschelte sich noch einmal fest an ihn. Heute würden sie Niit und Beat alleine weiterreisen lassen. Frank bedauerte es ein wenig, denn er hatte Niits ungezwungen-burschikose Art schätzen gelernt und auch Beat trockenen Humor würde er vermissen.

Aber bald würde sie ja wiederkommen, genau wie Nebbie und Urs.

Er rechnete in Gedanke noch einmal nach und streichelte dabei Isets Bäuchlein, in dem ihr gemeinsames Baby heranwuchs. Vielleicht würde das Kind schon da sein, wenn sie wiederkämen.

Aber eins nach dem anderen.

Er streichelte liebevoll durch Isets Haar und küsste sie ganz sanft und zärtlich: „Schätzilein, wir müssen aufstehen. Heute ist ein wichtiger Tag!“

„Jeder Tag ist wichtig. Kuscheln ist auch wichtig.“

„Natürlich. Aber wir haben Termine, und die können wir nicht vom Bett aus wahrnehmen. Also solltet ihr beiden euch erheben und mit mir in die Dusche kommen.“

„Süß, das 'Ihr beiden'“ Iset lächelte ihn an „Komm, noch ein Kuss!“

Frank konnte da natürlich nicht widerstehen und so verzögerte sich ihr Aufstehen doch noch um eine Viertelstunde. Dann aber duschten sie auf bewährte Weise zusammen und zogen sich an, um dann rechtzeitig mit den anderen zum Frühstück fertig zu sein. Überflüssig zu erwähnen, dass die Kleine schon längst fertig war, als Iset und Frank sich widerstrebend aus dem Bett erhoben.

Niit hatte Beat wachgekitzelt, was er mit gespielter Empörung quittierte, beide balgten sich noch etwas im Bett, Niit nutzte seine Morgenlatte aus, um sie sich schnell zu einem Morgenquickie zwischen die Beine zu schieben, danach duschten sie und waren auch zur vereinbarten Zeit fertig.

Niit war in Gedanken schon weit weg, bei Beat zuhause. Wie sie wohl von seinen Eltern aufgenommen würde? Andererseits konnte es ihr ja egal sein, Beat würde auf jeden Fall zu ihr halten, aber … es blieb ein Gefühl von Spannung und Unsicherheit. Ihr war, als würde sie, durch die empfangenen Bilder seiner Kindheit, das Haus schon kennen, und doch, es würde vielleicht heute ganz anders sein?

So war sie beim Frühstück gar nicht richtig bei der Sache und ihre Gedanken schweiften immer wieder ab. Auch Iset junior hatte Hummeln im Bauch. Obwohl sie von ihrer bisherigen Schule das Gefühl der Abwesenheit von Zuhause über längeren Zeitraum ja schon kannte, hier war sie ja in der Fremde, weit, weit weg und kannte niemand. Sie beruhigte sich: Frank hatte ja versprochen, wenn es nicht ging, würden sie sie herausholen. Falls es mit der Sternenstein-Verständigung nicht klappen sollte, ihre Silberschale und den Mondstein, sowie eine Flasche vom heiligen Nilwasser hatte sie dabei. Was sie nicht wusste war, ob die Magie auch über mehrere tausend Kilometer wirken würde.

So hingen sie alle irgendwie ihren eigenen Gedanken nach und die Unterhaltung war entsprechend einsilbig, immer wieder unterbrochen vom Bedienungspersonal, das mit der Kaffeekanne herumging und die Tassen nachfüllte.

So beendeten sie ihr Frühstück in einer merkwürdig gedrückten Atmosphäre, als ob jeder sich irgendwie scheute, ein Gespräch zu beginnen,

Sie trennten sich um ihre Sachen zu packen und wollten sich danach wieder in der Rezeption treffen um gemeinsam zum Bahnhof zu gehen. Hier würden sich ihre Wege dann trennen.

Iset bezahlte die Rechnung für alle mit ihrer Kreditkarte, Frank und die Kleine rollten die Koffer heran. Kurz danach waren auch Beat und Niit zur Stelle.

Iset wendete sich an sie: „Wir bekommen ja Kreditkarten auch für dieses neue Konto bei der UBS. Wenn du noch irgendwas an Geld brauchst, sag Bescheid, ich hab noch genug mit.“

„Aber Iset, ich komm sehr gut zurecht. Ich brauche nichts, und nebenbei, meine Ansprüche sichd auch bescheiden.“

„Fein, ich will nur nicht, dass du zu kurz kommst oder dir etwas fehlt. Und unsere Examenskandidaten wollen wir ja auch etwas untestützen, nicht wahr!“

„Die brauchen bekanntlich immer was. Ich würde mich auch niemals von Beat finanzieren lassen. Ich hoffe nur, dass er nicht zu stolz ist, von mir was zu nehmen.“

„Du machst das schon.“

Sie brachen zum Bahnhof auf. Beat und Niit fuhren zuerst. Iset-junior sendete wortlos an Beat. „Schade, dass du jetzt wegfährst, es wird langweilig sein ohne dich.“

„Ich komm doch bald wieder, Iset. Pass auf dich auf!“ sendete er auf gleichem Weg zurück.

Sie sprang regelrecht an ihm hoch, um ihn noch einen Abschiedskuss zu verpassen. „Tschüss, Beat“

Auch von Niit verabschiedete sie sich mit einem Schmatzer.

Auch Frank und Iset umarmten die Beiden noch einmal herzlich, dann stiegen sie ein und der Zug setzte sich in Bewegung. Für wieviele Monate? Sie wussten es nicht, aber sie würden in ständiger Verbindung bleiben.

Frank lotste sie jetzt zu ihrem Zug, einen Bahnsteig weiter. Das Gepäck wurde in ein spezielles Gepäckfach zwischen den Sitzen geschoben, dann richteten sie sich für die nächste Stunde ein. Frank organisierte eine Zeitung, Iset wollte nichts und schaut lieber aus dem Fenster.

Die Fahrt verging so schnell, dass sie überrascht waren, als der Zug schon in dan Bahnhof einfuhr.

Es kam richtig Hektik auf, denn der Aufenthalt hier war kurz und sie mussten sich mit dem Aussteigen beeilen. Frank wuchtete die Koffer auf den Bahnsteig, dann schlossen sich auch schon die Türen und der Zug fuhr weiter. Ein Taxi war am Ausgang schnell gefunden und dieses brachte sie nach kurzer Fahrt zur dem schlosssartigen Schulgebäude des Inernats-Gymnasiums „Auf dem Blumenhügel“

Sie waren beim Direktor schon angemeldet und er empfing sie in seinem Büro.

Iset stellte sich, Frank und ihre Tochter vor. Der Schulleiter,Herr Baalmann, ein etwas älterer Herr im korrekten dunklen Anzug lächelte.

„Leben Lernen ist der Endzweck aller Erziehung“ begann er seinen Vortrag über die Schule. Die Schüler sollten hier ohne jeglichen Standesunterschied zu verantwortungsvollen Menschen erzogen werden, bei uns wird Disziplin groß geschrieben, zu diesem Zweck haben wir ein abgestuftes System von Belohnungen und Strafen. Hier ist unsere Hausordnung.“

Iset nahm das Heft in die Hand und blätterte durch: „Heilige Göttin, das sind ja einundzwanzig Seiten!“

„Ganz recht Madame. Bei Pünktlichkeit und Sauberkeit fängt es an. Mit dem mindestens einmal wöchentlichen Brief nach Hause hört's auf. Außerdem sind regelmäßige Drogentests obligatorisch, wer erwischt wird, fliegt raus. “

Iset fragte: „Und wie ist es jetzt mit der speziellen Förderung Hochbegabter?“

„Wir gehen individuell auf die Fähigkeiten der Schüler ein. Aber für uns macht den lebenstüchtigen Menschen nicht ein Maximum an Bildung aus, wir wollen keine Fachidioten, sondern es geht uns um das Zwischenmenschliche. Verantwortungsgefühl, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft stehen hier ganz oben.“

„Meine Tochter hat in ihrer Heimat einen gesellschaftlich sehr hohen Rang. Wie ist es da mit der Diskretion?“

„Da können Sie sich ganz auf uns verlassen. In dieser Hinsicht sind wir Weltspitze. Bei uns sind einige Kinder von Staatsoberhäuptern erzogen worden, in Einzelfällen haben wir sie aus Diskretionsgründen mit falschem Namen versehen. Wenn die Sicherheit es erfordert, ist vieles machbar.“

„Was die Schulkleidung betrifft: Ich habe hier vorhin Mädchen mit spitzen Stiefelchen gesehen.

Ich dulde nicht, das meine Tochter gesundheitsschädliches Schuhwerk aufgenötigt bekommt. Können Sie das gewährleisten?“

„Aber selbstverständlich, Madame. Ich habe noch eine Frage: Wir haben Klassen mit verschiedenen Unterrichtssprachen. Haben Sie da gewisse Vorgaben?“

„Nein, Meine Tochter spricht alle. Ich denke aber sie sollte den Doppelabschluss anstreben, mit der Schweizer Matura und dem Deutschen Abitur.“

„Dann schlage ich Deutsch als Klassensprache vor.“

„Und wie ist es mit dem Überspringen von Klassen? Ist das möglich?“

„Im Prinzip ja, aber da muss ich mir erst selbst ein Bild machen.“

Nun wendete sich Iset an ihre Tochter, die den Dialog aufmerksam verfolgt, aber sich mit eigenen Äußerungen zurückgehalten hatte: „Iset, mein Schatz, hast Du noch irgendwelche Fragen?“

„Ja, habe ich. Herr Baalmann, ich habe einen ganz besonderen Ehrenkodex. Ich lüge niemals und möchte unter keinen Umständen dazu genötigt werden. Und demzufolge sehe ich es als Beleidigung an, wenn jemand Aussagen von mir in Zweifel zieht. Ich wünsche, dass dem Rechnung getragen wird. Mit den anderen Schülern werde ich mich schon einigen, aber ich werde notfalls auch Lehrern deutlich widersprechen. Sollten Sie hierin eine Insubordination sehen und entsprechend sanktionieren wollen, brauchen wir uns nicht weiter zu unterhalten, dann bin ich hier fehl am Platze. Ich erbitte Ihre Stellungnahme.“

Herr Baalmann schluckte, bevor er antwortete. „Oh, da hab ich es ja mit einer sehr selbstbewussten jungen Dame zu tun. Bei uns kann und soll jeder die Wahrheit sagen. Diese extreme Haltung dazu ist mir zwar noch nicht untergekommen, aber ich kann sie eigentlich nur begrüßen. Ich werde das Lehrerkollegium entsprechend informieren.“

„Danke, ich habe im Moment keine weiteren Fragen.“

Mutter Iset wendete sich wieder an ihre Tochter: „Sollen wir es versuchen?“

„Ja, ich denke schon.“

Herr Baalmann ergriff wieder das Wort: „Für die Organisatorischen Einzelheiten wenden Sie sich bitte an Frau Schulze, unsere Hausdame, sie wird alles weitere mit Ihnen besprechen. Hier ist schon mal die Kleiderliste und was sie noch so beschaffen müssen, Frau Schulze sagt Ihnen, wo sie was bekommen. Ich darf mich jetzt von Ihnen verabschieden, ich habe gleich noch ein Gespräch.“

Er brachte sie zur Tür und zeigte auf das Büro der Hausdame, klopfte dort an die Tür und als Frau Schulze öffnete, stellte er ihr Iset vor als „die Neue“. Ab dann war er urplötzlich verschwunden.

