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Soooo ersteinmal wünsche ich meinem allerliebsten Schriftsteller ein Frohes und Besinnliches Weihnachtsfest :)

Und dir mein lieber Sentinel natürlich auch. ;)

Ich war das ganze Jahr lieb und nun könnte ich ja versuchen ob ich einen Wunsch erfüllt bekomme....

Eine neue Fortsetzung wäre doch mal was ;)

Aber auch wenn nicht, werde ich das Weihnachtsfest mit meinen Lieben genießen und hoffe ihr macht dasselbe

LG Shintoya

Sorry, es ging einfach nicht wegen der fehlenden Zeit. Ich versuche den Teil aber am Wochenende fertigzustellen.

aber bloss nicht zwischen Silversterböller und Neujahrskater, wenn's doch etwas länger dauert ;)

Gruss Sentinel :)

Ne, das habe ich gerade noch vor dem dicken Kopf geschafft. Viel Spaß und einen guten Rutsch wünsche ich allen meinen Lesern.

Der Wischmopp

Ich verbrachte den restlichen Vormittag mit meinem Buch, das bisher ein kärgliches Dasein in Vergessenheit gefristet hatte. In den Garten wollte ich mich nicht setzen, weil immer noch ein schlechtes Karma von José ausging. Die untere Wohnung war ebenfalls tabu, weil Maria herumwirbelte. Trotz meines guten Gehörs konnte ich sie nicht genau orten. Sie schien überall gleichzeitig dem Schmutz und Chaos Beine zu machen.

Als sie im Erdgeschoss fertig war, hörte ich, wie der Lärm kurz darauf die Treppe hochkam. Eilig notierte ich mir einen leiseren Staubsauger für meinen nächsten Aufenthalt.

Dann klapperte es im Nebenzimmer und kurz darauf musste ich mich in Deckung bringen, um nicht von Maria abgestaubt zu werden.

Schließlich verkündete sie, dass sie die Wäsche schon sortiert aber erst abends machen wolle, wenn José nicht mehr zwischen den Leinen herumwuseln konnte. Über Nacht würde sie dann schon so trocknen, dass sie gleich morgen früh das Bügeleisen schwingen könne. Es klang irgendwie nach Entschuldigung, obwohl ich mich mit keiner Silbe beschwert hatte.

Treuherzig schaute sie mich an: „Ich muss mich noch ein bisschen frisch machen. In diez Minuten bin ich fertig. Können wir dann los?“

„Tjoa, warum nicht?“

Keine Viertelstunde später klopfte sie an meine Tür. Was da vor meinem Zimmer wartete, hatte ich so nicht erwartet. Seit ich vor einer Woche angekommen war, hatte sie sich immer recht schick unter Weglassen oder Hinzufügen von Kleidungsstücken herausgeputzt. Und nun stand vor mir eine graue Maus, die kaum unscheinbarer sein konnte. Sicher, Maria war eine Frau, der man Putzlappen umhängen konnte und sie wäre immer noch als Schönheit zu identifizieren gewesen, hier war es nicht anders, aber sonst? Ihre wunderschöne Mähne hatte sie zu einem strengen Zopf zusammengebunden, von Make-up keine Spur, das Kleid musste sie ihrer Oma gemopst haben.

Sie sah meinen zweifelnden Blick und schien sogar recht zufrieden damit zu sein.

„Okay, dann fahren wir mal los“, brachte ich recht tonlos raus.

Genau in diesem Augenblick flog gegenüber die Tür auf: Andrea stand im Rahmen. Es dauerte eine halbe Sekunde, bis sie verstand, wer neben mir auf dem Flur stand.

„Heilige Scheiße! Nee, Maria, so gehst du mir nicht aus dem Haus!“ Es hörte sich so an, als habe man die Dublette einer besorgten Mutter vor sich. „Du bist eine Schande für das gesamte Haus! Willst du die jungen Leute erschrecken? Zieh dir was Vernünftiges an!“, setzte sie ihre Parodie fort, meinte es aber durchaus ernst.

Zuerst wusste Maria nicht, wie sie darauf reagieren sollte, dann machte sie ein betrübtes Gesicht. „Das ist schon gut so.“

„Nein, isses nicht. Du siehst wie ein ausgewrungener Wischmopp aus.“

„Das ist hier so. Man macht sich nur zum Ausgehen hübsch, ... wenn eine Fiesta ist, ... wenn man nach Alicante oder Benidorm in die Disco fährt.“

„Willst du mich verarschen? Was soll der Scheiß?“ Nun hatte Andrea allmählich genug.

„Man soll keine Männer provozieren“, kam es tonlos über Marias Lippen.

„Sagt wer? Was ist das denn für ein abgefuckter Bullshit?“

„Das verstehst du nicht, Andrea. Das hier ist ein Dorf. Wenn mich jemand sieht, und meinem Papa erzählt, dann gibt es Ärger.“

„Jetzt mach mal einen Punkt! Keiner will, dass du im kurzen Fummel auf hohen Hacken die Straße rauf- und runterläufst, aber als Vogelscheuche brauchst du dich auch nicht verkleiden. Wenn sie dich so in ein Feld stellen, dann bringen die Vögel das Korn vom letzten Jahr zurück.“

Maria sah mich flehentlich an, aber ich konnte Andrea nur zustimmen.

„José hat doch längst gesehen, wie du dich hier anziehst und letzte Woche waren wir zusammen in Santa Pola. Da hast du doch auch was Anderes angehabt.“

Unglücklicher konnte ein Mädchen kaum aussehen. Ich glaube, für einen Augenblick quoll eine einzelne Träne bei ihr hoch.

Andrea nahm Maria einfach an die Hand und bugsierte sie wieder zurück in ihr Zimmer. Das Letzte, was ich hörte, waren Andreas tröstende Worte „Wir werden was finden.“ Dann schloss sich die Tür und ich stand wie Klein-Doofi mit Plüschohren auf dem Flur.

Kalte Küche und ein Reibeisen

Ich wartete unten im wunderbar aufgeräumten Wohnzimmer. War es wirklich erst ein paar Tage her, dass ich dort mit Maria einen wunderschönen Abend verbracht hatte? Donnerstagabend, um genau zu sein. Da, auf dem Sofa hatten wir uns geliebt.

Die Kissen lagen ordentlich, allerdings ohne den militärischen Drill, den sie im Haushalt meiner Eltern angenommen hatten. Gemütlich sah es aus. Ein bisschen Wehmut kam auf.

Tatsächlich war es Maria gelungen, die gemeinsam verursachten Flecken weitgehend zu tilgen. Leichte Schatten, die man ohne Weiteres auf Lichtspiele zurückführen konnte, wenn man es nicht besser wusste, waren geblieben. Sie zeigten mir, dass ich mich nicht irgendwelchen Wunschträumen hergab. Alles war real gewesen.

In einer Woche würde ich wieder in meinem normalen Alltagstrott zurückfallen, zu viel arbeiten, weil niemand auf mich daheim wartete, doch die schönen Stunden würde mir keiner mehr nehmen können.

Vielleicht sollte ich einfach öfter mal eine kleine Auszeit nehmen. Meine kleine Tochter hin und wieder entführen und einfach mal Papa sein. Patricia fehlte mir sehr. Ob sie mich auch manchmal vermisste? Und ihre Mama?

Wenn ich das richtig zusammenbrachte, dann war Beate auch nicht glücklich mit ihrem René geworden.

Seufzend musste ich mir eingestehen, dass ich an allem schuld war. Dabei hatte ich damals doch nur für meine Traumfrau sorgen wollen. Es hatte an nichts fehlen sollen. Deswegen hatte ich mich reingehangen, Karriere gemacht, Geld verdient und unser Nest gebaut. An welcher Stelle war ich falsch abgebogen, wo war mir das Gleichgewicht abhandengekommen? Wo war der Punkt gewesen, an dem die Waage kippte, an dem es Beate nicht mehr möglich gewesen war, mit mir als Mann und Vater unserer Tochter zusammenzuleben? Wie viele Zeichen hatte ich ignoriert? Wahrscheinlich waren es Massen gewesen. Am meisten beschäftigte mich die Frage, ob ich, wenn ich aufmerksamer gewesen wäre, eine reelle Chance gehabt hätte, die Beziehung zu retten.

Die Umbauarbeiten an Maria zogen sich hin. Mal hörte ich, wie Andrea laut wurde, dann wieder energische Proteste von Maria. Mir konnte es eigentlich egal sein, was die beiden da ausknobelten. Schließlich hatte ich Urlaub. Ich genoss einfach mein Nichtstun und studierte die Einrichtung, während ich allmählich von Spinnweben überzogen wurde.

Als endlich ein Kompromiss ausgehandelt war, beide erschöpft die Treppe herunterkamen und aussahen, als hätten sie gerade nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon den EU-Haushalt unter Dach und Fach gebracht, zeigte ein Blick auf die Uhr, dass sich unsere Ankunft in Santa Pola um weitere zweieinhalb Stunden verzögern würde. Es war nicht meine Erfindung, dass die spanische Gesellschaft als eingefleischter Anhänger einer ausgiebigen Siesta angesehen wurde.

Was für die Geschäfte im Ort galt, hatte auch Josés Leben geprägt. Das Letzte, was ich in den nachfolgenden hundertfünfzig Minuten von ihm sah, war eine fliegende Zigarettenkippe, deren Ziel ein Blumenbeet war. Beim zweiten Tritt knatterte das Moped und verpestete die Luft mit seinen Abgasen.

„Und jetzt?“ Eine überaus kluge Frage von Andrea.

„Wir fügen uns den Landestraditionen“, schlug ich vor, hielt dann aber inne und erinnerte mich daran, dass Andrea ja von ihrem Ursprungsplan abgehalten worden war. „Was hattest du eigentlich vor, als du vor ... einiger Zeit aus dem Zimmer gekommen bist? Du wolltest uns sicher keine gute Reise wünschen.“

„Stimmt. Kohldampf!“ Dabei rieb sie sich über den Bauch und verbreitete die Aura einer ausgehungerten Wölfin.

Maria schaute von einem zu anderen und drehte sich um.

„He, wo willst du hin?“

„Ihr wollt essen, ich zieh mich um und mache was in der Küche.“

„Nix da!“, schaltete sich Andrea ein. „Eine Scheibe Brot mit Wurst oder Käse und ein Joghurt tun es doch auch.“

Mitten in der Bewegung hielt Maria an. „Wenn wir das noch haben ...“ Dann bog sie in Richtung Küche ab. Wir plünderten gemeinsam die Speisekammer und ergänzten die gerade gefutterten Dinge auf Marias Liste.

Gut gesättigt fläzten wir uns im Schatten auf die Liegestühle und warteten auf unseren Zweitakt-Wecker.

Ich hatte gerade die Vorhänge vor mein innerliches Auge gezogen, da vibrierte mein Handy in der Hosentasche. Wenn das nun wieder der unbekannte Anrufer war, dann würde ich ausrasten. Wer immer dahinter steckte, und ich gelobte mir mehr denn je, dass ich es herausfinden würde, konnte mit einer Gardinenpredigt rechnen.

War er aber nicht. Stattdessen hatte ich George am Rohr.

„Hallo Stefan“ – er sprach es als Steven aus – „hier ist George.“

„Oh, die Reibeisenstimme aus dem Vereinigten Königreich“, gab ich noch etwas missmutig über meinen unterbrochenen Schlaf zurück.

„Hörst dich reichlich verpennt an.“

„Danke der Nachfrage.“

„Mir auch. Also: Die Jungs stehen Gewehr bei Fuß. Die Mädels freuen sich auch schon. Weißt du schon Genaueres?“

„Nein. Mein spanischer Gärtner versucht, ein Fischerboot zu organisieren. Wenn das nicht klappt, nehme ich einen normalen Kahn. Wegen der Nachsaison habe ich aber keine Bedenken, dass etwas schief gehen könnte. Habt ihr etwas über den Überraschungsgast herausgefunden?“

Inzwischen waren natürlich die beiden Damen aus ihrem Dämmerschlaf aufgewacht und versuchten herauszubekommen, über was ich mit wem redete. Ich dachte nicht im Traum daran, auch nur ein bisschen ihre Neugier zu reduzieren, und da sie beide kein Englisch sprachen, konnten sie zwar davon ausgehen, dass es mit der Band zu tun haben könnte, mehr aber auch nicht.

„Du meinst Fernando? Nein. Maggie und Sally waren zwar fleißig, konnten aber noch nichts erreichen. Angeblich war niemals ein Fernando am Buffet eingeteilt. Aber so schnell geben die beiden nicht auf.“

„Okay, bleibt da am Ball. Ich schick dir und Maggie eine SMS, wenn sich hier die Angelegenheit verdichtet. Im Groben dachte ich, dass wir so gegen elf von Santa Pola aus losschippern und irgendwann abends zurückkommen. Passt das bei euch?“

„Fein. Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

„Ja“, sagte ich, nachdem ich einen Moment lang gegrübelt hatte, „vielleicht könnt ihr Gina und Florentine abholen?“

„Es wird uns ein Vergnügen sein.“

Oh ja, das konnte ich mir vorstellen. Ich hätte diesen Vorschlag allerdings nicht gemacht, wenn nicht auch Sally und Maggie dabei gewesen wären, obwohl ich meinen beiden Engeln durchaus zutraute, sich die Jungs vom Leibe zu halten.

„Okay, dann funke ich die beiden mal an.“ Doch mir gefiel nicht, dass ich hier mal wieder als Durchlauferhitzer agieren sollte. Erst würde ich Floh anrufen, dann wieder George, dann wieder Floh ... Das drohte zu einem Perpetuum mobile zu werden. „Quatsch – das machen wir anders: Hol mal einen Stift. Ich gebe dir die Nummer von Florentine durch. Dann könnt ihr das unter euch ausmachen.“

Schon wenige Sekunden später meldete er sich wieder. „Den Stift hätte ich jetzt. Worauf soll ich schreiben?“

„George?“

„Ja?“

„Ist mir egal. Also notier dir mal folgende Nummer ...“

Nachdem das erledigt war, beendeten wir das Gespräch und ich fühlte zwei sehr, sehr neugierige Augenpaare auf mir ruhen.

„Is was?“

„Wer war denn das?“, erkundigte sich Andrea betont gelangweilt.

„Ein Bekannter,“ grinste ich scheinheilig zurück, „Und wir haben uns über das Wetter unterhalten.“ Innerlich drehte ich ihr eine Nase.

„Nee, is klar, und meine Oma heißt Olav. Das war doch einer der Jungs von der Band, oder?“

„Möglicherweise, Andrea.“ So richtig elegant war diese Ausflucht nicht, aber nachdem meine letzte Überraschung frühzeitig ihr Geheimnis verloren hatte, wollte ich nun nicht mehr preisgeben. „Mal ne Gegenfrage: Könnt ihr schweigen?“

Zwei sehr hübsche Köpfchen mit funkelnden Augen senkten sich ruckartig und wollten wohl so eine Bestätigung aussprechen.

„Seht ihr: ich auch!“

Grummelnd drehten sie sich wieder zurück in ihre Stühle und überlegten sich, unter welcher Folter ich geständig werden würde. Angesichts Andreas Erfahrungen hätte ich ihr da durchaus mehr zugetraut, aber es kamen nur relativ harmlose Ansätze heraus, die einem CIA-Agenten in Guantanamo höchstens ein spöttisches Lächeln entlockt hätten. Aber vielleicht wollte Andrea Maria nur schonen, um sich nicht noch mehr zu verunsichern.

Null-null-Stefan und Miss Marple

Dem fröhlichen Pläneschmieden meiner beiden Mädels war es zu verdanken, dass ich noch einmal wegdämmerte und erst aufwachte, als José tatsächlich ankam. Sofort war ich hellwach und mit einem Satz aufgesprungen. Mir war klar, dass ich zwar die Vorwitzigkeit von zwei auf der Terrasse verbliebenen Wesen durch mein Verhalten richtig anheizte, aber ich brauchte nur einen kleinen Vorsprung für den Fall, dass sie mir folgten.

Als aus dem Auspuff seiner alten Kreidler die letzte toxische Wolke ausgestoßen war und das Motorgeräusch erstarb, stand ich schon neben José.

„Ich habe gerade zwei Hobby-Ermittlerinnen auf den Fersen. Warst du erfolgreich?“

In aller Seelenruhe griff sich José in die Hemdtasche, holte seine Fluppen hervor, steckte sich eine ins Gesicht und kramte dann einen Zettel aus seiner Hosentasche, den er mir mit einem Zwinkern per Handschlag übergab. Ich fühlte mich wie in einem billigen Agentenfilm, aber es machte Spaß.

„Danke.“

Gerade noch rechtzeitig verschwand das Papierstück wiederum in meiner Hosentasche.

Während José mit einer blauen Wolke an seinen Arbeitsplatz im Garten zurückkehrte, zog ich mich auf ein stilles Örtchen zurück, um seine Notiz zu lesen. Der Name des Schiffs stand darauf, eine Telefonnummer ebenfalls und eine dreistellige Zahl, die wohl der Preis für den Ausflug sein sollte. Ich fand das Entgelt in Ordnung, war mir aber nicht sicher, was es beinhaltete. Daher beschloss ich nachher, wenn ich Maria abgesetzt hätte, schnell einmal das Schiff zu begutachten und mit etwas Glück konnte ich dabei die offenen Fragen klären. Ansonsten würde ich am Abend ein Telefonat führen.

Den Zettel brachte ich auf meinem Zimmer in Sicherheit und schob ihn unter den Laptop. Dann wollte ich Maria aufscheuchen, aber sie stand schon mit einer großen Einkaufstasche am Fuß der Treppe.

„Du verheimlichst doch etwas?“

„Ich? Nie!“

„Und warum bist du dann gerade auf dein Zimmer gegangen?“

„Weil ich den Schlüssel fürs Auto holen wollte?“, entgegnete ich mit Unschuldsmiene.

Maria hob ihre rechte Hand, öffnete sie und entlarvte mich damit als schlechten Lügner. Denn darin steckte der Schlüssel, der, wie immer, am Haken im Flur gehangen hatte.

„Okay. Lassen wir das“, versuchte ich abzulenken. „Es geht um übermorgen. Mehr sage ich nicht.“

Sie lächelte. Oh Mann. Für dieses Lächeln hätte ich sie meucheln können. Ich war überführt worden. Andrea hatte ich ja schon mal als Sherlock Holmes bezeichnet, zu Maria fiel mir nun Miss Marple ein und hatte auch gleich die Melodie im Kopf. Dazu gefiel mir die Idee, dass ich dann ja so was wie Mister Stringer, ihr Partner im Film, sein musste. Vergnügt pfiff ich das Thema, als ich die Treppe hinunterging.

Kleine Angriffe

Wir verabschiedeten uns von Andrea und machten uns auf den Weg. Wenn ich gewusst hätte, was mich erwarten würde, dann hätte ich sie vielleicht mitgenommen, aber so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Gerade noch hatte ich die Einfahrt zu meinem Häuschen sehen können, da verschwand es hinter einer Kurve.

Der Rocksaum, der eben noch züchtig ihre Knie bedeckte, schien an einem Gummiband zu hängen und krabbelte etwa auf Höhe des halben Oberschenkels. Himmel, was war das für eine paradiesische Aussicht!

Ich musste befürchten, in der nächsten Kurve einen Abflug zu machen, wenn sie mir noch länger präsentiert wurden. Also griff ich beim nächsten Schalten nach dem selbstständig agierenden Textilstück und wollte es wieder an seinen Platz bringen.

Dass ich damit Maria voll auf dem Leim gegangen war, merkte ich, als meine Hand abgefangen und sich urplötzlich unter ihrem Rock befand.

Sofort trat ich Kupplung und Bremse, lenkte mit meiner freien Hand das Auto an den Straßenrand und guckte Maria strafend an.

„Mache ich dich etwa nervioso?“ In ihren Augen schimmerte etwas Triumphales durch.

„Ja“, gab ich zu, um mich im gleichen Moment zu korrigieren. „Nein ... das kannst du nicht machen. Wenn uns einer entgegenkommt?“, versuchte ich einen mehr als unsicheren Tadel.

„Es sieht keiner, dass du deine Hand da hast, Stefano.“ Eindeutig ein Treffer für die schwarzhaarige Madonna neben mir.

Während ich erklärte, dass das wohl kaum der Punkt sei, sondern mir mein, ihr und das Leben anderer wichtiger wären, als eventuell von jemandem dabei gesehen zu werden, wie meine Hand unter ihrem Rock etwas Unsittliches anstellte, lief der Motor im Standgas weiter.

Maria war clever genug, ihren nächsten Angriff planvoll vorzubereiten: Sie zog die Handbremse an und die Schlüssel ab, wobei sie mich mit ihrem Blick fixierte.

„Was soll das?“, empörte ich mich.

„Du hast gerade gesagt, dass es dir egal sei, wenn dich jemand sähe, wie du einen Finger in meine Vagina steckst.“

„Nein, habe ich nicht! Ich will keinen Unfall bauen.“

„... während du mich ...“

Woher hatte sie das bloß, dass sie mir jedes Wort im Mund umdrehte? War Andrea schon so abgefärbt? Eine andere Erklärung hatte ich in dem Moment nicht, aber wenn ich es mir heute so überlege, dann war ihr Verhalten so klar wie ein Gebirgsbach.

Mir klappte auf jeden Fall der Mund auf und Maria nutzte die Situation schamlos aus, indem sie sich zu mir hinüberbeugte und frech ihre Lippen auf meine presste. Ihre Haare fielen mir ins Gesicht und der Kuss fühlte sich so verdammt gut an, dass ich für wenige Sekunden vergaß, zu protestieren. Dann jedoch schob ich sie von mir weg.

„Maria! Was soll das?“, fragte ich sie atemlos.

Nun zuckte sie zurück, als hätte ich sie geschlagen. Augenblicklich schossen ihr die Tränen in die Augen. Verdammt! So verletzlich, wie sie war, musste ich sie gleich wieder in die Arme nehmen und über ihren Kopf streicheln.

„Was ist bloß los mit dir?“, stellte ich die gleiche Frage, aber deutlich leiser.

„Du bist bald wieder weg nach Alemania und wirst mich verlassen“, schluchzte sie mir ins Ohr. „Ich will doch nur dich.“

Nun ergossen sich wahre Sturzbäche über meine Schulter. Wie sollte ich sie trösten? Alles, was sie sagte, entsprach der Wahrheit. In ein paar Tagen würde ich im Flieger sitzen und sie nicht mitnehmen. Mir fiel nichts ein, was ich ihr hätte sagen können, ohne ihre Hoffnungen zu beflügeln oder sie zu verletzen. Ich konnte nur dieses zitternde und weinende Wesen festhalten.

„Ich weiß, dass du deine Frau liebst, aber sie ist nicht da. Sie hat dich mit Patricia verlassen. Lass mich deine Frau sein. Vielleicht, eines Tages, wirst du mich so lieben, wie du sie geliebt hast.“

Ihre Worte versetzten mir einen brennenden Stich ins Herz. Es klang schon sehr verzweifelt, aber in meinem Leben hatte sie nur den Platz, den sie momentan einnahm. Maria war mir zwar ans Herz gewachsen, aber mehr, als ich ihr hier in den letzten Tagen gegeben hatte, konnte ich ihr nicht bieten. Sie würde nie Beates Stelle einnehmen, einnehmen können. Dazu war ich nicht bereit. Nicht vom Kopf, nicht vom Bauch her. Das hätte ich ihr sagen müssen, doch ich traute mich nicht.

Stattdessen klopfte ich ihr zärtlich auf den Rücken und nahm ihr den Schlüssel ab.

„Wir müssen einkaufen, sonst verhungern wir noch.“ Einen so lauen Scherz hatte ich selten gemacht. Dann wühlte ich aus dem Handschuhfach ein altes Päckchen Taschentücher heraus und gab es ihr stumm.

Ich wartete so lange, bis sie ihre Augen getrocknet hatte, dann startete ich den Motor und fuhr nach Santa Pola.

Agua con gaz

Nachdem ich Maria abgesetzt und ihr versprochen hatte, sie dort wieder abzuholen, fuhr ich hinunter zu der Stelle im Hafen, wo ich das Schiff vermutete. In der Avenida Granada konnte ich das Auto abstellen und ging in den Jachthafen. Fündig wurde ich dann aber bei den Fischerbooten auf der anderen Seite.

Die ‚La Paloma‘ war ein Kahn, den ich in meinem Alter schätzte. Durchaus gut in Schuss. Noch ein Punkt, den er mit mir teilte, wie ich grinsend feststellte. Das weiß gestrichene Schiff war sicher länger als zehn Meter, hatte vorne ein Deck und hinten auch eins. Dort waren auch die Vorrichtungen, um die Netze auszulegen und den Fang einzuholen, was gleich meine Fantasie beflügelte: ein Schleppnetz voll mit Nixen ...

Leider lag es verwaist am Kai, aber für einen ersten Eindruck reichte es erst einmal. Von zu Hause aus würde ich dann abklären, wie das Thema Verpflegung aussah. Mir war es gleich, ob wir unser Zeug nun mitbrachten oder auf Küche und Bar an Bord zurückgreifen konnten.

Als ich Maria abholen wollte, war sie noch nicht da. Ich wartete einige Minuten, dann wurde es mir doch zu dumm. ‚Wer weiß schon, ob sie nicht jemanden getroffen hat?‘, dachte ich mir. Schließlich war sie aus der Gegend und ich konnte daher annehmen, dass sie auch einige Leute kannte. Wozu hätte sie sich sonst heute Morgen so angestellt?

Zum Glück lag gegenüber unserem Treffpunkt in der Nähe des Castillo Fortaleza ein kleines Straßencafé, in dem ordentlich was los war. In einer etwas versteckten Ecke fand ich noch einen freien Tisch, von dem ich einen guten Blick auf den vor mir liegenden Platz hatte. Wenn Maria auftauchen würde, konnte ich sie problemlos abfangen.

Kaum fünf Minuten später stand ein heißer Kaffee vor mir und seine kräftigen Röstaromen stiegen mir in die Nase. Ich ließ die Seele etwas baumeln, schüttelte nochmals meinen Kopf über Marias Attacke und schaute den Passanten hinterher. Trotz Krise ließen es sich die Spanierinnen nicht nehmen, sich schick zu kleiden und mancher Anblick entlockte mir ein anerkennendes Lächeln.

Gerade hatte ich meinen obligatorischen Löffel Zucker im dampfenden Heißgetränk verrührt und den Löffel abgeleckt, da schien sich das Wetter zu ändern. So kam es mir wenigstens vor. Die Köpfe drehten sich in eine Richtung. Sicher nicht alle, aber es waren auffällig viele. Besonders bei den männlichen Gästen wurde es merklich ruhiger. Ich glaube, einige vergaßen sogar, dass sie gerade telefonierten.

Als ich den Blicken folgte, war mir sofort klar, warum. Eine adrette Dame, sommerlich luftig gekleidet, steuerte auf das Café zu. Ihre dunkelblonden Haare flatterten im leichten Wind unter dem weißen Hut und hinter einer großen, dunklen Sonnenbrille konnte man nur die fein gezupften Augenbrauen bewundern. Sie setzte sich in die erste Reihe, rief den Kellner und sonnte sich in der Bewunderung der Besucher.