Mutter Iset blieb noch, um die Kleidungsfrage zu beordnen, dann war Iset-junior auf sich gestellt.

„Mhhh,“ meinte Frau Schulze „Wo lassen wir dich wohnen....“

Iset antwortete artig, obwohl es wahrscheinlich gar keine an sie gestellte Frage war: „Wenn ich eine Bitte äußern dürfte: Ich möchte nicht gern mit einer Muslima zusammen in einem Zimmer wohnen, und auch nicht mit einer sehr religösen Christin, Ich möchte Streit vermeiden, da ich einen anderen Glauben habe und diese Religionen immer meinen missionieren zu müssen.“

„Ich glaube, dass lässt sich einrichten. Hättest du Vorbehalte gegen eine Russin?“

„Nein, wenn sie nett ist, nicht.“

„Ich finde sie ganz nett. Sie spricht aber kein Deutsch und Englisch auch noch schlecht“

„Damit habe ich kein Problem, ich werde es mit ihr versuchen.“

„Also gut, dann kommst du zu Tatjana ins Zimmer.“

Sie gingen gemeinsam durch verschieden Flure und über Treppen, bis sie im Mädchenflügel waren. Endlich stoppte Frau Schulze an einer Tür und klopfte an.“Tatjana?“

„Da.“

„Tatjana, dies ist Iset, deine neue Zimmergenossin. Ich hoffe Ihr werdet euch gut vertragen.“

Tatjana schaute nicht gerade sehr erfreut auf Iset, kam aber auf sie zu und reichte ihr die Hand und sagte auf russisch: „Hallo, ich bin Tatjana. Du kannst das Bett an der Tür haben.“ Unterschwellig hatte Iset in ihren Gedanken gelesen: „Mist, krieg ich doch noch eine ins Zimmer, ich hätte es lieber allein gehabt.“

Iset antwortete unter Einsatz ihrer Magie: „Danke für den freundlichen Empfang Tatjana. Vielleicht können wir das Bett ja auch mal tauschen“

Die Miene Tatjanas hellte sich sofort auf, als sie meinte auf russisch angesprochen zu werden, sie hatte gar nicht mitbekommen, dass Isets Mund etwas ganz anderes gesagt hatte, als in ihrem Verstand angekommen war. „Du kommst auch aus Russland?“

„Nein ich bin aus Ägypten.“

Frau Schulze machte Stielaugen, als sie den Dialog sah. Sie verstand gar nichts mehr. Tatjanas Russisch gegen Isets Ägyptisch. Sie sah aber, dass die beiden sich offenbar verstanden und entfernte sich mit einem Kopfschütteln.

„Wie kommt es dann, dass ich dich verstehe, Du sprichst doch ein astreines Russisch!“

„Nein, ich habe nur den Sinn meiner Worte in deinen Kopf gesendet, und ich lese dort das, was du mir sagst. Ich bin Iset, und ich bin anders.“ Iset sagte es so, als ob das alleine schon alles erklären würde. Aber Tatjana war damit nicht zufrieden. Ihre Miene verfinsterte sich wieder etwas.

„Wie kann das angehen? Kannst du mir das mal erklären? Stöberst du in meinen Gedanken herum?“

„Liebe Tatjana! Du braucht keine Angst zu haben, ich lese nicht in deinen Gedanken in der Form, dass ich in deinem Kopf herumschnüffle. Es ist anders. Wenn du etwas sprichst, dann formulierst du es in deinen Gedanken und richtest es an mich, und nur diese ohnehin an mich gerichteten Gedanken lese ich. Das geht sogar ohne Worte, versuch es mal: Denk an mich, als ob du sprichst und formuliere einen richtigen Satz. Wichtig ist, dass du den Satz wirklich an mich richtest.“

Tatjana verharrte etwas und formulierte: „Kannst du mir erklären, wie du das machst?“

Iset antwortete ohne Worte: „Nein, ich kann es einfach, schon immer, es ist eine besondere Gabe unserer Familie. Ich habe sie dir gezeigt, weil sie unser Zusammenleben erleichtern kann, aber bitte sag es nicht weiter, denn ich möchte hier nicht als Hexe verschrien werden. Das bin ich nämlich nicht, auch wenn ich noch andere besondere Fähigkeiten habe.“

„Was für welche?“

„Das kann ich dir erklären, wenn ich sie verwende. Ich kann zum Beispiel Geschriebenes und Gedrucktes in jeder Sprache lesen.“

Iset packte ihre Sachen in den Schrank. Ihre Silberschale und die Flasche mit dem heiligen Wasser versteckte sie ganz hinten im Schrank.

Sie war mit dem Einräumen gerade fertig, da klopfte es wieder und Frau Schulze stand an der Tür um sie zu einem Rundgang abzuholen: „Ich zeige dir die Schule, damit du weisst, wo du überall hin musst. Zum Beispiel den Speisesaal, die Klassenräume, die Gemeinschaftsräume.“

Iset fragte „Kann ich hier auch Musik lernen? Ich würde gern ein Instrument spielen. Ich hatte sonst immer nur ein Sistrum, aber das ist ja nur ein Rhythmusinstrument. Ich möchte auch ein Melodieinstrument beherrschen.“

„Ja, das kannst du. Du kannst Klavierunterricht bekommen oder Gitarre oder Harfe lernen.“

„Harfe würde sehr gut in die Tradition unserer Kultur passen.“

„Dann werde ich dich auf die Interessentenliste eintragen.“

Iset war nicht zum normalen Beginn einer Schulperiode gekommen, aber Frau Schulze hatte gesagt, das das nichts ausmachen würde. Sie zeigte ihr ihren Kassenraum, in dem grade Unterricht stattfand: „Hallo, Kinder, dies ist Iset, sie ist neu hier. Seid bitte nett zu ihr. Vorstellen kann sie sich selbst.“

Iset kam nach vorne zur Lehrerin. „Hallo zusammen. Ich bin Iset und komme aus Ägypten.“

Mehr sagte sie nicht. Die Lehrerin setzte sie in die vorletzte Reihe neben ein Mädchen, das wie sie lange, schwarze Haare hatte und eine ähnlich braune Haut. Als sie sich setzte, sagte diese: „Hallo, ich bin Consuela aus Brasilien, herzlich willkommen: Schön, dass ich nicht mehr alleine sitzen muss.“

Iset freute sich über den warmherzigen Empfang und wollte gerade etwas erwidern, als die Lehrerin, Miss Morris, mit strenger Stimme zum weitermachen ermahnte: „We had been interrupted, let's continue the Lesson“

-*-

Beat hatte sich schon gewundert, dass niemand auf dem Bahnhof war, um sie abzuholen, und so hatten sie sich ein Taxi genommen. Beat hatte ein komischen Gefühl im Bauch, Bisher war er immer vom Bahnhof abgeholt worden, warum heute nicht?

Sein ungutes Gefühl verstärkte sich, als er den Rettungswagen vor der Haustür stehen sah. Er sprang sofort aus dem Taxi Niit übernahm die Bezahlung und er stürmte mit lange Schritten nach drinnen. „Was ist passiert?“ Eine Frau lag blutüberströmt auf dem Boden und ein Sanitäter bemühte sich um sie. Sein Vater stand dabei und wusste nicht was er tun konnte. „Hallo Be, da bist du ja, Mama ist gestürzt und hat sich dem Kopf aufgeschlagen und ist dann bewusstlos geworden.“

Beat schaute genauer hin. Ja, es war tatsächlich seine Mama. Vor lauter Blut hatte er sich gar nicht erkannt. Er sprach den Sanitäter an: „Wie sieht es aus? Atmung, Blutdruck, Puls, Kreislauf?“

„Sind sie Arzt?“ „Fast. Unmittelbar vor dem Examen. Darf ich mal sehen?“

Beat kniete sich neben seine Mutter und konzentrierte sich, sein Sternenstein begann zu leuchten.

Zum Sanitäter sagte er: „Bitte schauen Sie nicht hin, das Licht könnte sonst Ihre Augen schädigen, Am besten schließen Sie die Augen und halten zusätzlich die Hand davor!“

Er hielt die Hand mit dem Sternenstein-Ring ganz dicht über den Kopf und schloss seinerseits die Augen, um die normal-visuellen Eindrücke auszublenden. Nun sah er die Dinge, die unter der Oberfläche lagen.