Nachdem sich die ersten sattgesehen hatten, stieg der Geräuschpegel langsam wieder an. Die Gespräche und Telefonate wurden fortgesetzt, doch immer wieder ging ein verstohlener Blick in ihre Richtung, wie ich lächelnd feststellte.

Kaum, dass ihr Wasser serviert worden war, griff sie zu ihrer Handtasche und holte ihr Handy hervor. Automatisch ging auch meine Hand zum mobilen Kommunikationsgerät. Nennen wir es Intuition, dass ich es rasch auf stumm schaltete, denn in der nächsten Sekunde vibrierte es in meiner Hand. ‚Unbekannter Anrufer‘ stand im Display. Jetzt würde derjenige, oder soll ich besser sagen: diejenige, sich aber mächtig wundern.

Ich stand auf, ließ es klingeln und schob mich durch die engen Stuhlreihen, bis ich an dem Tisch in der ersten Reihe ankam. Mein Schatten fiel genau auf ihr Gesicht.

„Hallo Beate!“

Die Angesprochene zuckte zusammen.

„Habe ich dich also erwischt“, grinste ich belustigt und hielt ihr mein Handy unter die Nase.

„Stefan, so ein Zufall.“

„Genau. Du kannst die Gebühren sparen und gleich mit mir sprechen.“

Oh, ich fühlte mich gerade unwahrscheinlich überlegen. Da sie mir keinen Stuhl anbot und mein Kaffee nun ruhig kalt werden konnte, setzte ich mich einfach ungefragt an ihren Tisch, in dem ich einen Stuhl hervorzog, ihn umdrehte und meine Arme auf der Lehne ablegte.

„Hast du in den letzten Tagen versucht, mich zu erreichen?“

„Vielleicht bin ich versehentlich an einen falschen Knopf gekommen ...“

„Beate, im Flunkern warst du noch nie gut. Aber vielleicht helfe ich deiner Erinnerung auf die Sprünge. Gestern am späten Abend, heute Morgen gleich zweimal und gerade eben.“

Beate nippte an ihrem Agua con gaz und blickte unschuldig über den Brillenrand. Ich lachte mir ins Fäustchen. Das hatte sie schon immer gemacht, wenn ich ihr auf die Schliche gekommen war und sie nach einer plausiblen Ausrede suchte.

„Neulich abends war richtig nett“, eröffnete sie das Spiel geschickt. Dagegen konnte ich nichts sagen. „Und?“

„Ich dachte, wenn du schon hier unten bist, ..., ach vergiss es.“

„Was soll ich vergessen? Ich kann mich an nichts erinnern, was ich vergessen könnte. Weder im Guten noch im Schlechten.“

„Du bist ja anderweitig beschäftigt.“ Es klang angesäuert und spielte eindeutig auf mein Geständnis von neulich an.

„Im Moment nicht, wie du siehst.“

„Allein unterwegs?“ Beate versuchte ungeschickt ihre Neugier zu tarnen, indem sie ihr Handy wieder in der Tasche verstaute.

„Nicht ganz. Ich warte auf Maria. Sie ist einkaufen. Ich soll sie hier wieder abholen.“

„Immer noch der Shopping-Muffel?“

Nun war es an ihr, zu grinsen. Ja, ja, abgesehen von den Pflichteinkäufen zum Geburtstag, zum Hochzeitstag oder zu Weihnachten hatte ich es immer vermieden, ein Geschäft von innen zu betrachten. Selbst Klamotten ließ ich mir während unserer Beziehung von Beate kaufen. Sie kannte meine Größe und hatte Geschmack. Warum sollte ich dann ihr Vergnügen beschneiden? Ich gebe es ungern zu, aber einmal habe ich sogar meine Sekretärin losgeschickt, um für Patricia ein Geschenk zu besorgen.

„Es geht um Verpflegung für drei Personen, und das sollte diejenige machen, die auch kocht.“

Von Beate kam ein wissendes Lächeln. „Nie um eine Ausrede verlegen.“

„Danke gleichfalls. Also: Was dachtest du dir, weil ich nun gerade hier unten in Spanien bin?“

Mit einer sinnlichen Bewegung führte sie ihr Wasserglas an ihre Lippen und entfachte in mir den Wunsch, gerne mit dem Glas tauschen zu wollen.

„Ich dachte, wir könnten uns vielleicht mal einen Abend treffen, um über Patricia zu reden.“

„Ach so, ja gut. Wenn es um Patricia geht ...“ Ich war enttäuscht, weil ich eigentlich gehofft hatte, dass sie über uns beide reden wollte. Meine Erwartungen, dass sie möglicherweise zu mir zurückkehren wollte, hatten mit dem eigentlichen Thema einen Dämpfer erhalten.

„Wie geht es ihr? Wo ist sie eigentlich?“

„So weit geht es ihr gut. Sie entwickelt sich prächtig.“ Sie lächelte, als sie von unserer Tochter sprach. „Meine Mutter kümmert sich um sie.“

Ihre Mutter, meine Ex-Schwiegermutter, war nicht unbedingt die Lösung, die mir als Babysitterin vorschwebte. Wir hatten uns anfangs nicht so gut verstanden, im Laufe der Jahre aber zusammengerauft, aber nach der Scheidung flüsterte sie Patricia Sachen ein, die immer zu meinen Lasten ausgingen. Sicher, in einigen Punkten hatte sie wohl kaum unrecht. Als Ehemann hatte ich versagt, bessere Väter gab es an jeder Ecke, aber ich war kein schlechter Mensch. Egal, was meine Schwiegermutter sagte: Ich liebte meine beiden Prinzessinnen.

Beate sah, was in meinem Kopf vorging. „Ich weiß, dass du sie nicht magst, aber wäre es dir lieber gewesen, ich hätte Patricia bei René gelassen?“

„Natürlich nicht, aber sie redet oft schlecht von mir in Gegenwart der Kleinen.“

„Ich habe mit ihr gesprochen und klargemacht, dass wir immer noch Freunde sind. Was sie dir vorwirft, ist das Gleiche, was ich auch immer gesagt habe: Du warst nicht da. Immer ging dein Job vor. Du hast keine Ahnung, wie sich das für mich angefühlt hat. Mama hat oft gesehen, wie ich gelitten habe, wenn ich Patricia wieder einmal sagen musste, dass der Papa arbeiten muss, wenn sie nach dir fragte.“

Ich schluckte und setzte eine reuige Miene auf.

„Wenn du mehr als Lippenbekenntnisse zustande gebracht hättest, ...“

„Was dann? Wenn ich weniger gearbeitet hätte, wäre alles gut gewesen? Ist es das? Eine etwas simple Lösung für ein komplexes Problem. Warst du es nicht, die mich ermuntert hat, mich auf den Job zu bewerben? Ich höre heute noch deine Worte: ‚Wenn es einen gibt, der das kann, dann bist du das.‘ Stimmt’s? Und als ich die Stelle bekam, hast du die Party zur Beförderung ausgerichtet und überall erzählt, wie stolz du bist. Das Haus war deine Idee. Woher sollte denn die Kohle kommen?“

Sie nickte, machte aber eine traurige Miene dabei. „Ich wusste nicht, dass es der Anfang vom Ende war.“

„Das ist doch Blödsinn.“

„Ist es nicht. Natürlich war ich stolz darauf, dass du es geschafft hast. Natürlich wollte ich ein Haus, in dem unsere Kinder aufwachsen können. Aber vor allem wollte ich, dass du glücklich bist. Du wolltest nicht in der zweiten Reihe den Karren aus dem Dreck ziehen müssen, den die hohen Herren reingefahren haben. Du wolltest und konntest es besser machen. Deswegen habe ich dir den Rücken gestärkt. Ich dachte, es reicht mir, dich zu unterstützen. Ich habe mich getäuscht. Verdammt! Ich brauchte dich genauso wie deine Firma. Zum Schluss kamst du irgendwann abends heim und hast mich gar nicht mehr wahrgenommen. Wenn ich Glück hatte, dann gab es einen Gute-Nacht-Kuss und am Sonntag lief mal was zwischen uns. Über Probleme haben wir uns überhaupt nicht mehr unterhalten. Patricia kannte dich doch nur noch von Bildern. Stefan, das ist mir zu wenig. Ich bin eine Frau und brauche auch mal ein Kompliment, eine starke Schulter zum Anlehnen, jemanden, der mir zuhört, der mich auch mal verführt. Ich bin weder hässlich noch dumm.“

„Tja, damit ist dann wohl alles gesagt. Ich bin an allem schuld“, gab ich leise zurück.

„Jetzt bist du es, der es sich ein bisschen einfach macht.“ Sie machte eine Pause, nippte an ihrem Glas und schaute mich an. „Weißt du“, setzte sie wieder an, „weißt du, was mich am meisten verletzt hat? Du hast nicht um mich gekämpft, als ich dich verlassen habe. Du hast einfach dein Scheckbuch gezückt und das war’s dann. War ich dir so egal, war ich es nicht wert?“

Meine Kehle war zugeschnürt. Dabei wäre es der richtige Moment gewesen, ihr meine Liebe zu gestehen, sie anzuflehen, es noch einmal mit uns zu probieren. Tausend Gedanken wollten auf einmal hinaus, sodass es am Ende nur ein klägliches Kopfschütteln wurde.

Ich riss meinen Blick von ihr los und sah auf der anderen Straßenseite jemanden mit einem Haufen von Einkaufstaschen stehen. Maria. Sie musste schon eine ganze Weile da stehen und uns beobachtet haben. Trotz ihrer Bräune schien sie aschfahl im Gesicht zu sein.

„Ich muss los.“

Beate war meinem Blick gefolgt. „Ist das einer deiner Gespielinnen?“

Mich ärgerte der herabwürdigende Ausdruck. „Und wenn es so wäre? Werfe ich dir vor, dass du mit René schläfst? Wir sind geschieden.“

Hastig stand ich auf und ging ohne Abschiedsgruß zu meinem Tisch zurück, um zu bezahlen.

Einsam am Abend

Die Rückfahrt verlief schweigend und zu Hause verschwand Maria, gleich, nachdem sie die Einkäufe verstaut hatte, auf ihr Zimmer. Ich brauchte nicht zu raten, dass es ihr nicht gut ging. Aber auch ich war fertig. Der Tag war so komplett anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt hatte.

Ich flüchte mich ins Organisatorische und verschickte die SMS an George und Maggie, bevor ich die Nummer wählte, die mir José aufgeschrieben hatte.

Als abgenommen wurde, nannte ich meinen Namen und schilderte mein Anliegen. Auf Deutsch. Dumm nur, dass der Mann am anderen Ende der Leitung meiner Sprache nicht mächtig war. Mist! Ich saß in der Zwickmühle. Jetzt hätte ich José oder Maria gebraucht, nur dass José Feierabend hatte und Maria aus bekannten Gründen nicht zur Verfügung stand. Nach einem Moment der Ratlosigkeit verabschiedete ich mich höflich und rief José zu Hause an.

Freundlicherweise, wenn auch ein wenig knurrend, übernahm er die Verhandlungen und rief mich kurz darauf zurück. Gegen einen angemessenen Aufpreis war sein Kumpel bereit, Essen und Trinken zu stellen. Zumindest das war geregelt.

Als es Zeit für das Abendessen wurde, schlich ich mich herunter in die Küche. Von den Mädchen war nichts zu sehen. Zu essen stand auch nichts bereit.

Ich ging wieder hoch und horchte nach Lebenszeichen. Nichts. Das Klopfen an Andreas und Marias Zimmertüren brachte auch nichts. Schließlich überwand ich mich und steckte meinen Kopf in ihre Zimmer. Sie blieben verschwunden.

Allmählich wurde ich unruhig. Wo steckten die beiden? Im Haus jedenfalls nicht. Aus diesem Grund erweiterte ich mein Suchgebiet auf den Garten. Terrasse und Pool lagen verlassen. Nun wurde es mir zu bunt. Ich rief abwechselnd ihre Namen, aber es tat sich nichts. Dann eben nicht.

Noch einmal spähte ich in der Küche nach Futter, machte mir ein paar belegte Brote und zog mich mit einer Flasche Rotwein auf mein Zimmer zurück.

Mir war nicht klar, was da vorging. Hatte ich etwas falsch gemacht oder waren die Damen einfach zu einem Ausflug aufgebrochen, den sie nicht angekündigt hatten? Auch das zweite Glas des schweren spanischen Rotweins brachte keine Erleuchtung.

Dafür schwemmte die Erinnerung die letzten Worte Beates nach oben, kurz bevor ich Maria gesehen und aufgebrochen war: „... weißt du, was mich am meisten verletzt hat? Du hast nicht um mich gekämpft, als ich dich verlassen habe. Du hast einfach dein Scheckbuch gezückt und das war’s dann. War ich dir so egal, war ich es nicht wert?“ Warum hatte ich mit einem Kopfschütteln reagiert? Es war so dumm. Beate musste glauben, dass sie es nicht wert war. Mein Gott! Dabei wollte ich ihr doch sagen, dass sie mir nicht gleichgültig war, dass ich einfach in einen schwarzen Schacht gefallen war, wo ich kein Licht mehr gesehen hatte. Ich seufzte schwer.

Mein Handy schien mich verhöhnen zu wollen, wie es auf dem Schreibtisch lag. Die unbekannte Anruferin hatte mit mir über unsere Tochter sprechen wollen, rief ich mir ins Gedächtnis. Das hatten wir nicht getan. Wir hatten uns gestritten, aber das eigentliche Thema war nicht angeschnitten worden. Beate hatte sich mit mir verabreden wollen. Vielleicht war das der Grund gewesen, aber sicher hätten wir das auch noch nach unserem Urlaub in Deutschland besprechen können. Warum also hier? Warum eine Verabredung, die an einem Abend mit guten Essen stattgefunden hätte? Ich konnte mir nicht helfen, aber es sah eher nach einer diplomatischen Annäherung auf neutralem Boden aus. Ganz langsam keimte in mir ein Verdacht auf.

Ich langte gerade nach meinem Handy, als es an der Tür klopfte.

Gesellschaftsnachmittage

Fluchend verwarf ich meinen gerade gefassten Entschluss und öffnete die Tür. Schon wollte ich lospoltern, dass ich mir Sorgen gemacht hätte, da sah ich mich zwei grimmig dreinblickenden Gestalten gegenüber.

„Wir müssen reden!“, eröffnete Andrea das Gespräch.

„Allerdings. Wo habt ihr eigentlich die ganze Zeit gesteckt? Ich habe mir richtig Sorgen gemacht.“

„Nee, ist klar. Wahrscheinlich hat dich dein schlechtes Gewissen wegen Maria gezwickt.“

Bei der Erwähnung ihres Namens guckte Maria traurig weg.

„Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Ich habe meine Frau zufällig im Café getroffen und mit ihr geredet. Steht das jetzt schon unter Strafe?“

„Darum geht es nicht.“

„Schön! Warum dann?“

„Lass uns rein und wir erklären es dir. Ist ja wohl kein Thema, dass man zwischen Tür und Angel besprechen sollte.“

Noch bevor ich etwas antworten konnte, schoben sich Andrea und Maria an mir vorbei ins Zimmer. Erst jetzt bemerkte ich einen kleinen, alten Reisekoffer, den Andrea feierlich auf den Schreibtisch stellte.

„Kennst du den?“

Er kam mir vage bekannt vor, aber mit mir hatte er nichts zu tun. Deshalb antwortete ich ehrlich, dass ich ihn schon gesehen hätte. Dann erinnerte ich mich. „Stand er im Gartenhäuschen?“

„Allerdings. Da habe ich auch Maria gefunden.“

Nun wusste ich wenigstens, wo die beiden gesteckt hatten, konnte mir aber immer noch keinen Reim darauf machen, weswegen dieses Ding Gesprächsbedarf bei den beiden ausgelöst hatte.

Andrea ließ die Kofferschlösser aufspringen, nahm ein dickes Notizbuch heraus und gab es mir.

„Erkennst du die Handschrift?“

Einen Moment lang brauchte ich, um sie zu identifizieren. Es musste sich um Beates Tagebuch handeln. Ganz eindeutig.

„Es gehört wohl meiner Ex-Frau.“

„Es gehörte deiner Ex-Frau“, verbesserte mich Andrea. „Sonst hätte sie es wohl kaum zurückgelassen.“

„Moment! Was willst du damit sagen?“

„Beate ist wie lange von dir geschieden? Lange genug, würde ich sagen. Wenn sie wert darauf gelegt hätte, dann hätte sie es längst zurückgefordert.“

Etwas war an Andreas wirrer Theorie dran, aber es bestand immerhin die Möglichkeit, dass sie ihn schlicht vergessen hatte, worauf ich Andrea auch hinwies.

„Na schön. Dann hat sie vor Jahren etwas vergessen. Wenn man etwas vergisst, kann es nicht wichtig gewesen sein. Zumindest nicht für die Person, die es vergessen hat. Es kann aber auch etwas ganz Anderes dahinterstecken“, orakelte Andrea.

„Und was soll das sein?“

„Sie wollte, dass du ihn findest.“

„Andrea, was ist das für eine wirre Fantasie?“

Sie beachtete meinen Einwand gar nicht, entwendete mir das Notizbuch wieder und schlug die erste Seite auf. „Gedanken für Stefan ...“

„Gib das her!“, forderte ich empört.

„Warte! Der Untertitel lautet: ‚Dinge, die ich ihm nicht erzählen kann‘. Selbst wenn ich dir das Buch jetzt gebe, wir haben längst darin gelesen.“ Andrea grinste frech in meine Richtung.

Jetzt war ich richtig sauer. „Ihr solltet jetzt schleunigst abhauen!“, flüsterte ich. „Und lasst euch bis morgen früh nicht mehr blicken. Das ist ein Vertrauensbruch, den ich euch nicht zugetraut hätte. Raus!“

Maria schaute mich noch trauriger an als eben. Dann nahm sie Andrea das Buch aus der Hand und gab es mir. „Ich bitte um Verzeihung!“

Dann lief sie mit einem lauten Schluchzen aus dem Zimmer. Andrea mit einem Achselzucken hinterher. „Ich würde trotzdem gerne mit dir darüber reden.“

„Das werden wir. Worauf du dich verlassen kannst.“

Als die Tür von Andrea zugezogen worden war, setzte ich mich auf den Bettrand und begann zu lesen.

‚Nie hätte ich mir vorstellen, einst eine solche Beichte in mein Tagebuch zu schreiben, aber mein Gewissen will entlastet werden. Beginnen will ich damit, dass ich schon einige Zeit mit Stefan in dem schönen Haus gewohnt habe. Patricia war gerade auf der Welt und sie nahm mich zwar ganz schön in Anspruch, aber durch das Kindermädchen hatte ich genügend Freiraum. Mehr als genug. Stefan war oft lange auf der Arbeit und er hat mir selbst empfohlen, dass ich mir Hobbys zulegen sollte.

Damals begann ich also mit dem Tennisspielen. Mit mir begann Ruth den Tennisunterricht und nach einigen Stunden spielten wir zwar nicht gut, aber für uns beide reichte es zum Auspowern. Kaum war unser Match aber vorbei, hatte sie es meistens ziemlich eilig, wegzukommen.

Eines Tages fragte ich sie, warum sie immer so schnell wegmüsse. Wir könnten ja auch zusammen den restlichen Nachmittag verbringen. Sie guckte mich an und grinste. ‚Ein anderes Mal vielleicht.‘

Ein paar Wochen später lud sie mich dann auf einen Kaffee ein. Bei dem Gespräch, das sie steuerte, kam schnell das Thema Sex auf. Ganz offen erkundigte sie sich, ob ich genug bekäme. Genauso offen antwortete ich, dass ich mit Stefan viel zu selten welchen hätte.‘

An der Stelle schluckte ich. Mir war nie in den Sinn gekommen, dass Beate zu kurz gekommen sein könnte. Bei genauerer Betrachtung allerdings ... Ich las weiter.

‚Ruth lächelte wissend. ‚Du bist nicht die einzige Frau eines erfolgreichen Manns, die vernachlässigt wird.‘ Obwohl es sich nach einem billigen Erotikroman anhörte, hatte Ruth wohl recht. Sie treffe sich regelmäßig mit ein oder zwei Freundinnen. Ob ich einmal mitkommen wolle. Im ersten Moment war ich erleichtert, denn ich hatte befürchtet, dass sie mir einen Liebhaber oder Call-Boy vorschlagen wollte. Doch dann stellten sich mehr Fragen als zuvor. Ruth lächelte nur. ‚Du kannst es dir überlegen.‘

In der Woche darauf hatte ich meine Entscheidung gefällt. Ich war einfach neugierig, was passieren würde. Stefan war gerade mal wieder auf einer mehrtägigen Tagung, da wurde ich für einen Samstag zu einem Treffen eingeladen. Damit verbunden war die Bedingung, dass ich meine beste Unterwäsche anziehen solle. Schon früh wurde ich von Ruth abgeholt. Nach ein paar Kilometern hielt sie auf einem Parkplatz an und verband mir die Augen mit einer Schlafmaske. Wir hatten das vorher ausgemacht. Wenn ich regelmäßig kommen wollte, dann sollte ich mich nach dem Samstag zur Verschwiegenheit verpflichten. Dann würde ich erfahren, wo die Treffen stattfänden. Ansonsten würde ich zurückgebracht.

Für mich dauerte die Fahrt ewig, obwohl wir vielleicht höchstens eine halbe Stunde unterwegs waren. Schließlich hielt Ruth an und brachte mich ins Haus. Wo es sich befindet, werde ich nicht sagen, aber als ich die Maske abnehmen durfte, war ich von der Einrichtung ganz angetan.

Die anderen waren schon da. Ich nenne sie einfach mal Nathalie und Jessica. Nathalies Mann war an der französischen Botschaft beschäftigt und Jessica war die Frau eines amerikanischen Managers, der in Deutschland lebte und arbeitete.

Mir fiel auf, dass alle drei die gleichen kurze, schwarze Röcke und halbtransparente Blusen trugen, unter denen sich ihre BHs abzeichneten.

Zur Begrüßung gab es einen großen Cocktail, den wir im Wohnzimmer tranken. Schnell war ich ein bisschen beschwipst, und den anderen schien es auch nicht anders zu ergehen. Sie kicherten wie ich, bis Nathalie aufstand und ein paar Kistchen holte. Jessica, deren dunkle Hautfarbe einen reizvollen Kontrast zu ihrer weißen Bluse bildete, ging an den Fernseher, um ihn einzustellen. Dann legte sie eine DVD ein und kurz drauf begann ein Film zu laufen. Nathalie reichte jeder von uns ein Kistchen und setzte sich zu Jessica.

Ich war nicht geschockt, als ich auf den Bildschirm guckte und zum ersten Mal nach langer Zeit einen Porno sah. Der letzte war ziemlich billig gewesen, was ich von dieser Produktion nicht sagen konnte. Ruth und ihre Freundinnen begannen, sich zu streicheln, während ich gleichzeitig angezogen und abgestoßen ihnen dabei zusah. Es wird nicht verwundern, dass der Film für mich in den Hintergrund trat, denn was ich an jenem Nachmittag zu sehen bekam, entsprach dem vollen Klischee, das in entsprechenden Büchern und Filmen immer wieder propagiert wurde.

Die erste Szene war vielleicht etwa zur Hälfte gelaufen, da zogen sie sich allmählich bis auf die Unterwäsche aus. Nun kamen auch die Kistchen ins Spiel. In ihnen befanden sich verschiedenste Spielzeuge für große Mädchen. Ich selbst besaß damals nur einen kleinen Dildo, den ich schon mal nutzte, wenn ich abends auf Stefan wartete. Diese Sachen waren anders. Alle aus sehr edlen Materialien hergestellt und sicher nicht billig. Ruth favorisierte einen Godemiché aus Glas, die kleine Französin nutzte einen Vibrator aus schwarzem Kunststoff und Jessica legte sich einen Schmetterling an, der mit verschiedenen Riemen befestigt wurde.

Als ich mein Befremden langsam in den Griff bekam, spürte ich, wie sehr mich die Atmosphäre in ihren Bann zog. Es war Ruth, die mich ansprach, dass ich mitmachen solle. Ich dürfe alle Spielzeuge benutzen, die gerade frei wären. Vorher solle ich mich aber ausziehen. Zwar spürte ich sofort meine Scham, aber als einzige Angezogene kam ich mir auch wie ein Fremdkörper zwischen den anderen vor. Ich begann mich langsam vor ihren Augen auszuziehen und sie spendeten mir leisen Applaus. Wie eine Burlesque-Tänzerin drehte ich mich. Den BH hatte ich bereits ausgezogen, aber ich wollte die Show noch toppen, indem ich mich vor ihnen mit gespreizten Beinen auf den niedrigen Couchtisch kniete. Nicht gerade meine genialste Idee, weil die drei Freundinnen begeistert auf den feuchten Fleck in meinem Slip reagierten.

Hastig beendete ich meinen Auftritt und die anderen nahmen gleich auch wieder ihre Selbstliebkosungen auf. Ich war heiß und schob meine Hand in den Slip, um mich zu streicheln. Animiert von dem leisen Stöhnen um mich herum, beobachtete ich Ruth aus den Augenwinkeln dabei, wie der Glaskolben zwischen ihren Beinen verschwand. Der Anblick weckte in mir das Verlangen, es ihr gleich zu tun. Ich überwand meine Hemmungen, zog auch das verräterische Höschen aus und inspizierte das Kästchen, was mir Nathalie überreicht hatte.

Aus dem Sortiment sprach mich ein Massagestab an, der weder zu groß noch zu dick oder sonst etwas war. In meiner Hand fühlte er sich gleich vertraut an, sodass ich ihn schließlich auch mit ein bisschen Gel befeuchtete und mich ihm hingab.

Ich war so vertieft darin, mich immer mehr dem Gipfel zu nähern, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass sich die drei anderen Frauen vom Sofa auf einen großen Teppich verlagert hatten, wo sie sich nun gegenseitig unterstützten. Im Klartext: Ruth hatte Jessica ihren Schmetterling abgenommen und stieß mit zwei Fingern in sie hinein. Jessica übernahm einfach Nathalies Vibrator und diese wiederum den Dildo von Ruth.

Erst als ich einen ruhigen aber kraftvollen Höhepunkt erreicht hatte, sah ich den drei bei ihrer Beschäftigung zu. Wieder dachte ich, dass es Zeit sei, zu gehen, und wieder blieb ich zunächst in der Betrachterrolle. Doch schließlich gab ich mir einen Ruck und gesellte mich zu ihnen.

Mit einem Lächeln wurde ich aufgenommen und von da an gehörte ich zu ihnen.‘

Ich las noch, dass Beate am gleichen Tag mit allen Frauen geschlafen hatte, und dass sie, immer wenn es ihre Zeit erlaubte, an den Gesellschaftsnachmittagen dienstags und samstags teilgenommen hatte.

Starker Tobak! Meine Frau Beate gab sich der lesbischen Liebe mit anderen Frauen hin. Das entwarf ein völlig neues Bild von ihr, eins, das ich nicht kannte und mich ein bisschen beunruhigte. Und warum das Ganze? Die Antwort hatte sie gleich eingangs gegeben: weil sie einsam war.