„Eine subdurale Hirnblutung, ich muss sie unbedingt zum Stehen bringen!“

Niit kam dazu, schaute sich um und hatte sofort den Überblick. Sie hockte sich neben Beat und aktivierte gleichfalls ihren Stein. Jetzt, mit ihrer vereinten Magie, sah Beat klarer. Das gerissene Blutgefäß, das Blut,das immer noch daraus hervor sickerte. Niit sagte: „Lass mich das machen!“

Sie griff mit ihren Gedankenkräften tief in das Gewebe hinein, das Blutgefäß schloss sich. „Wir müssen den Druck ableiten!“ sagte sie in Gedanklicher Verbindung zu Beat. Fällt Dir was ein? Trepanieren können wir hier nicht. Können wir die Resorption über das Blutgefäßsystem beschleunigen?“

„Lass es uns gemeinsam versuchen.“

Tatsächlich, es gelang ihnen, zuerst fast unmerklich löste sich das schwärzliche Blut auf, es wurde heller zwischen Hirnhaut und Gehirn. Beats Mutter schlug die Augen auf und flüsterte: „Beat, ich hab gschpürt, dass du da bischt.“

„Bleib ruhig liegen, Mama, du darfst dich jetzt nicht bewegen. Mach die Augen zu.“

Sie machten weiter, bis das Gehirn im Kopf normal aussah und kein Blut mehr in der Hirnflüssigkeit zu sehen war. Dann kümmerten sie sich um die Platzwunde. Auch die konnte sich mit der vereinten kraft ihrer Magie bald schließen. Der Sanitäter stand fassungslos daneben, als Beat und Niit ihr Werk vollendet hatten. Beat sagte: „So, Mama, jetzt kannst du aufstehen!“

„Wie haben sie das gemacht?“ fragte der Sani. „Neue ausländische Methode, bei uns noch nicht zugelassen,“ antwortete Beat, „aber in diesem Notfall fühlte ich mich dazu verpflichtet, sie einzusetzen. Es ist noch streng geheim, wird aber vielleicht in ein paar Jahren zum Standard werden.“

Nun konnte Beat seine Mutter endlich in die Arme schließen. „Da bin ich ja jerade rechtzeitig gekommen. Mama, das ist Niit. Wir haben beschlossen, dass wir miteinander leben wollen.“

„Dann komm her und lass dich küssen, Mädel! Herzlich willkommen bei uns. Wir vertrauen darauf, dass Beat richtig gewählt hat und freuen uns, dich kennen zu lernen.“ Sie breitete in einladender Geste die Arme aus und Niit nahm die Einladung gern an. Sie küssten sich auf beide Wangen und dann auf den Mund.

„Ich bin die Anna, und das ist der David, mein Mann.“

Sie machte eine halbe Drehung und gab Niit gleich weiter an David, der sie genauso herzlich umarmte.“

Der Sanitäter bestand darauf, Anna zur Untersuchung ins Spital mitzunehmen und David stimmte dem zu. Beat sagte zwar, dass es nicht nötig sei, es sei alles in Ordnung, aber angesichts der Bewusstlosigkeit wollte niemand ein Risiko eingehen, Beat und Niit fuhren im Rettungswagen mit, David im PKW hinterher. „Vielleicht muss er jemanden mitbringen, damit die Fahrt bezahlt wird,“ sendete Niit. „Nein, das ist es nicht, die Leerfahrt wird auch nach Kilometern abgerechnet. Aber in so einem Fall werden sie wohl immer zur Sicherheit ein MRT machen.“

„Wir müssen nur aufpassen, dass sie wegen unserer Methode nicht neugierig werden.“

„Das ist zu befürchten. Wir müssen uns einsilbig geben und im Zweifelsfall mit Geheimhaltung herausreden.“

Es war das Spital, in dem Beat auch sein Praktikum gemacht hatte, un der diensthabende Arzt kannte ihn noch aus der Zeit. „Hallo Beat, was ist passiert?“

„Ich kam erst etwas später dazu. Mutter ist gestürzt, mit dem Kopf aufgeschlagen und war bewusstlos. Gehirnerschütterung. Jetzt scheint alles in Ordnung, aber vielleicht wollt ihr zur Sicherheit doch ein MRT machen.“

„Ja, wir schieben sie gleich durch die Röhre.“

„Wenn alles in Ordnung ist, könne wir sie doch gleich wieder mitnehmen,oder?“

„Ja, da hab ich keine Bedenken, wenn aber irgendwelche Verschlechterung eintritt, Bewusstseinstrübung, Gesichtsfeldausfall oder sowas, dann muss sie sofort hierher zurück.“

„Das ist ja wohl selbstverständlich!“

„Und was macht eigentlich dein Studium?“

„Ich stehe unmittelbar vor dem Examen.“

„Willst du deine Assistenzarztzeit nicht bei uns machen? Tüchtige Leute können wir gut gebrauchen“

„Nein, vielen Dank, ich habe schon eine Stelle im Ausland. Ich glaube, dort werde ich dringender gebraucht.“

„Schade, wir hätten dich gerne gehabt.“

Die Prozedur mit der Magnetresonanztomographie war in einer halben Stunde abgeschlossen, der Befund hätte besser nicht sein können,hatte der Arzt gesagt. Von der äußeren Kopfverletzung hatte er überhaupt nichts mehr bemerkt, und dass es eine Hirnblutung gegeben hatte, war in der Tomographie überhaupt nicht mehr zu sehen. So fuhren sie dann zu viert wieder nach Hause.

„Beat, es tut mir ja leid, dass wir euch nicht abholen konnten, aber wir sind dir ja so dankbar, dass du so gut helfen konntest.“

„Das ist doch selbstverständlich. Ich bin dafür aber auch dankbar, das konnte ich vor meinem Ägyptenaufenthalt noch nicht. Diese Methode gibt es hier in Europa nicht, und wer weiß, wie es Mama sonst gehen würde. Aber Papa, bitte erzähl niemandem etwas davon, eigentlich hätte ich das noch gar nicht gedurft. Aber der Notfall rechtfertigte die Maßnahme.“

„Ist schon, gut Bub, von mir erfährt keiner was.“

„Du, Beat,“ ließ sich seine Mutter vernehmen, „was war das, als ich da gelegen hab, da hatte ich die Augen zu, aber ich hab dich trotzdem gesehen, ganz in blaues Licht gehüllt.“

„Das war ich Mama, mir heilendem Licht. Deswegen geht es dir jetzt wieder gut, aber die gleiche Bitte geht auch an dich, sags nicht weiter, wegen der Kompetenzüberschreitung vor dem Examen und so.“

„Schon gut mein Schatz, und heute abend feiern wir erstmal deine Heimkehr.“

„Mama, es ist aber nur für kurze Zeit. Ich muss praktisch gleich wieder nach Zürich, und nach dem Examen geht’s wieder nach Ägypten, zur Arbeit in Niits Heimat. Ich werde euch dann zwar gelegentlich besuchen kommen, aber mei Lebensmittelpunkt wird drüben bei Niit und dem Baby sein.“

„WAAAAS? Baby? Und das erfahren wir erst jetzt, so zwischen Tür und Angel? Du Lausebengel, da hättest du sofort anrufen müssen!“

Mutter Anna gab ihm mit gespielter Entrüstung einen Klaps auf den Po.

„Niit, was sagst du dazu?“

„Ich freu mich wahnsinnig auf das Baby, dass er nichts gesagt hat, war seine Entscheidung, er wollte euch überraschen. Aber er hat versprochen, ein guter Vater zu werden.“

„Dieser Bub. Man erlebt doch immer wieder Überraschungen.“

„Nein, langweilig ist es nicht mit ihm. Und bei uns wird er alle Hände voll zu tun haben.“

„Und was ist mit heiraten? Wollt ihr, dass das Kind unehelich zur Welt kommt?“

„Bei uns gelten andere Regeln. Wir brauchen keinen amtlichen Stempel, um miteinander glücklich zu sein. Für das Kind macht es keinen Unterschied. Die Göttin hat unsere Verbindung bereits gesegnet.“

„Wovon sprichst du?“

„Von der Göttin, Isis heißt sie bei euch. Sie ist die Göttin der Liebe und damit die Garantin für das Leben schlechthin.“

„Ich habe schon mal was vom Isiskult gehört, der war bei den alten Römern „in““.

„Wir sind eine kleine Glaubensgemeinschaft, die sich diesen Glauben seit Anbeginn der Zeit erhalten hat. Isis war schon, bevor es die alten Römer gab, seit den Anfängen der Kultur in Ägypten.“

Beat ergriff das Wort: „Mama, ich weiß nicht, ob du das verstehst, ich habe die Göttin gesehen und ich bin der Gemeinschaft beigetreten. Ich bin von der Richtigkeit meiner Entscheidung überzeugt.“

„Bub, du hast immer getan, was du für richtig gehalten hast und dir nicht dreinreden lassen. Da werd ich es jetzt nicht versuchen.“

„Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, mehr über unsere Gemeinschaft zu lernen. Alles, was ich bis jetzt erfahren habe, hat mich darin bestärkt, dass meine Entscheidung richtig war. Die Göttin ist übrigens logischerweise die Göttin aller Menschen, auch derer, die nicht an sie glauben. Im Gegensatz zu anderen Religionsgemeinschaften, bedeutet ein anderer Glaube aber nicht zwangsläufig die ewige Verdammnis, sondern es hängt vom Individuum ab. Ich will es jetzt nicht vertiefen, aber ich habe jetzt eine weitere Familie drüben und bei der fühle ich mich genauso wohl, wie ich mich immer bei euch gefühlt habe. Ihr seid auch herzlich eingeladen, uns drüben zu besuchen.“

„Das nehmen wir gerne an.“

Niit wurde durch Beats Elternhaus geführt und verglich die Bilder, die sie von Beat empfangen hatte, mit der Realität. Das Haus wirkte viel kleiner, aber dass soll wohl immer so sein, weit die Erinnerungen eines kleinen Kindes aus einer anderen Perspektive stammen. Im Großen und Ganzen hatte sie es sich aber so vorgestellt.

Anna sagte: „Beat, wir haben kein zusätzliches Bett. Du kannst Niit in deinem Zimmer schlafen lassen uns gehst selbst auf das Wohnzimmersofa.“

„Kommt gar nicht in Frage. Wir brauchen nicht viel Platz, wir gehen zusammen.“

„Wenn du meinst.“

„Mama, keine Sorgen, wir schaffen das schon“ Beat lächelte und Niit grinste breit. „Wir sind da sehr genügsam.“

Dann werd ich uns erstmal was zu essen machen. Anna verschwand in der Küche, und bald duftete es himmlisch nach Rösti und geschmolzenem Käse.

Beim gemeinsamen Essen redeten sie weiter. „Nun Bub, wie lange bleibt ihr?“ fragte David

„Wir wollten nur kurz bleiben, damit ihr Niit kennenlernt, und dann will ich meine Wintersachen mitnehmen nach Zürich. Wenn ich mein Examen in der Tasche haben sollte, dann kommen wir noch ein mal kurz zum Abschied, und dann geht’s wieder nach Ägypten.“

„Schade, ihr hättet gerne noch ein paar Tage länger verweilen dürfen.“

Anna wandte sich an Niit: „Und was machst du so zuhause, beruflich meine ich?“

„Ich habe mehrere Funktionen, Ich bin Priesterin, gleichzeitig aber auch für die Rechtsprechung zuständig, man würde das hier als Mischung zwischen Staatsanwältin und Richterin ansehen. Dann habe ich auch noch einige Kenntnisse in der Medizin und Pflanzenheilkunde. Na ja, und weil mich das nicht ganz ausfüllt,“ sie lachte einmal auf, „treibe ich noch ein bisschen Sport und gehe auf die Falkenjagd, die bei uns eine lange Tradition hat. Aber meine Lieblingssportart ist das Bogenschießen. Da gibt es niemanden, der es mit mir aufnehmen könnte.“

Davit hatte begeistert zugehört: „Ich bin hier im Schützenverein Vereinsmeister im Bogenschießen, mich hat noch keiner besiegt, das würde ich ja gerne einmal testen.“

„Von mir aus gerne, aber ich habe meinen Bogen nicht dabei. Mit meinem Bogen schieße ich auf hundert Schritt einer Fliege das Auge aus.“

„Übertreibst du auch nicht?“

„Beat wird dir bestätigen, dass ich niemals übertreibe. Das Einzige, womit ich manchmal über das Ziel hinausschieße, ist meine Reaktion, wenn ich richtig wütend werde. Dann sollte man mir besser aus dem Weg gehen, sonst kann es böse enden.“

Sie tranken noch ein Glas Wein zusammen und sagten sich dann Gute Nacht. Niit konnte es kaum erwarte, mit Beat endlich alleine zu sein. Hier war natürlich nicht wie im Hotel, das Bad direkte an das Zimmer angeschlossen, sondern sie mussten einmal über den Flur. Niit machte das, wie sie es von zuhause her gewohnt war, nackt. Dass die sabei von David gesehen wurde, störte sich nicht im geringsten, sie lächelte ihm zu und gin ungerührt weiter. Beat folgte ihr. Sein Vater nahm ihn am Arm und flüsterte ihm zu: Ihr hättet doch auch einen Bademantel nehme können.“

„Das findet Niit absolut überflüssig. So ist sie eben, absolut ungezwungen und natürlich, und das liebe ich an ihr.“

„Geniert sie sich denn überhaupt nicht, sich so zu zeigen?“

„Nein. Das ist ihr völlig fremd. Und wie ich sehe, genießt du ihren Anblick ja auch.“

Beat zeigte auf die Beule in Davids Hose und lachte.

Beat ließ seinen Vater stehen und schloss die Badezimmertür hinter sich. Er drehte aber nicht den Schlüssel herum. Er hatte sich schon so an Niits freie Art gewöhnt, dass es ihm egal war, ob seine Eltern nun hereinkämen oder nicht. Niit hatte keine Zahnbürste mit, also gab Beat ihr seine: Wir haben inzwischen sowieso die gleiche Mundflora, dann kannst du auch meine Zahnbürste benutzen.“

Sie duschten schnell zusammen, wobei sie auf übertriebene Intimitäten unter der Dusche verzichteten, die Dusche hier war dafür auch nicht unbedingt ausgelegt. Sie wollten nur so schnell wie möglich miteinander ins Bett, und das schafften sie auch.

Niit kuschelte sich eng an Beat. „Eng ist es hier, aber gemütlich.“

Sie löschten das Licht und freuten sich auf den Rest der Nacht.

Du darfst gern weiterschreiben ;)

Wieder mal eine wirklich gelungene Fortsetzung, freue mich schon auf Teil 506 ;)

Der folgende Teil ist ein Teil ohne Erotik, weil eine Minderjärige die Hauptperson ist, aber da sie auch zur Geschichte gehört, muss dieser Teil sein. Aber dies ist ja keine Porno- sondern eine Fantasystory.

Herzlichst

NeferKaRe

Böse Buben

Im Grunde hatte sich Iset im Unterricht gelangweilt. Was Neues für sie war nicht dabei, sie hatte einmal das Lehrbuch in die Hand genommen, wie sie es mit Beats Medizinbüchern gemacht hatte, und schon war sie „im Bilde“, es war alles abgespeichert.

Sie versuchte eine flüsternde Unterhaltung mit Consuela anzufangen, aber die Lehrerin unterband das sofort. Sie würde ihren Rüffel dafür heute Abend beim Abendessen bekommen. So fühlte sie sich erleichtert, als endlich die Pausenglocke läutete und sie nach draußen durften.

Große Pause. Die meisten Schüler holten sich jetzt einen Snack ab, aber Iset war nicht danach. Sie wollte Näheres über ihre Banknachbarin, Consuela, wissen.

Dass sie aus Brasilien kam, wusste sie schon. Ihre Eltern hatten eine riesige Plantage, auf der Zuckerrohr angebaut wurde, zur Biosprit-Produktion. Damit waren sie reich geworden. Dass es in Brasilien riesige Unterschiede zwischen Arm und Reich gab, dazwischen aber wenig, schien sie nicht zu tangieren. Das war eben so. Das einzig Lästige war ihrer Meinung nach, dass man sich privat wie in einer Festung fühlte, mit hohen Mauern und Stacheldraht, Videokameras auf den Mauern und einem bewaffneten Wachdienst. Zur Schule war sie immer mit Leibwächter gefahren, und sie fand es erholsam, dass man hier sicher war. -Obwohl- so sicher offenbar auch nicht, sie hatte gehört, selbst hier an der Schule gäbe es Kriminalität, auch wenn sie bisher noch nichts davon gespürt hätte.

„Kannst du das näher erläutern?“ fragte Iset

„Na, ja Rauschgift, zum Beispiel Kokain wird hier verkauft, und dann soll es unter den Jungen auch Gewalt geben.“

Sie hatte es gerade gesagt, da kamen zwei Jungs vorbei. Sie sahen aus wie alle Schüler hier, im korrekten Anzug mit gestreifter Krawatte. Sie waren schon deutlich älter als sie. Ihr Verhalten war aber gar nicht korrekt. Einer rempelte Iset an und kniff ihr dann in den Po.

„Au! Was sollte das denn?“

Der Junge antwortete nicht, sondern ging feixend weiter.

Iset rannte hinterher: „Ich erwarte von dir eine Entschuldigung, sonst...“

Blitzartig drehte der Junge sich um und funkelte sie an: „Sonst was?“

„Sonst wirst du die Konsequenzen zu tragen haben.“ sagte Iset mit scharfer Stimme.

„Har, Har, Har,“ er imitierte das Lachen der Panzerknacker von Micky-Maus. „Da bekomm ich ja direkt Angst. Aber pass du mal auf, dass du nicht plötzlich ne Tracht Prügel einfängst!“

„Ich habe dich gewarnt“ sagte Iset, drehte sich um und stolzierte hoch erhobenen Hauptes davon.

Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der Junge ihr folgen würde, was er tat und er stellte ihr ein Bein, so dass sie auf den Boden fiel. Er tat so, als ob er ihr aufhelfen wollte, kniff sie dabei aber so heftig in den Oberarm, dass sie unwillkürlich aufschrie.

Er ließ sie stehen und ging ungerührt zu seinem Kumpel.

Ein andere Junge, der das offenbar gesehen hatte, kam zu Iset und sagte: „Du bist neu hier. Kleine Mädchen können schnell mal zu Opfern werden. Ich kann dich vor so etwas beschützen.“

„Vielen Dank! Das ist sehr edelmütig“ sagte Iset, aber sie war hellhörig geworden, in den Gedanken den Jungen schwang ein Unterton mit, der ihr nicht geheuer vorkam. Er war böse. Sie spürte, dass er böse war, und dass er etwas mit den anderen beiden zu tun hatte.

„Es wird aber eine Kleinigkeit kosten, schließlich opfere ich meine Freizeit..:“

„Daher weht der Wind“ dachte Iset und sie antwortete: „Ich kann sehr gut auf mich selber aufpassen.“

„Aber vielleicht geht es beim nächsten mal nicht so einfach ab..“ Jetzt war die Drohung unüberhörbar.

„Ich habe deinen Kumpel gewarnt, er wird seiner Strafe nicht entgehen, und du solltest dein Tun auch noch überdenken. Man bedroht Iset nicht ungestraft, nimm das zu Kenntnis!“

Iset ließ ihn stehen und ging zu Consuela zurück. Consuela hatte einen Teil des Geschehens verfolgt und war blass geworden. „Mit denen solltest du dich besser nicht anlegen. Man sagt, deren Eltern kommen aus der Russenmafia-Szene und sind mit Kriminalität reich geworden. Nur weil sie dieses schmutzige Geld haben, sind die Kinder hier, die prollen immer viel rum mit dem Reichtum ihrer Eltern, als ob wir anderen hier arme Würstchen wären.“

„Mich schüchtern die nicht ein. Weißt du, wie die heißen?“

„Oleg und Igor waren die beiden zuerst, und der letzte war Sergej“

„Was meinst du, hat es Zweck, mit den Lehrern zu sprechen?“

„Die werden dir nicht glauben, weil die im Unterricht lammfromm sind.“

„Dann nehme ich die Sache selbst in die Hand. Die werden mich kennenlernen.“

„Sei bloß vorsichtig, die sind gefährlich!“

„Die wissen aber nicht, wie gefährlich ich sein kann.“

Es klingelte wieder. Geschichte stand auf dem Stundenplan. Wie es der Zufall so wollte, fingen sie mit den Anfängen der Geschichte an, und die lag in Ägypten.