Im übertragenen Sinn könnte die zweite Hälfte dieses wieder mal gut gelungenen Kapitels auch "Stefans Kampf gegen sein aufkommendes schlechtes Gewissen" lauten :)

Jetzt aber mal ernsthaft:

- Das Treffen mit Beate im Bistro war vielleicht "zufällig", aber die Richtung, die das Gespräch dann nahm, ging wohl eher zu vorsichtiger Annäherung. Ich persönlich finde Beates leisen Vorwurf, nicht genug um sie gekämpft zu haben, durchaus angebracht. Denn gerade dieser Vorwurf hat Stefan schliesslich zum ernsthaften Nachdenken angeregt. Eine spätere Entschuldigung dafür, das er Hals über Kopf aus dem Lokal "geflüchtet" ist und sie hat am Tisch sitzen lassen, sollte aber schon folgen.

Bevor ich's vergesse: Stefan sollte Beate unbedingt! zu verstehen geben, das sie ihm trotz seiner voreiligen Scheckbuchdiplomatie NICHT egal war. Er sollte dieses Missverständnis so schnell wie möglich ausräumen.

- Marias emotionale Achterbahn ihrer Gefühle, Stefans nächste Baustelle. Das Mädel gesteht ihm offen und ehrlich, das ihre Zuneigung zu ihm offenbar weit über das "normale freundschaftliche" Mass hinaus geht --> sprich, Maria hat sich in ihn verliebt, auch wenn er vom Alter her ihr Vater sein könnte :) Auch wenn er jetzt schwankt zwischen Zustimmung und/oder vorsichtiger Zurückweisung, Stefan sollte sich auch bewusst sein, das Maria auch ein Mensch mit Gefühlen ist und er sie jetzt nicht alleine lassen sollte in ihrem Gefühlschaos. Da gibt es noch einigen Klärungsbedarf mit der berühmten Schulter zum Anlehnen :)

- Der Vertrauensbruch: OK, was Andrea und Maria mit dem gefundenen Tagebuch "angestellt" haben, war so nicht in Ordnung und da kann ich Stefans Reaktion auch nachvollziehen. Ein Klaps für beide auf die Pobacken, eine Nacht darüber nachdenken und am nächsten Morgen beim gemeinsamen Frühstück bitte sachlich darüber sprechen. Dann sollte es wieder gut sein und der Haussegen wieder gerade gerückt sein. Ich wünsche den dreien nur das Beste :)

- Zum Schluss der starke Tobak aus dem Tagebuch: Hier erfährt Stefan wohl zum ersten Mal die Gedanken seiner Ex-Frau und fragt sich nun zu Recht, was in der Ehe schief gelaufen ist. Hier würde ich aber nicht nur bei ihm alleine irgendeine Schuld suchen wollen, sondern beide gemeinsam in die Verantwortung holen, sprich: das Miteinanderreden in der Ehe, das Austauschen von Gedanken. Beate hat da zwar immer den Anfang machen wollen, aber Stefan war dann wohl taub auf den Ohren.

Mein Fazit dazu: Seine Frau fühlte sich einsam in dem berühmten "goldenen Käfig" und er stürzte sich in die Arbeit, um Geld für ihr gemeinsames Leben "ranzuschaffen" ( wirklich??). Spätestens hier sollte er sich mal Gedanken darüber machen, ob sein Job es WIRKLICH wert ist, eine gute und anfangs funktionierende Beziehung dafür verkümmern zu lassen. Auch die traurigen Gedanken seiner Tochter kann ich ganz gut nachvollziehen. Tja, und dann die Erkenntnis, das seine Beate während seiner häufigeren Abwesenheit eine zarte lesbische Ader entwickelt hat, weil sie bei ihren neuen Freundinnen nicht nur Zuhörerinnen bei der gemeinsamen Frustbewältigung gefunden hat, sondern auch eine besondere Form der Zärtlichkeit und Leidenschaft, offenbar nur zwei von vielen Dingen, die in ihrer Ehe heimlich still und leise verschwunden sind...

Wenn ich nun Stefan einen Rat geben sollte ( ob er ihn dann auch annimmt, muss er selbst entscheiden ), dann würde ich ihm sagen, das er den vorsichtigen Fingerzeig von Beate als Chance ergreifen soll, sich seiner Familie wieder langsam anzunähren, auch und gerade seiner Tochter zuliebe. Wenn Beate schon mit seinem "Nachfolger" nicht glücklich geworden ist, dann muss da noch etwas an Gefühlen für Stefan vorhanden sein.

Wenn es zu einem Happy-End kommen sollte, dann weil sich die Vernunft durchgesetzt hat, zusammen mit der Erkenntnis, das Geld und ein Job nicht alles im Leben sein kann. Vielleicht ziehen die vier Engelchen ( das "B" muss wohl irgendwo runtergefallen sein ;) ) noch im Hintergrund an ein paar Strippen, um Stefan auf die Sprünge zu helfen. Dann bekäme seine Tochter ein paar lustige Tanten und seine Beate noch ein paar "verständnisvolle" Freundinnen dazu.

Genug der persönlichen Gedanken, ich bin gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht, nachdem sich die Rauchschwaden vom Vorabend wieder verzogen haben ;)

In diesem Sinne noch einen guten Rutsch ins neue Jahr und weiter eine kreative Schreibader wünscht

Sentinel, der Andächtige :) :)

Hallo Sentinel,

du pickst exakt die Baustellen heraus, an denen Stefan noch zu arbeiten haben wird.

Wie der geneigte Leser vielleicht noch weiß, hat sich Maria schon eine ganze Weile in Stefan verguckt. So rasch wird sie nicht aufgeben, es sei denn, dass Stefan richtigen Klartext redet, was dann aber sicher einige bittere Tränen zur Folge haben wird.

Ich bin noch nicht gewillt, die Geschichte nach diesem Teil zu beenden. Bis dahin wird sicher noch einiges passieren. Stefan muss sich noch ganz schön strecken, um von meinen Schreibereien verschont zu werden.:)

Beate ist eine Frau mit normalen Bedürfnissen und Stefan ein ganz normaler Mann mit Ausstrahlung eines Alpha-Männchens. Dass er seine Beziehung aus den Augen verliert, ist gar nicht so selten. Ich glaube, da kann fast jeder mitreden. Irgendwann verliert sich selbst die größte Liebe, wenn man nicht ständig an der Beziehung arbeitet. Hier ist definitiv Stefans größte Baustelle.

Noch mal zu Beate. Sie hat in ihrer Beziehung zu Stefan eben nahezu alles vermisst, was einem Menschen - nicht nur einer Frau - wichtig ist. Ich halte es für normal, dass sie zu einer Suchenden wird. Dass es in ihrem Fall dazu führt, dass sie sich ihren Freundinnen zuwendet, ist sehr wahrscheinlich Zufall. Vielleicht empfindet sie es als den kleineren Verrat, als wenn sie sich gleich einen anderen Mann gesucht hätte. Ich bin da noch etwas ratlos, aber so in etwa könnte es sein.

Und nun werde ich mal schauen, was Stefan mit der Situation anfängt.

Lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar,

BeKoma

13 Tage später

Hallo dararara,

lieben Dank für dein kurzes Statement.

BeKoma

12 Tage später

Danke für deine Einschätzung.

also ich bin schon sehr auf das nächste Kapitel gespannt.

Titel: Die Offenbarung des frivolen Stefan..... oder so ähnlich ;)

Ich schätze mal, das Andrea sein Büßergewand schon frisch gewaschen und penibel gebügelt hat und er es dann von Ihr und Maria über den Kopf gezogen bekommt. Natürlich erst nachdem sie ihn sanft an den Stuhl gebunden haben, damit er nicht doch noch einen Rückzieher machen kann ;) Zeit für den tollen Hecht, endlich Farbe zu bekennen.

Gruss Sentinel :)

Hallo Senitinel,

ich werde wohl am kommenden Wochenende so weit sein. Hm ... mit deinem Titelvorschlag komme ich nicht recht weiter, aber das ist ja nicht schlimm. Das Kapitel wird wieder ein längeres werden und gleichzeitig so was wie der erste Teil von ... huups! Fast hätte ich was verraten.

Also: Ich versuche es Samstag fertig zu haben und einzustellen. Danach wird es schwierig wegen der anstehenden Feiertage.

Grüße,

BeKoma

Auch wenn sich die Leser hier zuletzt doch deutlich mit Kommentaren zurückgehalten haben, geht es in die nächste Runde und strebt allmählich aufs Ende zu. Viel Spaß und lasst mich eure Meinung wissen.

BeKoma

Konserven einer Ehe

An diesem Abend fand ich keine Ruhe. Selbst als der Rotwein geleert war, rasten die Fragen durch meinen Kopf, als würden sie von einer Rakete angetrieben. Bilder von Beate wirbelten durch meinen Kopf, und wenn es mir gelang, sie für einen Moment zu verbannen, schoben sich andere in den Vordergrund. Maria, die den Koffer gefunden hatte, Andrea, die im Tagebuch meiner Frau blätterte. Dann wieder Beate, die sich mit anderen Frauen traf, um mit ihnen Sex zu haben.

Meine Grübeleien gelangten zu dem Punkt, an dem ihr selbst das nicht mehr gereicht hatte, als Beate sich René an den Hals warf. Natürlich war das unfair von mir, so von ihr zu denken, aber im Moment kochte ein wildes Gericht an Emotionen auf hoher Flamme. Ich selbst hatte mir ihren Macker nie angesehen und ich war ehrlich froh, dass wir uns nie wissentlich begegnet waren.

Am Ende las ich Beates Tagebuch komplett in einem Rutsch. Damit war ich kaum besser als Maria und Andrea, die ihre Nasen in ein fremdes Leben gesteckt hatten. Es standen so viele Dinge drin, die mich erschütterten, und es waren nicht Beates Eskapaden gewesen. Vielmehr trafen mich ihre intimsten Gedanken, die voller Traurigkeit und enttäuschten Hoffnungen steckten. Ich konnte mich sogar an ihre Versuche erinnern, unsere Beziehung zu ordnen. Wie viel Kraft mussten die ewig neuen Anläufe gekostet haben?

Es war bereits nach Mitternacht, als ich die von Beate verfassten Zeilen aus der Hand legte. Ich wollte das Tagebuch zurück in den alten Koffer stecken, der immer noch auf meinem Schreibtisch stand, doch als ich ihn öffnete, fiel mir noch mehr Material in die Hände: alte Fotoalben und Videokassetten. Alles fein säuberlich von Beate beschriftet. Unser gesamtes gemeinsames Leben in glücklichen Momenten.

Eine Videokassette allerdings war nur mit drei großen X markiert. Ich kannte sie natürlich, aber sie hier zu finden, war mehr als eine Überraschung, weil ich sie daheim im Giftschrank ganz hinten vermutet hätte.

Kameramädchen Beate

Wir waren vielleicht zwei oder drei Jahre zusammen gewesen, als Beate und ich bei mehr als einem Glas Wein auf eine Schnapsidee verfallen waren. Das Mondlicht war in unsere erste gemeinsame Wohnung gefallen, in der zusätzlich dutzende von Teelichtern eine zauberhafte Atmosphäre schufen.

„Du bist so schön, dass man dich mit jeder Leinwandgöttin gleichsetzen könnte“, hatte ich ihr leise ins Ohr geflüstert und ihr dabei den Nacken verliebt gekrault.

„Für einen Mann siehst du aber auch ganz nett aus“, foppte sie mich zurück.

„Nee, ehrlich! Eigentlich müsste es einen Film von dir geben, den ich mir immer anschauen kann, wenn ich allein bin.“

Es hatte ein Kompliment sein sollen, aber Beate fuhr sofort voll drauf ab. „Dann hol doch mal die Videokamera.“

Sie war mein ganzer Stolz damals. Beate hatte sie sich von ihrem eigenen Geld in jenen Tagen zu meinem Geburtstag zusammengespart und seitdem nahm ich einfach alles auf, was ein Motiv hergab. Ich war gar nicht so schlecht und schaffte es sogar, einige dicke Tanten auf Familienfeiern ins rechte Licht zu setzen, die mich dafür liebten.

Also karrte ich mein gesamtes Equipment heran. Zuerst natürlich das wichtigste Stück, dazu ein Stativ und eine kleine Zusatzleuchte. Diese konnte ich an die Kamera montieren und entweder über Batterien oder Strom betreiben, wenn eine Steckdose in der Nähe war.

Als ich alles aufgebaut, verkabelt und auf Funktionsfähigkeit geprüft hatte, schaltete ich die Kamera an. Als Erstes zoomte ich ihr Gesicht heran. Beate flirtete mit dem Camcorder, warf mir einen Raubtierblick zu, wuschelte in ihren Haaren und machte einen verdammt heißen Schmollmund mit passendem Augenaufschlag. Dann räkelte sie sich auf den großen Kissen, die den Boden unseres Wohnzimmers bedeckten. Ich nahm die Kamera vom Stativ, zog die Szene auf und verfolgte sie mit der Linse.

Das schwache Licht warf Schatten, die mir den Atem stocken ließen. Schon oft hatte ich Beate gesehen, aber so sinnlich war sie mir noch nie vorgekommen. Vielleicht war ich sonst einfach zu nah dran, um sie als Ganzes wahrzunehmen.

Wieder warf sie mir einen kecken Blick zu, bevor sie ihr T-Shirt über den Kopf zog. Darunter kam ihr mit kleinen Blümchen verzierter BH zum Vorschein und forderte ganz unverhohlen zum näheren Betrachten auf. Schon als ich ihn damals für sie gekauft hatte, hatte ich mir bei der Auswahl vorgestellt, wie sie darin aussehen würde. Die Wirklichkeit hatte meine Vorstellung bei Weitem übertroffen. Das Material war sehr fein gewesen und ließen nun ihre Brustwarzen darunter erahnen.

Ich ging näher heran, doch Beate warf mir lachend ein kleines Kissen um die Ohren und brachte mich so wieder auf Abstand.