„In Ägypten beginnt das, was wir historische Geschichtsschreibung nennen. Man fand in den Gräbern und auf Monumenten eine Bilderschrift, aber niemand konnte sie entzifferen, bis man den Stein von Rosetta fand, auf dem ein Text in drei Sprachen, in Hieroglyphen, in Demotischer Schrift und in Griechisch geschrieben war.“ dozierte der Lehrer.

„Es dauerte dann aber noch etliche Jahre, bis Champollion, ein Franzose die Hieroglyphen entziffern konnte. Man konnte sie danach lesen, aber keiner weiß bis heute, wie es gesprochen wurde, und deswegen haben die Historiker eine Art künstlicher Sprache daraus gemacht, indem sie zwischen die Konsonanten eigenmächtig Vokale gefügt haben, um das Ganze sprechbar zu machen“

Iset meldete sich. „Ja Iset, was kannst du dazu beitragen, du bist doch aus Ägypten?“

„Das ist so nicht richtig. Es gibt durchaus Menschen, die die Hieroglyphenschrift und Sprache beherrschen.“

„Und wer soll das deiner Meinung nach sein?“

„Na, wir. Meine Familie, mein Volk“

In der Klasse entstand Unruhe, einige lachten.

Der Lehrer wollte zuerst ungehalten reagieren, aber er hatte die Ermahnung des Schulleiters noch im Ohr, was Isets Ehrencodex betraf. So versuchte er einen milden Klang in seine Stimme zu legen und sagte: „Hier ist ein Bild des Steines von Rosetta. Kannst du uns den Hieroglyphentext vorlesen?“

„Natürlich.“

Und Iset las in der alten Sprache, das R rollend und die kehligen Rachenlaute betonend.

Als sie fertig war sagte sie: „Diese Schriftzeichen waren aber nur wichtigen sakralen Texten vorbehalten. Die Alten schrieben Hieratisch, was dann später zu Demotisch abgewandelt wurde. Mit der Besetzung durch die Griechen kamen dann gewisse Zeichen dazu, zum Beispiel der Laut „L“, den wir in unserer alten Sprache nicht kannten. Ich schreibe mal etwas an die Tafel.“

Iset schreib einen kurzen Text in Hieratischer Schrift.

„Die Schreiberlehrlinge lernen zuerst diese Hieratische Schrift. Die Hieroglyphen, das heißt 'die Heiligen Schriftzeichen', erfordern sehr viel mehr Mühe und Sorgfalt, die lernt ein Schreiber erst später. Dies ist der gleiche Text in Hieroglyphen“

Sie malte die entsprechenden Zeichen an die Tafel.

Der Lehrer fragte jetzt dazwischen. „und wie kommt das, dass die Welt davon nichts weiß?“

„weil wir zurückgezogen leben und dafür keine Werbung machen. Wir haben einen Glauben, den die anderen uns nicht gönnen, und deswegen leben wir seit anderthalb tausend Jahren zurückgezogen. Ich bitte um Verständnis, wenn ich nicht sage, wo, denn wir wollen gerne so weiterleben.“

„Danke Iset. Du kannst dich setzen, wenn du weiterhin Sachen weißt, die uns weiterhelfen können, dann meldest du dich, ja?“

„Immer gerne.“

Der Lehrer war beeindruckt, mit welcher Sicherheit Iset ihr Wissen vorgetragen hatte. Seine Zweifel waren verflogen, das Mädchen wusste wirklich, wovon sie sprach. Das gab für die Altertumsforschung ja ungeahnte Perspektiven.

Er fuhr fort: „Unsere Kenntnis von Ägypten beginnt eigentlich mit den steinernen Großbauwerken, den Pyramiden. Das älteste ist die Stufenpyramide des Djoser, um 2700 vor Christi Geburt. Die Berechnung der Zeit ist für uns etwas schwieriger als heute, weil die Jahre immer nur in der Regierungszeit eines Herrschers weitergerechnet wurden, also heißt es in Inschriften: im 4. Jahr der Regierung des Pharao.... und wenn der starb, dann fing man wieder beim Jahr eins an zu zählen.“

Iset meldete sich wieder: „Der Pharao, den die Welt als Djosr kennt, heißt eigentlich Nub-Hor, Goldener Horus, Djosr ist einer seiner Titel und heisst „der Erhabene“. Er war derjenige, der die beiden Reiche vereinigt hat, also Ober- und Unterägypten. Und er hatte einen genialen Baumeister, Imhotep, das heißt „Imen ist zufrieden“ Imen ist der alte Name des Gottes, den die Menschen heute als Amun kennen.

Dieser Baumeister hat dem König für die Zeit seines Lebens nach dem Tod sein Haus für die Ewigkeit gebaut und alle Bauelemente, Holz, Papyrus in Stein nachgebildet. Die weltlichen Bauten hielten oftmals nur ein Jahr, weil das jährliche Hochwasser sie immer wieder wegspülte, und die wurden dann einfach neu aufgebaut. Diese Steinbauwerke waren Vorbilder für alle späteren Baumeister und Imhotep wurde nach seinem Tod in den Rang eines Gottes erhoben. Das ist vergleichbar mit der Heiligsprechung bei den Christen.“

Iset war ganz in ihrem Element und kaum zu bremsen. Die Klassenkameraden hingen an ihren Lippen und die Begeisterung wirkte ansteckend. Endlich mal eine, die etwas davon verstand, was da gelehrt wurde. Der Lehrer sah, wie die Übrigen reagierten und ließ sie erzählen. Erst die Pausenglocke unterbrach ihre Ausführungen.

In der Pause ging sie ins Büro des Direktors. Im Vorzimmer saß eine Sekretärin und fragte sie nach ihren Wünschen: „Was möchtest du? Um was geht es?“

„Das möchte ich dem Herrn Direktor gern selbst sagen. Es ist wichtig. Sehr wichtig sogar.“

Die Sekretärin nahm das Telefon und drückte einen Knopf. „Iset ist hier und möchte Ihnen etwas sehr wichtiges sagen.“

Sie lauschte in den Hörer, drehte sich dann zu Iset um und sagte: „Du kannst hineingehen, aber der Chef hat wenig Zeit.“

„Guten Tag, Herr Baalmann“ begrüßte Iset ihn höflich.

„Na, was gibt’s so wichtiges.“

Iset erzählte de Vorfall vom Schulhof. Herr Baalmann blickte mit zusammengezogenen Augenbrauen und antwortete dann: „Das sind schwere Anschuldigungen. Um dem nachgehen zu können, brauche ich objektiv verwertbare Beweise.“

„Gut, wenn Ihnen meine Aussage nicht genügt, werde ich die Sache selbst in die Hand nehmen. Ich wollte Sie nur nicht übergehen.“

„Iset, es ist ja nicht, dass ich dir nicht glaube. Aber um gegen die Jungen vorgehen zu können brauche ich sozusagen „gerichtsfeste“ Beweise. Die Aussage eines Mädchens reicht da nicht.“

„Ist schon gut, ich kann mir selber helfen, ich wollte nur sicherstellen, dass Sie davon wissen. Ich kenne keine Angst, ich stehe unter dem Schutz der Göttin.“

„Gut Iset, bitte sei vorsichtig, und wir werden dem nachgehen. Auf Wiedersehen“

Iset suchte eine Toilette auf. Das war ein idealer Ort, wo man ungestört war. Sie konzentrierte sich auf ihren Sternenstein und ihre Mutter und hatte sofort eine gedankliche Verbindung hergestellt.

Sie berichtete von dem Vorfall in der Klasse und schilderte ihre Pläne: „Ich möchte ein paar unfreundliche Insekten auf die ansetzen, solange, bis sie vor mir auf den Knieen ankommen.“

„Kind, sei vorsichtig. Soll ich dich nicht doch lieber da herausholen?“

„Nein, ich mach das schon. Außerdem werde ich die Göttin noch um ein paar angemessenen Träume für die Jungs bitten.“

„Ich denk an dich. Wenn du was brauchst, melde dich. Tschüss mein Liebling.“

„Tschüss Mama, gib Frank einen Kuss von mir.“

Damit unterbrach sie die Verbindung. Im Gegensatz zu den Anderen brauchte sie kein Handy. Ungemein praktisch.

Der Nachmittag war frei. Iset ging mit Consuela durch den Park spazieren und sie unterhielten sich über ihr zuhause. Consuela hatte Heimweh und so versuchte Iset ihr nach Kräften zu helfen.

„Es ist schon erstaunlich, wie viele Eichhörnchen es hier gibt.“ meine Iset plötzlich, als wieder einmal eines dieser rotbraunen, buschige Wesen über ihre Weg hüpfte.

„Herr Baumann soll mal versucht haben, hier möglichst viele heimisch zu machen,“ erwiderte Consuela

„Na, ja, die sehen zwar ganz lustig aus, aber auf der einen Seite sind sie ziemlich dumm, auf der anderen auch ziemliche Nesträuber. Er hätte lieber ein paar Raben ansiedeln sollen, die sind wenigstens intelligent“ Sie zeigte dabei auf einen Kolkraben,der hoch oben in der Luft über ihnen mit rudernden Flügelschlägen seine Bahn zog. „Ich ruf ihn mal her.“

„Kannst du das wirklich?“

„Nur wenn er will. Schließlich ist er kein Haustier.“

Iset schloss die Augen und ließ ihre Gedankenkräfte nach dem Vogel greifen. Schon hatte sie ihn erreicht und eine Verbindung hergestellt. „Hallo, ich bin Iset, das Menschenkind hier unten das gerade winkt. Ich würde mich gern mit dir unterhalten, könntest du hier herunterkommen? Wir sind Freunde.“

Der Rabe wechselte abrupt seine Flugrichtung und flog einen Kreis, als würde er etwas suchen, dann kam er heruntegesegelt und ließ sich auf der Umfassungsmauer der Schule nieder.

„Danke, dass du gekommen bist“ sendete Iset.