Dann drehte sie sich auf den Bauch und wippte mit ihren Beinen. Dabei bewegte sie ihren Po in einer Art, dass mir der Schweiß ausbrach. Diese Bewegung war mir sehr geläufig und fand ihre Verwendung bei ... Dazu schaute sie mich mit verschleierten Augen über ihre Schulter an, was natürlich nicht ohne Auswirkungen auf mein Blut blieb, das langsam kleine Blasen warf, die irgendwo zwischen Hirn und Unterleib pendelten.

Im nächsten Moment flogen ihre Schuhe durchs Zimmer und Beate stand auf. In ihrer knackig engen Jeans posierte sie vor der Linse. Mit den Augen leitete sie den nächsten Schritt ein. Ich folgte ihrem Blick, der an ihr herunterging und holte ihre Hände näher heran, die im Bund ihrer Hose steckten und nun den obersten Knopf öffneten.

Mir kam die Idee, dass eine andere Perspektive Beates Profil noch reizvoller einfangen konnte und legte mich auf den Rücken. Aus dieser Sicht über Kopf verfolgte ich, wie sie mit leichten Tanzbewegungen auf der Stelle ihre Hüften einsetzte. Himmel, was für eine Göttin!

Das dämmrige Licht warf geheimnisvolle Schatten und ließ meine Fantasie erblühen. Beate trippelte ein Stück näher heran, sodass ich genau unter ihr lag. Sie löste eine Hand und führte sie an ihre Brust. Ihre sanfte Massage ließ die darunter liegende Knospe unmittelbar erblühen, was ich mit angehaltenem Atem und der Kamera einfing. Dadurch entging mir aber, dass ihre andere Hand keineswegs untätig geblieben und die restlichen Knöpfe an ihrer Hose geöffnet hatte.

Damit ich besser verfolgen konnte, was Beate als Nächstes tun wollte, machte sie einen Schritt über mich und ging ein bisschen in die Hocke. Ihre Jeans spannte sich über ihrem Po und ich konnte ihre Formen darunter mehr als nur erahnen. Früher hätte ich gesagt, dass ich ihr die Wünsche von den Lippen ablesen konnte. Sie ließ mir nur wenigen Sekunden, um mich daran zu ergötzen und vergrößerte wieder den Raum zwischen uns. Schnell kam ich wieder auf meine Beine.

Wieder fing ich ihren sinnlichen Gesichtsausdruck ein, zog das Gesichtsfeld auf und fing einige Momente lang ihre tänzelnden Bewegungen aus der Hüfte ein. Doch als Beate ihre Hände wieder an den Bund der Hose legte, folgte ich ihr augenblicklich mit einer auf den Punkt konzentrierten Einstellung. In der Weise, wie sie langsam ihre Jeans über den Po zog und anschließend ihre Beine daraus befreite, vergrößerte ich wieder den Bildausschnitt.

Schließlich stand sie in Unterwäsche und Nylonsöckchen vor mir. Ich ging ganz nah dran, fing jeden Quadratzentimeter ihres wundervollen Körpers ein, während ich sie langsam mit der Kamera umkreiste.

Ich spürte, wie sie ihr Spiel weitertreiben wollte und ging ein paar Schritte zurück. Die nächste Station war der niedrige Couchtisch, auf dem sich Beate mit geschlossenen Beinen setzte. Grazil zog sie ihren rechten Fuß auf die Tischplatte, rollte ihr Söckchen ab, fasste es zwischen zwei Zehen und kickte es in meine Richtung. Das andere folgte in gleicher Weise, blieb aber am Objektiv hängen.

Die Zeit, die ich benötigte, um wieder für Durchblick zu sorgen, nutzte Beate für einen weiteren Wechsel ihrer Position zurück zu den am Boden liegenden Kissen. Sie kniete sich hin, warf ihren Kopf in den Nacken und ließ ihre dunkelblonden Haare fliegen. Stolz wie die Sphinx sah sie aus. Die Spitzen ihrer Haare überdeckten gerade den Verschluss ihres BHs auf dem Rücken und als sie ihren Kopf wieder senkte, fielen sie seitlich über ihre Schultern. Wieder war es ein Schlafzimmerblick, den sie mir schickte und damit einen wohligen Schauer schenkte.

Elendig langsam streifte sie einen der schmalen Riemchenträger ab, ehe sie sich der anderen Seite zuwandte. Am liebsten wäre ich nun über sie hergefallen, aber Beates Blick ließ mich an meiner Stellung als Kameramann festhalten.

Beate gefiel sich in der Rolle als Stripteasetänzerin, krabbelte auf allen vieren so, dass sie mich direkt anblicken konnte. Mit einem Griff durch ihre Haare hakte sie den Verschluss ihres BHs auf dem Rücken auf, hielt ihn aber gleichzeitig fest, sodass er sich zu meinem Bedauern nicht verflüchtigen konnte. Geschickt legte sie beide Hände auf die Schalen, setzte sich bequem im Schneidersitz vor mich und beugte sich so weit vor, dass ihre Nasenspitze auf ihren Knöcheln zu liegen kam.

Ich umrundete sie wieder, visierte ihren schlanken Hals an und blieb schließlich vor ihr stehen. Als Beate wieder ihren Kopf hob, blieb der BH zwischen ihren Beinen liegen. Das Biest streckte sich nach hinten und präsentierte mir seine straffen Äpfelchen, deren Stiele ganz offensichtlich mit Lebenslust gefüllt waren.

Meine Kamera schwenkte langsam zu ihrem Gesicht und erkundete es in allen Einzelheiten: die leicht verschwitzte Stirn, in der sich einige lose Haare verirrt hatten, ihre halbgeschlossenen Lider, die fein geschwungene Nase und diese Lippen, die einen ständig zum Küssen verführten. Die Fahrt ging weiter über den Hals, verharrte einen Moment lang an ihrem Schlüsselbein, bis sie sich vorsichtig den beiden perfekten Halbkugeln näherten. Beate schien es zu spüren und rückte sie mit ihren Händen ins rechte Licht. Puh! Mir war inzwischen mehr als nur ein bisschen warm.

Im nächsten Schwenk fing ich ihre Rippen ein und zoomte mir anschließend ihren Bauchnabel heran.

Lachend richtete sich Beate ruckartig auf und warf den BH nach mir. Wie sie es schaffte, aus dem Schneidersitz in den lockeren Stand zu kommen, konnte ich deswegen nicht einfangen.

Doch Beate wollte mich noch weiter anheizen. Sie streichelte ihre Krönchen, rieb sich über den Bauch und ließ ihre Hand von oben in ihrem Slip eintauchen. Mit einer eleganten Drehung kehrte sie mir ihren Rücken zu, buckelte wie eine Katze, fiel dann auf ihre Knie und reckte mir ihren Hintern entgegen. Der schmale String verschwand zwischen ihren knackigen Brötchenhälften. Selten habe ich Beate so agieren sehen wie in diesem Augenblick. Mit jeder Faser war sie dabei, meinen Verstand mit chirurgischer Sicherheit zu entfernen. Sie griff sich beide Bäckchen und zog sie leicht auseinander.

Schneller als ich es einfangen konnte, wirbelte sie wieder herum und ging breitbeinig in eine Brücke. Luder noch eins! Selbst in diesem schummrigen Licht war deutlich zu erkennen, dass es sie selbst erregte, wie sie sich vor mir zeigte.

Dann kam der Schlussakkord: Auf ihrem Hinterkopf abgestützt bekam sie die Hände frei, legte sie an ihre Hüfte und zog die beiden Schleifchen an den Seiten ihres Höschen auf. Als ob sich der Slip schamhaft überlegen müsste, was zu tun wäre, gab er nur zögerlich der Schwerkraft nach und entblößte Beates intimstes Schmuckstück. Mein Gott! Beate hatte sich nie zu einer vollständigen Rasur ihrer Bikinizone entscheiden können, aber sie hielt ihre kleinen Löckchen stets perfekt in Form. Und darunter glitzerte es wie in einer Samtschatulle voller Diamanten.

Sie ließ mir nur wenige Augenblicke, dann wurde ihr wohl der Kopfstand zu unbequem.

„Na, wie hat es dir gefallen?“, fragte sie mich mit rauer, tiefer Stimme.

Meine Antwort hörte sich später wie HMMMMGNG an. Lachend nahm sie mir die Kamera ab und forderte mich nun ebenfalls zu einer erotischen Entblätterung auf. Ich gab mein Bestes, aber fiel schon fast auf die Nase, als ich mir nur die Schuhe ausziehen wollte. Positiv formuliert gab ich mehr den Clown für Beate ab, bis ich dann jedoch nur noch mein T-Shirt und meine Unterhose anhatte.

Beates spöttisches Lächeln wich nun einer konzentrierten Spannung. Ich verfolgte die Kameraführung, die mich von oben nach unten und von links nach rechts genau vermaß. Sie endete, wie ich stolz feststellte, an meiner deutlichen Ausbeulung im Schritt.

Jetzt war es an mir, ihren Blutdruck zu erhöhen. Ich zog mein T-Shirt über den Kopf und stellte mich in nachgeahmter Bodybuilderpose. Genau wie Beate trug ich einen String – ein Geschenk von ihr - und spielte mit meinen Daumen am Bund. Dummerweise war ich selbst so scharf, dass meine Eichel neugierig hinauslugte. Ich wollte und musste nun diesem Spiel ein Ende setzen. Mit einem Ruck entledigte ich mich des letzten Textils und stand mit einer steilen Erektion vor Beate und der Kamera.

„Ich will dich!“, knurrte ich ihr entgegen und wollte ihr den Camcorder abnehmen.

„Nein!“ Entschlossen wich Beate zurück und montierte die Kamera auf dem Stativ. Mit einem verführerischen Lächeln lotete sie genau aus, was das Objektiv einfing.

Dann nahm sie mich an die Hand und führte mich ins Bild. Dann küsste sie mich zu Boden. „Jetzt darfst du alles mit mir machen, was du möchtest.“

Ich nahm sie beim Wort, aber der größere Nimmersatt war eindeutig Beate. Wir verschmolzen immer wieder zu einer Supernova. Mein Gott! Selbst nach dem dritten Durchgang hatte sie noch nicht genug und verführte mich ein letztes Mal.

Oh, sie wusste nur zu genau, wie sie mich wieder zu ihrem Supermann machen konnte. Ihr Mund und ihre Finger bewirkten die Auferstehung von den Toten, und als sie vor mir auf alle viere ging, um mir ihre appetitlich Kehrseite zu präsentieren, brauchte es keine weiteren Erklärungen. Sie wollte den ultimativen Härtetest zum Schluss. So zärtlich und verspielt sonst unser Liebesleben war, das war ihre Art, mir zu zeigen, dass sie es hart wollte, dass ich ihre Hüften fest packen und Vollgas geben sollte.

Beate hielt gegen, kam immer wieder, bis ich ihr schließlich erschöpft die letzten Tropfen gegeben hatte. Sie selbst war vollkommen fertig, und wenn es ihr nur halbwegs wie mir ging, dann tat ihr alles weh.

Dieser letzte Akt fehlte auf der Kassette, da sie vorher voll war. Vom Rest hatten wir eine volle Stunde aufgezeichnet.

Wir haben uns das Band einmal zusammen angeschaut. Ihr Striptease war dank ihres Körpergefühls und meiner Kameraführung richtig gut geworden. Meine anschließende Entkleidung war eher was für ‚Pleiten, Pech und Pannen‘ und die restliche Stunde war zwar kein Kunstwerk, aber es verfehlte bei uns keinesfalls die Wirkung.

Klare Worte

Ungern gebe ich zu, dass ich allein durch die Erinnerung eine solche Erektion hatte, dass sie nur eine Behandlung zuließ. Im Badezimmer. Kein erhebender Anblick, aber die einzige Möglichkeit, die Bilder vor meinem geistigen Augen so weit in ihre Schranken zu weisen, dass ich meinen Schlafanzug ohne Schwierigkeiten anziehen konnte.

Trotz meiner Anstrengungen wollte sich der Schlaf nicht einstellen. Ich wälzte mich die halbe Nacht im Bett herum, und wenn ich für wenige Minuten einnickte, fuhren meine Gedanken wieder Karussell.

Dementsprechend stand ich am nächsten Morgen total gerädert auf, als mein Wecker das Ende dieser unseligen Stunden einläutete.

Obwohl ich nicht verkatert war, konnte auch die Dusche nichts an meinem tranigen Zustand ändern. Insgesamt gab ich das perfekte Double für Quasimodo, nur nicht so buckelig, denn die Mädels gingen in Deckung, als sie mich sahen.

Es dauerte eine Weile, in der ich reichlich Kaffee trank und ansonsten kaum etwas anpackte, bis Andrea sich ein Herz fasste.

„Wir müssen miteinander reden.“

„Nicht jetzt. Lasst mich in Ruhe“, blaffte ich ungewollt scharf zurück.

„Mann, es tut mir leid.“

Ich legte meinen Zombie-Blick auf, als ich Andrea ansah. „Später.“ Andrea gab resigniert auf, das Gespräch noch einmal anzufangen und hob beschwichtigend ihre Hände.

Beide gaben sich Mühe, meine Muffeligkeit zu ignorieren, auch wenn ich merkte, dass sie lieber den Grund aus der Welt geschaffen hätten. Besonders auf Maria lastete wohl auch noch ein schlechtes Gewissen, dass die Größe eines Hinkelsteins haben musste.

Mit einem knappen ‚Danke‘ erhob ich mich vom Frühstückstisch, zog mich um, schwamm ein paar Runden im Pool und legte mich erfrischt auf eine der Liegen.

Kurz drauf war ich eingenickt. Diesmal fiel ich in einen langen und tiefen Schlaf, träumte aber immer noch wirres Zeug. Dennoch ging es mir anschließend etwas besser. Ich bemerkte sogar, dass meine Mädels oder José den schweren Sonnenschirm so aufgestellt hatten, dass ich nicht zum Pavian-Hintern mutierte.