„Wie kommt es, dass du unsere Sprache sprichst?“ krächzte der Rabe

„Ich spreche direkt in deinen Geist“ sendete Iset, „ich kann das, weil ich Iset bin. Bist du hier zuhause?“

„Ich wohne oben im Wald am Berghang. Dort ist es geschützt und wir werden nicht gestört. Aber die Zeiten sind schlecht, es gibt wenig zu essen.“

„Vielleicht kann ich helfen. Was möchtest du?“

„Küchenabfälle würden mir reichen.“

„Ich werde mit der Küche sprechen. Wenn ich kann, bringe ich morgen um diese Zeit eine Wanne hierher.“

„Danke Iset.“

Der Rabe stieß sich von der Mauer ab und flog in einem eleganten Bogen davon.

Consuela staunte. „Was hast du gemacht, damit er kam?“

„Ich habe ihn gerufen, auf geistiger Ebene. Er hat gebeten, ob wir ihm morgen etwas an Küchenabfällen bringen können. Ich werde mit der Küche sprechen und mit dem Biolehrer.“

Als die Zeit für das Abendessen kam, war Iset wie immer schon hungrig und so konnte sie es gar nicht erwarten dass der Speisesaat geöffnet wurde. Aber die Regeln mussten eingehalten werden. Zuerst hatten alle hinter ihren Stühlen zu stehen, dann durfen sich die Mädchen hinsetzen, erst als das letzte Mädchen saß, die Jungs. Beim Essen wurde nicht geredet.

Beim Hinausgehen traf sie wieder auf die drei Schutzgelderpresser. Sie sprach sie an: „Ich gebe euch noch einmal die Möglichkeit euch zu entschuldigen und mir zu versichern, dass sowas nicht mehr vorkommt.“ Sie blickte die Drei herausfordernd an.

Oleg, der älteste mit dem brutalsten Gesicht, lachte sie aus und zischte ihr zu: „Du wirst uns auch nochmal ohne Zeugen über den Weg laufen. Da kannst du dich schon drauf freuen.“

Iset erwiderte so hochnäsig und arrogant, wie sie nur konnte: „Gut, dann wünsch ich euch schöne Träume. Ihr werdet an jetzt so lange leiden, bis ihr auf Knien zu mir kommt und um Verzeihung bittet.“ Damit rauschte sie ab. Hinter sich hörte sich noch das Lachen der Drei, die sich gar nicht mehr halten konnten. „hahaha, auf Knien, hahaha“

Erst in ihrem Zimmer traf sie Tatjana wieder. Tatjana war in einer besonderen Klasse, sie sollte erstmal auf ein unterrichtsfähiges Sprachniveau gebracht werden. Sie begrüßte Iset herzlich.

Iset fragte sie gleich nach dem bösartigen Trio aus. „Oleg, Igor und Sergej heißen die.“

Tatjana erschrak sichtlich. „Vor denen würde ich mich in acht nehmen, die haben keinen guten Ruf.

Die Eltern sind zwar stinkreich, aber haben keine Kultur, es geht das Gerücht, dass der Reichtum nicht ehrlich erworben wurde.“

„Zu spät. ich habe mich schon mit denen angelegt, ich werde dafür sorgen, dass das kriminelle Treiben hier beendet wird.“

„Und wie willst du das machen?“

„Ich werde beten, beten um schlechte Träume für die Drei.“

„Und du meinst, das hilft?“

„Da bin ich ziemlich sicher.“

„Da wüsche ich dir Glück“ sagte Tatjana, aber sehr skeptisch.

Iset machte noch einen Ausflug zur Küche und trug ihren Wunsch dort vor, stieß aber auf Ablehnung. „Kolkraben sind aber scheu und selten, wenn der Biologielehrer das befürwortet, kann ich dann ein paar Küchenabfälle verfüttern?“

„Ja dann schon. Aber wir wollen vermeiden, dass Ratten angelockt werden.“

„Das kann ich garantieren. Ich werde die Abfälle in einer Wanne bringen und die Reste wieder mitnehmen.“

„OK, dann meinentwegen.“

Iset hatte ihr Programm für den Tag so gut wie erfüllt und kehrte ins Zimmer zurück. Tatjana hatte wieder ihr Buch vor sich liegen und versuchte, das Gelernte, beziehungsweise nicht gelernte zu rekapitulieren. Iset überlegte, wie sie ihr helfen könnte. Sie würde sie einfach fragen: „Tatjana, kann ich dir irgendwie helfen?“

„Weiss ich nicht, ich muss einfach so viele Wörter lernen, und ich darf die nicht durcheinanderbringen.“

„Ich werde es versuchen. Schließe bitte die Augen und lass dich fallen, denk einfach an mich. Ich werde dich berühren und versuchen, meine Kräfte an dir anzuwenden. Vielleicht wird es etwas kribbeln, aber das ist normal. Halte die Augen aber schön zu, das Licht, dass jetzt entsteht, könnte dich sonst schädigen.“

Sie setzte sich neben Tatjana, nahm ihren Sternenstein ab und wickelte die Kette um die Hand, so, dass der Anhänger in der Hand lag, dann legte sie ihre Hand mit dem Anhänger auf den Unterarm ihre Zimmergenossin.

„Es prickelt“ sagte Tatjana.

„Das ist normal. Nur wenn dir schlecht wird, sag Bescheid. Dann unterbreche ich sofort.“

Iset nahm das Lehrbuch in die Hand und konzentrierte sich darauf. Es ging etwas mühsamer, als bei Beats Medizinbüchern, aber da hatten sie ja beide einen Sternenstein gehabt. Wichtig war, dass es überhaupt ging. Sie sog den Inhalt des Buches in sich auf und projizierte ihn in Tatjanas Kopf.

Das klappte eine Zeitlang ganz gut, dann fing sich in Tatjanas Kopf alles an, sich zu drehen.

„Halt“ rief sie, „mir ist schwindelig, ich kann nicht mehr, alles dreht sich!“

Iset nahm den Stein von Tatjanas Arm und sie beruhigte sich.

„Komm,nun lass uns deutsch miteinander sprechen.“ schlug Iset vor.

„Was ssoll ich rreden?“ fragte Tatjana zurück.

„Egal, ich will nur testen, ob dir die Worte jetzt besser einfallen.“

„Ich glaubä, schonn.“

„Dann hatt es ja was gebracht. Ich will dich nur nicht überlasten. Vor Morgen dürfen wir das nicht wiederholen.“

„Ich wunderre mich, ich verrstähä jetzt alles, wass du saggst. Als ob ich das schonn immärr gekonnt hättä.“

„Ich habe versucht, die den Inhalt des Buches in dein Gedächtnis einzugeben. Es hat auch ganz gut funktioniert, aber irgendwann war deine Aufnahmegrenze erreicht.“

„Danke Iset.“

„Tatjana, ich habe eine Bitte. Ich werde jetzt meditieren und ein stilles Gebet abhalten, bitte sprich mich nicht an und störe mich nicht, denn es ist, als ob ich ins Koma falle, aber ich versichere dir, alles ist in Ordnung.“

„Selbstvärrständlich, Iset.“

Iset überlegte eine Sekunde, wie sie es machen sollte. Am beste wäre, sich auf das Bett zu legen und locker zuzudecken, damit die Körperwärme nicht verloren ging.

Gedacht, getan. Sie lag dort, die Augen geschlossen und konzentrierte sich. Ihr Sternenstein leuchtete, aber unter der Decke. Sie ging in die Zwischenwelt und rief die Göttin an: „Heilige Mutter, Iset, eure Tochter erbitte eure Hilfe!“

Aus dem Nichts erschien eine weißbläuliche Nebelwolke, die sich verdichtete und schließlich weißleuchtend die Gesichtszüge Isets erkennen ließ. Die Sprache entstand in ihrem Geist: „Was bedrückt dich, mein Kind?“

„Die drei Junen, die mich bedrohen und mich bereits angegriffen haben. Ihrem Treiben muss ein Ende gesetzt werden. Ich habe ihnen böse Träume angekündigt und Leiden, bis sie sich auf Knien bei mir entschuldigen. Ich weiss, das war voreilig und ich bitte euch um Verzeihung, aber ich bitte euch auch um Hilfe dabei.“

Die Lichterscheinug lächelte: „Mein liebes Kind, du hast recht getan. Ich werde dafür sorgen, dass dieses geschieht. Und ich werde dafür sorgen, dass die Wespen der Umgebung diese Jungen als Ziel auswählen. Nun kehre zurück in deinen Körper, ich bin bei dir.“ Die Erscheinung gab Iset einen Kuss auf die Stirn und ein Kribbeln rieselte durch ihren Körper. Dann fand sie sich in ihrem Körper wieder und schlug die Augen auf.

Sie sprang aus dem Bett auf und jubelte: „Die Göttin hat mich erhört!“

Tatjana schaute sie verwundert an: „Wohärr weisst du das?“

„Sie hat es mir gesagt. Ganz einfach. Wir brauchen uns keine Sorgen mehr zu machen.“

Die allgemeine Schlafenszeit war 22 Uhr, dann hatte das Licht aus zu sein. Die Hausmutter bei den Mädchen, der Hausdiener bei den Junges würde noch einmal schauen kommen, ob alle in ihren Betten waren und darauf achten, dass die Ruhe auch wirklich eingehalten würde.

Oleg lag in seinem Bett und schloss die Augen. Morgen würden sie den Druck auf die kleine neue, die so frech war, verstärken. Er grinste in sich hinein. Da sah er „sie“, Iset, leicht bläulich leuchtend, vor seinem geistigen Auge sie sagte: „Ich hatte es dir versprochen, du wirst ab heute Träume haben, bis du mich auf Knien um Verzeihung bittest. Bis dahin werden meine Freunde sich um dich kümmern, Ich wünsche Dir was.“

Damit verblasste das Bild. Es kratzte an der Tür. Er schaute hin, registrierte dabei gar nicht, dass seine Augen geschlossen waren. Ein dicke Ratte huschte dort herein, zog kurz die Lefzen hoch und zeigte ihre langen gelblichen Vorderzähne. Dann sah er sie nicht mehr, weil sie unter das Bett gehuscht war, aber er hörte sie knabbern. Das Geräusch kannte er aus seiner frühen Kinderzeit, als sein Vater ihn zur Strafe in einen Schuppen eingesperrt hatte und er von Ratten umgeben war. Er hatte sich fast zu Tode geänstigt.