Aus der Küche zogen herrliche Gerüche in meine Nase und ich beobachtete Andrea aus fast geschlossenen Lidern dabei, wie sie auf Zehenspitzen den Tisch zum Essen eindeckte. Ich amüsierte mich still und heimlich, als sie die Paulchen-Panther-Nummer aufführte.

An meinen hochgezogenen Mundwinkeln musste sie gesehen haben, dass ich nicht mehr schlief.

„Blödmann!“, war denn auch ihre wenig freundliche Begrüßung.

Dann wurde ich an den Tisch gebeten. Ich war inzwischen nicht mehr so sauer auf die beiden, hatte aber nun einen Kohldampf bis unter die Arme. Dementsprechend haute ich rein, als wäre ich eine Kreuzung aus Mähdrescher und Wolf.

Meine Damen beobachteten mich schweigend, freuten sich aber über meinen Appetit.

Schließlich streckte ich mich und entließ ein Bäuerchen hinter vorgehaltener Hand in die akustische Umlaufbahn.

Wir mussten alle drei lachen, und das löste auch den Knoten in unseren Zungen.

„Okay. Ihr wollt ein Gespräch. Ich auch. Wieso habt ihr in dem Zeug herumgestöbert?“

„Es ist meine Schuld“, begann Maria stockend. „Ich war so ... frustrado. Erst die Sache im Auto, dann auch noch deine Frau im Café. Das war einfach zu viel für mich. Ich musste raus und bin im Garten gewesen. Das Gartenhäuschen hatte ich mir überhaupt noch nicht angesehen und deshalb bin ich hinein. Da stand die Couch aus Andreas Zimmer und dahinter fand ich den Koffer.“

Für meinen Geschmack nicht ganz rund, aber ich hatte gelernt, erst einmal zuzuhören.

„Schön. Du hast den Koffer gefunden und hineingeschaut. Warum hast du ihn nicht einfach wieder zugemacht, nachdem du gesehen hast, dass da sehr private Dinge drin waren?“ Dieser Punkt wurmte mich noch immer.

Sie sah sehr betroffen zu Boden und hatte eine sehr zittrige Stimme bei der Antwort. „Ich wollte wissen, was dich an ihr so ... fascinado. Wie konnte ich es besser herausfinden, als aus ihren eigenen Worten?“

„Auch wenn ich deine Logik zumindest teilweise nachvollziehen kann: Es war trotzdem falsch und ich bin wirklich tief enttäuscht.“

„Ja, und ich schäme mich. Bitte verzeih mir!“ Das Mädel war wirklich nah am Wasser gebaut und ihre Augen konnten selbst hartgesottenen Burschen in Grund und Boden schmelzen. Ihr Blick ging mir so ans Herz, wie hätte ich diesem Häufchen Elend nicht verzeihen können? Ich nahm sie kurz in meine Arme und setzte mich nun in Positur vor Andrea, die schon auf ihrem Stuhl zu schrumpfen begonnen hatte.

„Und was ist mit dir, Andrea? Warum musstest du die Nase in Beates und mein Leben stecken?“

Das Tier, das so reuig blicken kann, muss der liebe Gott noch erschaffen und dabei sollte er sich ordentlich anstrengen.

„Das war Scheiße!“, flüsterte Andrea.

„Stimmt!“

„Ja, aber ...“ Sie beherrschte das Stilmittel der rhetorischen Pause. „Ich habe euch nach Hause kommen hören, aber ihr seid beide gleich verschwunden. Dann klopfte ich etwas später an Marias Tür und sie war nicht da. Überall habe ich sie gesucht und zum Schluss im Gartenhäuschen gefunden.“

„So weit bin ich schon alleine gekommen, aber es beantwortet meine Frage nicht.“

Im Geiste ging sie wohl die Antwortmöglichkeiten durch; denn sie blickte intensiv Richtung Himmel. Ein Stoßgebet, dass ich ihr nicht den Kopf abreißen würde? Oder so. Bei Andrea eher oder so.

„Ich fand Maria in einer etwas pikanten Situation vor.“

Maria nickte und schien sich mal wieder zu schämen. Das hörte sich zumindest interessant an und die Wahrheit zu sein.

„Sie war sehr vertieft in das Tagebuch und ... sie war mit sich am spielen.“

Es war mir ja nicht entgangen, dass Maria durchaus ihren Körper dazu veranlasste, ein paar schöne Gefühle für sie zu produzieren. Bislang hatte sie aber behauptet, dass sie dabei mich in ihre erotischen Träume als Hauptfigur einbaute.

„Ich nehme an, dass es die Seiten waren, in der Beate ihre Eskapaden beschrieben hat.“

Beide nickten zur Bestätigung und Andrea fuhr fort.

„Ich habe sie dann gefragt, was sie dort lese und sie war natürlich sehr erschrocken, dass ich sie erwischt hatte. Dann hat sie mir wortlos das Tagebuch in die Hand gedrückt und ich muss schon sagen ... heiß!“

Grummelnd erwartete ich weitere Erklärungen.

„Aber zwischen den heißen Szenen stand immer wieder, wie sehr Beate um dich gekämpft hat und wie du dich immer weiter von ihr entfernt hast. Immer nur arbeiten. Mich wundert nicht, dass sie abgehauen ist.“

„Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Ihr wusstet, dass meine Ehe daran zerbrochen ist. Das gibt euch noch lange nicht das Recht, in den intimen Gedanken meiner Frau herumzulesen. Ehrlich, ich finde das immer noch ein starkes Stück.“

„Das war ja auch nicht richtig“, bestätigte Andrea, „aber wir fanden, dass du von dem Tagebuch und seinem Inhalt erfahren solltest.“

„Habt ihr euch denn auch den Rest angesehen?“, wollte ich nun wissen.

„Nein, die Fotos und die Kassette nicht.“

Innerlich atmete ich tief durch.

„Und was jetzt? Soll ich für eure Schnüffelei noch dankbar sein?“

„Nein, ich möchte dich ganz ehrlich um Entschuldigung bitten.“

Mit einem tiefen Seufzer hakte ich die Geschichte ab. „Okay.“

Andrea stupste Maria an.

„Wir sind der Meinung, dass du mit Beate reden solltest. Nicht disputa.“

„Aha, die Friedensengel schweben durch die Lüfte und alles wird wieder gut, oder was? Und wie soll das gehen?“ Mein Sarkasmus tropfte nur so auf die Fliesen der Terrasse.

Nun schaltete sich wieder Andrea ein. „Mach den ersten Schritt. Ruf sie an.“

„Leute, so einfach ist das nicht“, versuchte ich abzuwehren.

„Wer hat gesagt, dass es einfach wird?“

„Darum geht es nicht. Was sollte sich ändern? Beate und ich sind befreundet, aber mehr wird es nicht geben.“

„Pah! Das glaubst auch nur du. Du liebst sie, sie liebt dich. Du musst was tun, sonst tun wir etwas.“

„Soll das eine Drohung sein?“

„Wenn du so willst ... Alter, denk mal nach! Sie wollte, dass du das alles findest, sonst wäre der Kram nicht hier.“ Andrea hatte wieder den Oberlehrer hervorgeholt.

Obwohl mir ihr Ton überhaupt nicht passte, kam ich an dem Punkt ins Grübeln.

„Warum wohl?“, hakte Andrea noch einmal nach.

„Schön. Nehmen wir an, dass sie wollte, dass ich das Zeug finde. Nehmen wir weiterhin an, Beate möchte mit mir darüber reden. Was springt für euch raus?“

„Nichts. Wenn es klappt, sind wir die Gearschten.“ Trotzig und traurig guckte sie mich an.

„Eben“, stellte ich mit verschränkten Armen fest, weil mir ihr Motiv immer noch nicht klar wurde.

„Du begreifst es echt nicht, oder? Wir sind deine Freundinnen. Vielleicht sogar viel mehr als das. Du bist unglücklich und das geht gar nicht. Das hast du bei all deinen Fehlern nicht verdient. Also, tret dich selbst in den Arsch und tu was!“

Punkt. Die Mädchen hatten gesprochen, erhoben sich wie auf Kommando und räumten den Tisch ab.

Becker-Faust

Da hatten sie mir ein paar Brocken hingeworfen, die ich erst einmal verdauen musste. Schlussendlich hatten sie mir aber nur gesagt, was mir eigentlich auch schon vorher klar gewesen war: Ich musste die Sache mit Beate endlich klären und meine beiden hübschen Geschöpfe stießen mich mit der Nase drauf.

Auch wenn Andrea es in ihrer robusten Art ausgesprochen hatte, konnte ich daraus ablesen, dass ihr mein Schicksal nicht egal war. Selbst, wenn es zu ihrem eigenen Nachteil ausging. Das zeugte von einer Größe, die ich schon ziemlich imposant fand.

Ich ließ die beiden in Ruhe, als sie ihren Beschäftigungen nachgingen. Vielleicht war es aber auch gerade anders herum: Sie ließen mich im eigenen Saft schmoren.

Nach einer grüblerischen Stunde ging ich hoch in mein Zimmer und sah mein Handy an, als ob es mir den Anruf bei Beate selbstständig abnehmen könnte. Tat es aber leider nicht.

Schließlich fügte ich mich meinem Schicksal, öffnete den Adressspeicher und wählte per Fingertipp den Sprachanruf aus. Es läutete drei- oder viermal und ich wollte schon auflegen, da erinnerte ich mich daran, wie sehr es mich geärgert hatte, dass Beate als ‚Unbekannter Anrufer‘ immer wieder in letzter Sekunde einen Rückzieher gemacht hatte. Ein weiteres Mal hörte ich das Freizeichen und dann nahm Beate das Gespräch an.

Ihr ‚Hallo‘ klang nicht gerade nach Begeisterung. Im Gegensatz zu ihr hatte ich meine Rufnummer nicht unterdrückt

„Hallo Beate, ich wollte mich wegen gestern entschuldigen.“

„Nun, das wäre damit erledigt ...“

„Beate, ich ... ich weiß ja, dass ich Mist gebaut habe, aber können wir nicht wenigstens hier einen Waffenstillstand vereinbaren? Außerdem wollten wir noch über Patrizia reden.“

Ich hörte einen tiefen Atemzug. Sie dachte nach. Ein gutes Zeichen. Gleich nachsetzen, war die Devise. „Wenn du willst, können wir uns noch heute Abend treffen.“

„Nein. Das geht nicht.“

War ich zu schnell vorgeprescht? Okay, Rückzug ohne Gesichtsverlust. „Na, dann nicht. Hätte ja sein können.“

„Ja, hätte es. Ich habe eine Urlaubsbekanntschaft, die ich heute Abend treffe.“

„Sieht er gut aus?“

„Wer?“

„Deine Urlaubsbekanntschaft.“

„Hm. Ende Sechzig, einen Kopf kleiner als ich, pummelig und eine Frau.“

„Ach so ...“ Wobei sie ja nach neuestem Erkenntnisstand auch auf Frauen stand. Aber sicherlich keine, die ihr nicht ebenbürtig waren ...

„Wie sieht es morgen aus?“, holte mich Beate aus meinen Gedanken.

„Morgen? Schlecht! Ich mache einen Ausflug mit dem Schiff. Das wird sicherlich zu spät.“

„Allein?“

„Nein.“

„Ach so ...“

Scheiße! Scheiße! Scheiße! „Ich gebe nicht auf: Was ist am Donnerstag?“

„Letzte Gelegenheit.“

„Wie?“

„Ich fliege Freitag heim.“

„Okay. Also Donnerstag. Um wie viel Uhr?“

„Du gibst wirklich nicht auf, was?“

„Mir liegt viel an dem Treffen. Es gibt so viel zu bereden.“

„Ach ja? Was denn?“

Sie machte sich eindeutig über mich lustig. Manchmal wünschte ich mir eine Ex-Frau, die mir nicht so viel Paroli bot.

„Es gibt viel zu bereden, aber nichts, was ich am Telefon mit dir regeln möchte.“

„Huh! Das klingt ja geheimnisvoll. Also schön: Um acht.“

„Soll ich dich abholen?“

„Danke.“

„Danke ja oder danke nein?“

„Danke nein.“

„Okay. Wo treffen wir uns?“

Sie nannte mir den Namen eines kleinen Lokals an der Promenade, unweit der Stelle, an der wir uns zuletzt getroffen hatten. Das ließ mich Hoffnung schöpfen. Vielleicht ...

Als wir uns schließlich verabschiedeten, hätte Boris Becker seine Freude daran gehabt, wie ich seine Faust imitiert habe.

Es war nicht einfach, gegen Beate einen Punkt zu landen, aber ich hatte mich ganz achtbar geschlagen und sie überdies auf ein Treffen festgenagelt. Mein Level an guter Laune schlug gleich in höhere Sphären.

Nachkarten mit Maria

Den restlichen Nachmittag schlug ich gedanklich Saltos. Noch war nichts gewonnen, aber eben auch nichts verloren. Donnerstag würde sich entscheiden, wie es weiterging. Trotzdem hatte ich den Gesichtsausdruck von Mona Lisa: Ich bekam dieses blöde Grinsen nicht weg.

Aber das Telefonat hatte Energien freigesetzt, die ich in sportliche Aktion umsetzen musste. Die Badehose vom Morgen kam noch einmal zum Einsatz.

Maria hatte sich nach dem Abwasch eine Sonnenliege in den Schatten geschoben und faulenzte ein bisschen. Dagegen war nichts einzuwenden. Nachdem ich noch ein paar Bahnen im Pool gezogen hatte, machte ich es mir neben ihr auf einer weiteren Liege gemütlich.

Kaum hatte ich meine Augen geschlossen, sprach mich Maria an. „Stefan? Bist du noch böse auf mich?“

„Ich war nie böse auf dich, sondern höchstens enttäuscht von deinem Verhalten. Aber die Sache ist jetzt abgehakt.“

Sie seufzte erleichtert auf.