Sein Blick fiel auf die Zimmerdecke. Er erstarrte. Genau über ihm sah er eine fette Spinne, groß wie seine halbe Handfläche, die sich daran machte sich abzuseilen. Wenn sie unten ankam, würde sie genau in seinem Gesicht landen.

Er schrie und sprang auf, saß schweißgebadet in seinem Bett. Jetzt erst realisierte er, dass er geträumt hatte. Verdammt noch mal! Hatte er sich von dem Mädchen so ins Bockshorn jagen lassen, dass er wirklich anfing, Albträume zu bekommen? Quatsch!

Morgen würde sie was zu fühlen bekommen!“

Vorsichtshalber schaute er nochmal unters Bett. Wirklich keine Ratte. Woher auch?

Er legte sich wieder hin und schloss die Augen. Unter dem Bett nagte was. Ihm war mulmig. Dann ging sein Blick zur Zimmerdecke. Von den Ecken her krochen dicke Spinnen über sein Bett, als sie über ihm waren, begannen sie langsam, sich abzuseilen. Wieder schrak er hoch, machte Licht an. Da kam der Hausdiener herein und sagte: „Du weißt doch, dass um 22 Uhr Licht aus ist. Ich schreibe dich auf.“ damit war er wieder draußen. Scheiße, das gab ne Strafe.

Wieder das gleiche Spiel: Augen zu und nach Minuten fing der Zauber an, Ratten, Spinnen. Er blieb wach irgendwann konnte er nicht mehr, ihm fielen die Augen zu und schon wieder kamen die Träume. Er saß mit Herzklopfen in Schweiß gebadet auf dem Bett, hielt sich mit Racheplänen wach.

Begrenzte Zeit klappte es, dann schlief er wieder ein, um ganz kurze Zeit wieder mit klopfendem Herzen senkrecht im Bett zu sitzen. Und weil er im Halbschlaf vor Erschöpfung war, hörte er unter dem Bett weiterhin die Ratten nagen.

Der Wecker klingelte. Sechs Uhr dreißig. Aus dem Bett, Duschen, anziehen. Rein Mechanisch verrichtete er sein Pensum, war total übermüdet und wankte zum Frühstück.

Seine beiden Kumpel traf er dort im gleichen Zustand. Tiefe Ringe hatten sie unter den Augen. Er fragte nach. Sie hatten alle drei erst die Erscheinung von Iset gehabt und dann die ganze Nacht Albträume. Nur die Subjekte waren verschieden, jeweils das, wovor sie am meisten Ekel empfanden, Hier Spinnen, da Kakerlaken, dort Maden und Würmer. Dazu nervenaufreibende Geräusche. Richtig geschlafen hatte keiner von ihnen. Aber sie würden nicht aufgeben. Als Iset sie aus einiger Entfernung sah, rief sie ihnen zu: „Das war erst der Anfang! Ihr wolltet ja nicht hören!“

Oleg murmelte: „Diese Hexe, das wird sie mir büßen!“

Die erste Stunde war Biologie. Nach dem Unterricht ging Iset zum Lehrer und sagte: „Herr Schmidt, heute nachmittag werden wir an der Mauer Besuch bekommen von einem oder mehreren Kolkraben, sich bringe ihnen eine kleine Wanne mit Küchenabfällen, weil sie im Wald im Moment eine schlechte Zeit haben, wollen Sie mitkommen und sich das anschauen?

„Kolkraben sind doch menschenscheu, die kommen doch nicht hierher. Ich habe mal welche in großer Höhe hier rüberfliegen sehen, aber hierher noch nie. Sag mal, hast du Einfluß auf die Tiere?“

„Lassen Sie sich überraschen und kommen Sie mit.“

„Das lass ich mir nicht entgehen!“

Dann ging Iset nach draußen in die Pause. Es war nur eine kurze Pause, aber Sie wurde schon erwartet. Oleg, und Igor standen an der Ecke und schauten auf den Eingang, wann sie denn endlich käme. Und als Iset aus der Tür trat, rannten sie los um sofort danach aufzujaulen: Sie hatten offenbar ein paar rastenden Wespen erschreckt, die sich mit Stichen bei ihnen rächten. Oleg und Igor drehten ab und rannten davon, die Wespen hinterher.

In der Großen Pause versuchten sie es nochmal. Die Gesichter waren zwar geschwollen von mehreren Stichen, aber das deuteten sie als Pech. Hier mussten sie wohl ein Wespennest aufgestört haben. Diesmal war auch Sergej mit von der Partie. Der Kleinen würden Sie es zeigen. Iset stand draußen und eine dicke Hornisse krabbelte auf ihrem Finger. Als die Drei mit schlenkernden Armen drohend näher kamen, streckte sie die Hand aus: „Hat es noch nicht gereicht, oder wollt ihr auf den Knien jetzt Abbitte tun?“

Oleg schluckte, als er das Insekt sah. Er flüsterte seinen Kollegen zu: „Komm, wir hauen ab!“

„Weglaufen bringt nichts!“ rief Iset hinter ihnen her. Die Hornisse brummte los, bekam Verstärkung durch mehrere Artgenossen, die die drei Jungen umschwirrten, Schreie ertönten, als sie gestochen wurden, dann endlich hatten sie die rettende Tür erreicht, aber einige der Insekten waren mit nach drinnen geflogen uns setzten ihnen weiter zu.

In der nächsten Pause hatte sie erstmal Ruhe, die Kerle mussten wohl ihre Wunden pflegen, auf jeden Fall hatten sie gemerkt, dass Iset mit den Hornissen auf besserem Fuß stand als sie.

Oleg war ins Grübeln gekommen. Sollte die Hexe ihnen doch überlegen sein? So schnell gab er nicht auf. Sie würde schnell und hart zuschlagen müssen, damit sei keine Zeit hatte, sich eine Verteidigung aufzubauen. Auf den Gedanken, einfach Abbitte zu leisten, kam er nicht, Das wäre ja das Eingeständnis einer Niederlage, und das konnte er mit seiner Würde nicht vereinbaren. Vielleicht könnten sie sie am Nachmittag erwischen.

So kam es, dass die rachedurstigen Jungs gerade durch den Garten stromerten, als Iset mit der kleinen Wanne voller Küchenabfall gemeinsam mit Consuela und Herrn Schmidt, dem Biolehrer an der Mauer standen.

„Mist“ brummte Oleg, „der Schmidt ist dabei. Wenn der was mitkriegt, fliegen wir raus.“

„Warten wir ab, ob er bleibt,“ erwiderte Sergej, „wir haben ja Zeit.“

Sie trauten ihren Augen nicht, als sie drei große schwarze Vögel, viel größer als Krähen, eher so groß wie Bussarde, auf der Mauer landen sahen.

Sie machten sich gleich über die Essensreste her und als sie einigermaßen gesättigt waren kam einer auf den ausgestreckten Arm Isets, hangelte sich an im hoch und setzte sich auf ihre Schulter.

Oleg flüsterte: „Die ist wirklich ne Hexe, ich glaube, wir haben uns das falsche Opfer ausgesucht.“

Der Rabe auf Isets Schulter rieb seinen riesigen Schnabel an Isets Hals, knibbelte vorsichtig an ihrem Ohrläppchen und gab ein paar melodische leise Töne von sich.

„Er bedankt sich“ sagte Iset. „Wir hätten seiner Familie sehr geholfen, aber jetzt muss er wieder in den Wald da oben.“

Der Rabe schwatzte weiter und Iset sagte: „Wir haben Zuschauer. Da sind ein paar ungezogene Jungs, die auf Ärger aus sind.“

Der Rabe stieß sich von Isets Schulter ab und seine beiden Kollegen folgten ihm. Mit gleichmäßig rudernden Schwingenschlägen gewannen sie schnell an Höhe und waren bald außer Sicht.

Iset verabschiedete sich von ihrem Lehrer, der sich für das unvergleichliche Erlebnis bedankte. So nah hatte er noch keinen Kolkraben gesehen, nicht einmal im Zoo, und dieser hier war kein Haustier, sondern wild.

Iset und Consuela brachten die Wanne in die Küche zurück.

Draußen warteten die drei Russenjungs.

Iset sah sie zuerst und fragte „Na, sei ihr soweit? Wollt ihr Abbitte leisten?“

Sie stürmten auf sie zu und Oleg rief: „Wir wissen, wie man einer Hexe die Hexenkräfte nimmt!“

„Nur ich bin keine Hexe, ich bin Iset!“

„HALT !“ rief sie in einer Stimme, die allen durch Mark und Bein fuhr und streckte die Hand mit erhobener Handfläche vor sich aus. Wie vom Donner gerührt erstarrten die Angreifer, keiner Bewegung mehr fähig.

Iset sprach im Plauderton weiter: „Dann hat es wohl noch nicht gereicht. Ich verordne euch eine weitere Nacht mit unangenehmen Träumen. Ich hatte euch gewarnt, und wer nicht hören will muss fühlen! Strafe muss sein. Und eins sage ich noch: Diese Prozedur mache nicht nur für mich. Wenn ihr wirklich abbittet, dann darf nie wieder etwas vorfallen, sonst werde ich wirklich ungemütlich. Ich kann auch richtig böse werden. Also überlegt es euch: Entweder ihr wandelt euch zum Besseren, oder ihr werdet so bestraft, dass ihr euch wünscht, ihr wäret nie geboren worden. Mit Iset legt sich niemand ungestraft an.“

Sie machte eine komplizierte Handbewegung und der Erstarrungszauber fiel von den Dreien ab, die wie begossene Pudel das Weite suchten.

Consuela hatte aus einer Ecke das Geschehen verfolgt und war jetzt hervorgekommen. „Wie hast du das gemacht?“ fragte sie furchtsam „Was bist du?“

Iset antwortete: „Ich bin Iset, und Magie ist eine meiner Gaben, es liegt in der Familie.“

„B..b..bist du eine H...Hexe?“

„Auf keinen Fall ! Hexen tun Böses. Ich nicht. Niemals. Wenn ich bestrafe, dann nur, weil es der Betreffende wirklich verdient hat. Diese Drei hatte ich ermahnt, zur Umkehr gebeten dann aufgefordert, aber sie wollten nicht hören. Sie haben sich ihre Strafe selbst zuzuschreiben. Und wenn ich angegriffen werde, dann verteidige ich mich. Ich bin die zukünftige Hohepriesterin der Liebesgöttin. Das alles ist damit gesagt, wenn ich sage 'Ich bin Iset.'“

„Oh Iset, ich hatte ja solche Angst! Diese Drei sind hier als gewalttätig bekannt. Aber jetzt glaube ich auch, dass alles gut wird.

„Die werden noch lammfromm, verlass dich drauf. Sie brauchen nur eine Sprache, die sie verstehen, und dass ist Druck.“

Die Nacht begann wie die letzte. Zehn Uhr hieß „Licht aus“. Sergej war schon vorher im Bett gewesen, weil ihm die letzte durchwachte Nacht noch in den Knochen steckte.

Sobald er sie Augen schloss, übermannte ihn der Schlaf, und mit dem Schlaf waren sie wieder da, die Kakerlaken. Wenn es etwas gab, wovor er sich ekelte, dann waren es Kakerlaken. Einmal hatte er in ein Stück Brot gebissen, wo eine versehentlich eingebacken worden war, wer hatte sich dermaßen gegruselt, dass er kotzen musste. Und hie kamen sie in Massen. Heute war es schlimmer als gestern, gestern hatte er sie nur gesehen, heute fühlte er sie auch. Mit ihren krallenbewehrten Füßchen krabbelten sie über seine Beine. Er schrak hoch und riss sich die Bettdecke herunter, aber da war nichts. Aber sobald ihm die Augen zufielen, kamen sie wieder. Scharenweise. Er beschloss, sie zu ignorieren. Aber sobald er das Gekrabbel an seinem Gesicht, seinen Lippen spürte, war es vorbei, wieder saß er senkrecht im Bett, im selben Moment, als der Hausdiener kam, um noch einmal nach dem Rechten zu sehen.

„Was ist denn mit dir los?“ fragte er.

„Ich hatte einen Albtraum. Iset hat mich verhext.“

„Nun erzähl mal keinen Unsinn, Hexen gibt es nicht. Nun leg dich wieder hin und versuch, zu schlafen.“

Er versuchte es. Der Erfolg war aber der gleiche. Die Kakerlaken ließen ihn nicht in Ruhe.

Dann war wieder Isets blauleuchtende Gestalt zu sehen, die sagte: „Es ist ganz einfach. Komm zu mir, fall auf die Knie, bitte mich um Verzeihung und versprich, dass du nie wieder krumme Sachen drehst. Dann ist es sofort vorbei.“ Die Gestalt verblasste und die Kakerlaken kamen wieder. Er ekelte sich, ging ins Bad und übergab sich. Dann kletterte er wieder ins Bett und wieder kamen sie, krabbelten an ihm hoch, an den Armen, den Beinen am Gesicht, überall gleichzeitig, sie krabbelten in seine Schlafanzughose und an seinem Bein entlang, und wenn er mal wieder aufgeschreckt war, juckte es immer noch, obwohl nichts zu sehen war. Als endlich der Morgen kam und um halb sieben der Wecker klingelte, war er froh, dass die schreckliche Nacht vorbei war.

Oleg und Igor sahen auch nicht besser aus als er, als sie sich trafen. Sie berichteten von der gleichen Art Albträume, auch dass sie Ekeltiere jetzt auf ihnen herumgekrabbelt seien und Oleg zeigte seine Haut, die er aufgekratzt hatte, weil es so gejuckt hat.

Sergej war schon „weichgekocht“ und sagte: „Ich werde zu Iset gehen. Noch so eine Nacht übersteh ich nicht.“

Igor war der gleichen Meinung, aber Oleg sagte: „Die bring ich um und zeigte auf ein langes Klappmesser, das er in seinem Ärmel verborgen hatte. Die anderen Beiden versuchten ihn zwar, davon abzubringen, aber er wollte sein Vorhaben in die Tat umsetzen.

Nach dem Frühstück suchten Sergej und Igor Iset und fanden sie inmitten einer Gruppe von Mädchen. Sie gingen hin und Iset schaute sie hocherhobenen Hauptes an: „Seid ihr gekommen um euch zu entschuldigen?“

Sergej übernahm das Reden und sagte kleinlaut „Ja“

„Gut, dann kniet vor mir nieder!“

Sie taten es. Iset fühlte zwar ihren inneren Konflikt, wie sehr es ihnen gegen den Strich ging, aber sie überwanden sich.

„Und nun sprecht mir nach:: Wir schwören,keine illegalen Aktivitäten mehr zu begehen, gegen niemanden mehr Gewalt auszuüben oder zu dulden, dass andere das tun. Sprecht bitte beide.“

Sie wiederholten den Satz und Iset sagte: „Wenn ihr das einhaltet sei euch verziehen. Wenn ihr dagegen verstoßt, dann werdet ihr ab dem Moment keine ruhige Minute mehr haben. Und nicht ich bin es, die euch die Träume gebracht hat, sondern es war eine Strafe der Göttin, sie kennt euch und wird euch begleiten, also Vorsicht!

Nun könnt ihr aufstehen, habt ihr noch etwas zu sagen?“

Etwas zögernd sagte Igor: „Nein“

Iset sah ihn scharf an und fragte: „Und wo ist Oleg? Hast du nicht geschworen auch keine Gewalt zu dulden, die von anderen ausgeübt oder geplant wird?“

„Oleg wollte nicht mitkommen und er hat ein Messer bei sich.“

„Siehst du, das wollte ich hören. Ich habe es nämlich gewusst, und wenn du jetzt nichts gesagt hättest, wärst du eidbrüchig geworden und hättest dich damit selbst verurteilt. Nun geht in Frieden.“

Sergej und Igor waren erleichtert, dass der Albtraum für sie zu Ende war. Sie würden ihre „Taschengeldaufbesserungskampagne“ einstellen und sich bemühen, wirklich normale Schüler zu sein. Iset hatte sie nachhaltig beeindruckt. Das Mädchen war ihnen über.

Die anderen Mädchen hatten sich etwas zurückgezogen und feixend das Schauspiel verfolgt. Der Ruf der Russenjungs als üble Typen hatte sich herumgesprochen und einige waren schon Opfer von ihnen geworden. Nun staunte sie, wie Iset es fertiggebracht hatte, sich hier in der Öffentlichkeit zu demütigen. Iset verriet es ihnen aber nicht und sagte nur: „Von denen geht keine Gefahr mehr aus, die werden brav sein wie die Lämmer, sonst kriegen sie es mit mir zu tun.“

Oleg wartete im Gang draußen hinter einer Ecke, dass Iset kommen würde. Ein schneller Stich schräg von unten und dann nix wie weg, so hatte er sich das ausgedacht. Nur hatte er die Rechnung ohne Iset gemacht. Ihr Sinn für Gefahr signalisierte ihr die Mordgedanken. Sie streckte die Fühler ihres Geistes weiter aus und spürte, wie Oleg krampfhaft den Messergriff umklammert hielt.

„Dir werd ich helfen“ dachte sie. Sie erstarrte in Konzentration, als sie nach seinem Geist griff. Sein Griff um das Messer wurde fester, als wolle er den Messergriff zerquetschen, seine Hand schien ein Eigenleben zu führen. Gleichzeitig wurde der Griff heiß in seiner Hand, immer heißer. Oleg schaute nach unten. Dort in seiner Hand dampfte es, aber er konnte die Hand nicht öffnen, die Muskeln hatten sich so verkrampft, dass das Messer wie angewachsen in seiner Faust klebte. Nun kamen Schmerzen dazu, aber das Messer klebte fest wie angewachsen. Es dampfte weiter. Oleg schrie, fuchtelte mit seiner messerbestückten Hand, wollte es wegschleudern, aber es ging nicht.

Was er erreicht hatte, war, die Aufmerksamkeit der Anderen zu erregen und ein Lehrer kam und sah ihn dort mit einem Dolch herumfuchteln, die Klinge war lang, zwischen fünfzehn und zwanzig Zentimeter und spitz. Waren kleine Schweizer Taschenmesser in der Schule gerade noch geduldet, dies war eine verbotene Waffe. Der Lehrer packte ihn beim Handgelenk, das den Dolch hielt und das Messer fiel herunter. Der Lehrer hob es auf und herrschte Oleg an: „Du kommst sofort mit zum Direktor. Ich glaube, deine Tage an dieser Schule sind beendet.“

Iset kam um die Ecke, lächelte Oleg freundlich an und sagte lautlos direkt in seinen Kopf: „Du wolltest nicht hören. Nun trag die Folgen. Dein Albtraum ist noch nicht zu Ende.“

Oleg hatte es nicht bemerkt, dass Iset gar nicht laut gesprochen hatte und antwortete: „Wenn ich dich jemals erwische, ich bring dich um!“

„Du wirst dazu keine Gelegenheit mehr bekommen.“ sagte Iset freundlich, so dass es alle hören konnten. „Hierzulande ist Mord kein Kavaliersdelikt, und auch der Versuch ist strafbar. Jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich.“

Sie ging hocherhobenen Hauptes vorbei, umringt von ihrer Mädchengruppe.

Die Zähmung des „Trio Infernal“ wie die kleine Russengang bei einigen genannt wurde, sprach sich wie ein Lauffeuer unter den Schülern herum und Iset wurde mit Respekt und Hochachtung angesehen. Igor und Sergej versuchten, ihr möglicht aus dem Wege zu gehen, und wenn sich eine Begegnung nicht vermeiden ließ, wie im Speisesaal, dann grüßten sie sie freundlich und Iset grüßte genauso freundlich zurück. Schließlich war sie nicht nachtragend.

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