„Stefan? Du hast doch sicher auch ihr Tagebuch gelesen. Was ist dir durch den Kopf gegangen, als du das alles gelesen hattest?“, wollte sie wissen.

„Sehr verschiedene Dinge. Je nach dem halt.“ Ich wollte nicht über das Thema reden und blieb vage.

Doch Maria ließ mich nicht vom Haken. „Wie erging es dir mit ihren Affären?“

„Du meinst die Gesellschaftsnachmittage?“

„Auch.“

„Das mag sich für dich jetzt vielleicht komisch anhören, aber ich kann Beate sogar verstehen. Stell dir einfach mal vor, du würdest einen Mann heiraten und eine Familie gründen. Finanziell fehlt es an nichts, aber dein Mann geht morgens aus dem Haus und kommt abends nur zurück, um zu schlafen. Selbst am Wochenende arbeitet er und der lang geplante gemeinsame Urlaub wird wegen seines Jobs kurzfristig abgesagt. Du kannst es nicht vergleichen mit dem Leben hier auf dem Dorf. Man kennt seine Nachbarn nur vom Sehen, gemeinsame Freunde leben oft weit weg. Natürlich kannst du telefonieren und du darfst machen, was du möchtest, aber irgendwie ist das ein goldener Käfig. Beate und ich wohnten unter einem Dach, aber von einem Zusammenleben kannst du nicht reden.“

„Mir würde es genügen.“

Ich widersprach ihr nicht, weil für mich das Thema endgültig beendet war, auch wenn Maria eine andere Auffassung hatte. „Vielleicht. Beate reichte es nicht. Du hast ja selbst gelesen, wie schlecht sie sich gefühlt hat. So, wie ich das verstanden habe, war sie an einem Punkt angekommen, wo ihr das alles bewusst wurde, wo ihr eben alles fehlte, was unsere Beziehung mal ausgemacht hatte. Der Schritt zum Seitensprung war nicht sehr groß und sie hat ihn ganz bewusst gemacht, um das Defizit auszugleichen. Dass es anfangs Ruth und ihre Freundinnen waren, hat es ihr vielleicht sogar erleichtert, obwohl es mich überrascht hat. So verwirrend das klingen mag, aber die heimlichen Treffen machten ihren tristen Alltag wieder spannend. Dennoch war es nichts anderes als eine exotische Kaffeerunde, die um Sex angereichert wurde. Kritisch wurde es erst, als René in ihr Leben trat.“

„Hast du denn nie etwas gemerkt?“

„Nein und das wundert mich nicht. Wenn wir eine normale Beziehung gehabt hätten, dann wäre mir vielleicht etwas aufgefallen. Ich war aber nicht da, wenn sie nach ihren Treffen nach Hause kam. Bis wir dann wieder miteinander geredet haben, hatte Beate sich wieder im Griff.“

„Aber hast du nie gefragt, was sie den Tag über gemacht hat?“

„Natürlich habe ich gefragt, wie ihr Tag war, aber was sie angestellt hatte, danach habe ich nie gefragt. Ich hatte keinen Grund, danach zu fragen. Ich vertraute ihr blind.“

„Das verstehe ich dennoch nicht. Ich würde doch wissen wollen, was sie gemacht hat.“

„Wenn ich nach Hause kam, war ich einfach nur platt und müde. Lange Gespräche waren das dann nicht. ‚Wie war dein Tag?‘ – ‚Gut. Und deiner?‘ – ‚Anstrengend.‘ Du darfst nicht vergessen, dass ich morgens oft schon um sieben Uhr das Haus verlassen habe und dann abends um zehn oder noch später zurückkam. Da kann es dir passieren, dass du sogar beim Sex einschläfst.“

„Ist dir das schon einmal passiert?“

„Ein- oder zweimal. Das war echt peinlich, obwohl Beate da sehr verständnisvoll war.“

„Und wann habt ihr miteinander geredet?“

„Sonntags, oder wenn es dringend war, hat mich Beate angerufen. Ich habe dann so schnell wie möglich zurückgerufen.“

Allmählich verstand Maria, was Beate mitgemacht hatte und sicherlich war sie realistisch genug, dass es in ihrem Fall kaum anders laufen würde.

„Ich mache mich mal ans Abendessen“, schloss sie das Gespräch ab und ging ins Haus, wobei sie mit wiegenden Schritten durchaus ihre Reize auf mich wirken ließ.

Zum Essen kam auch Andrea wieder dazu und verkündete freudig, dass sie jetzt mit allem durch sei. „Ich kann bis Ende der Woche noch mal den Stoff wiederholen, der mir besonders schwerfällt.“

Maria und ich gratulierten ihr für den Fleiß.

„Was steht eigentlich morgen an?“, wollte Andrea wissen. „Ich muss doch wissen, was ich anziehen soll. Wenn es in ein Museum geht, ist das ja etwas anderes, als wenn wir eine Grillparty machen.“

„Netter Versuch, aber es geht mehr in die Richtung Grillparty. Also ganz locker.“ Mehr gab ich nicht preis.

Alte Bekannte

Das tat ich erst am anderen Morgen beim Frühstück. „Es wäre praktisch, wenn ihr Badezeug mitnehmt.“

„Na toll! Ich habe keinen Badeanzug dabei.“

„Ich kann dir einen Bikini leihen“, bot Maria an.

„Das ist nett von dir, Maria, aber erstens hast du ja wohl oben mehr zu bieten und zweitens will ich nicht unbedingt, dass alle das hier sehen.“

Spontan hob sie ihr T-Shirt und man konnte immer noch einige blaue Flecken von Samstagnacht sehen.

„Ich bleibe hier“, meinte sie genauso trotzig wie traurig.

„Kommt gar nicht infrage. Du kommst mit. Du warst so fleißig und hast noch gar nichts von der Gegend gesehen. Dann kaufen wir dir eben noch schnell einen. In Santa Pola gibt es genügend Geschäfte, die Badeanzüge verkaufen.“

Maria unterstützte mich mit einem bettelnden ‚Bitte‘ und wir konnten sehen, dass sie sich insgeheim gerne überreden ließ. Andrea gab sich theatralisch geschlagen und dann mussten wir uns beeilen.

Schnell packten wir unsere Siebensachen und fuhren in einem Affenzahn in die Nähe des Hafens. Eine gute Stunde blieb uns noch. Maria übernahm die Führung und brachte uns in ein brauchbares Geschäft, dass auch jede Menge Sportbadeanzüge führte.

Drama hoch fünf! Mal waren es die Größen – Andrea wäre auch bei den Kindergrößen fündig geworden – dann waren es die Farben, der Schnitt, ... Ich war eindeutig reif für einen Drink.

Natürlich dauerte das alles. Am Ende war Andreas Auswahl auf einen sehr geschlossenen Badeanzug gefallen, der ihren Hintern komplett bedeckte und auch ihre Mandarinchen fast bis zum Hals einpackte. Dafür in neonorange mit einer wilden schwarzen Welle drauf. Wenn ihr das gefiel ...

Insgesamt hatten wir die Zeit nicht ganz ausgereizt, doch die anderen waren alle schon da und vor allem die Band hatte eine Menge Gepäck dabei. Gina und Florentine taten einen Schrei, als sie uns ansichtig wurden und kamen gleich auf mich zugerannt, um mich von beiden Seiten zu umarmen.

Die beiden schafften es sogar, Maria und Andrea abzuschirmen.

„Na, ihr beiden. Gute Anreise gehabt?“, eröffnete ich den Smalltalk.

Florentine sah mal wieder zum Anbeißen aus. Sie trug ein kurzes Röckchen und das T-Shirt verdiente seinen Namen als Kleidungsstück eigentlich nicht. Auf jeden Fall blitzte ihr Piercing in der Sonne verführerisch aus dem Bauchnabel.

Auch Ginas Ausflugsdress zeigte mehr, als es verbarg. Sie hatte gleich ihren Bikini und nur eine kurze Hose und eine Bluse darüber angezogen, die sie unter ihrem großen Busen verknotet hatte.

Sie sonnten sich kurz in meiner Bewunderung, drehten sich einmal vor mir um und erzählten mir, dass sie schon eine Menge Spaß auf der Fahrt gehabt hätten.

„Aber es ist nichts passiert“, versicherte mir Gina.

„Da bin ich aber froh.“

Wir schlenderten zu den anderen zurück und nachdem man sich mit einem freudigen ‚Hallo‘ begrüßt, hatte, schloss sich der ganze Tross meiner Führung an.

Als wir uns langsam der Anlegestelle näherten, dachte ich für einen Augenblick, ich spinne. In feinster weißer Kapitäns-Ausgehuniform stand der Typ, nach dem Sally und Maggie erfolglos gefahndet hatten. Auch die anderen erkannten der Reihe nach, wer da auf uns wartete. Ich blickte mich nach Maria um, die auf einmal stehen geblieben war.

„Das glaube ich nicht!“, stöhnte sie auf und schien bisschen verlegen zu werden.

Um ihren einsetzenden Fluchtinstinkt zu besänftigen, kam ich mit der Wahrheit raus. „Ich schwöre dir, dass ich nicht wusste, dass er das Schiff steuert.“

Sie schien mir zwar kein Wort zu glauben, nahm es mir aber auch nicht sonderlich krumm.

Mit einem ‚Buenos Dias, Señoras y Señors!‘ begrüßte uns kein anderer als Fernando, dessen sonnenbraunes Gesicht ebenfalls verdutzt, aber sehr erfreut dreinschaute, als er uns erkannte.

Backpflaume

Er half jedem von uns an zu Bord zu kommen, wobei er uns zunächst einmal alle Richtung Achterdeck schickte. Ich musste als Erster gehen, weil ich ja der Reiseführer unserer Gruppe war. Dahinter kamen gleich Floh, Gina und Andrea, denen sich Sally und Maggie und die Band samt Gepäck anschlossen. Gar nicht so leicht.

Den krönenden Abschluss bildete Maria, die gleich überschwänglich von Fernando aufs Boot getragen wurde und erst wieder auf ihre Füße kam, als Fernando sie im Ruderhaus absetzte. Da nutzte ihr alles Strampeln und Schimpfen nichts. Leider liegt mir keine Übersetzung vor. Nur Marias Augen verschleuderten Blitze, als sei sie die jüngste Tochter von Zeus.

Lachend startete er den Diesel und gab einem früheren Kollegen, der wohl auf seinen Einsatz gewartet hatte, durch Zuruf zu verstehen, dass er das Tau lösen könne.

Vorsichtig manövrierte er die ‚La Paloma‘ von ihrem Liegeplatz durch den Hafen aufs offene Meer und als wir ein paar Minuten gefahren waren, stellte er einen Kurs fest ein und kam mit Maria zu uns aufs Hinterdeck, wo unter einem großen Sonnensegel schon einige Köstlichkeiten aufgebaut waren. Amüsiert nahm ich zur Kenntnis, dass Fernando gar nicht daran dachte, ihre Hand loszulassen.

Maria dolmetschte seine Ansprache ins Deutsche, während die Band von Maggie informiert wurde. Sinngemäß freute Fernando sich, mit so vielen netten Freunden auf dem Schiff seines Vaters einen Ausflug machen zu dürfen und lud uns ein, ordentlich zuzugreifen. Nachschub sowie Getränke wären unter Deck. Dann wünschte er uns noch viel Spaß, schnappte sich Maria und übernahm wieder das Steuer. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ...

Das Ganze erinnerte mich jedenfalls stark an eine Pressekonferenz , in der keine Fragen zugelassen waren. Dabei hätte mich schon interessiert, wo die Reise hingeht, aber eigentlich spielte es keine Rolle. Die Sonne schien und alle waren gut drauf.

Die Jungs von der Band taten nun auch mächtig geheimnisvoll und verboten den restlichen Gästen kurzerhand, das Vorderdeck zu betreten. Dann rauschten sie mit ihren Koffern und Kisten ab, um eine Überraschung vorzubereiten.

Somit war ich als letzter Vertreter meines Geschlechts mit meinen drei Engeln sowie Maggie und Sally allein gelassen worden.

„Meine Damen, dann schlage ich vor, dass wir uns schon mal stärken.“

Auf den improvisierten Tischen standen Platten voll mit Fischen, aber auch anderen Meeresfrüchten und ich entdeckte auch einige Stücke Fleisch. Alles sah sehr frisch aus und duftete appetitlich.

Trotzdem war Andreas Hinweis besser: „Essen ist ja gut und schön, aber wenn ich nicht bald was zu trinken bekomme, werden ich noch schrumpelig wie eine Backpflaume. Lass uns mal gucken, wo die Flüssigkeiten versteckt sind.“

Wir stiegen ein paar Stufen hinunter und waren überrascht, wie schön der ehemalige Laderaum umgebaut worden war. Die Wände waren weiß lackiert worden, aber Türen und Decken waren aus dunklem Holz. Gleich rechts befand sich eine größere Kabine, die als Kombüse diente. Dort waren auch zwei große Kühlschränke. Einer war mit Bier und alkoholfreien Getränken bestückt, der andere enthielt weitere Platten mit allen erdenklichen Köstlichkeiten.

Unser Interesse konzentrierte dennoch sich auf den ersten. Während Andrea und ich uns ein Bier angelten, war der Rest an Softdrinks interessiert.

Da uns der Schiffsführer nicht zur Verfügung stand, erkundeten wir den Bauch der La Paloma auf eigene Faust. Gegenüber befand sich eine Kajüte. Klein und eng, wie alles auf dem Schiff, aber mit zwei schmalen Schlafstätten ausgestattet. Richtung Bug schloss sich rechts ein Vorratsraum und links die Toiletten an.

Mich wunderte nicht, dass sich Sally gleich für den Test der keramischen Abteilung zur Verfügung stellte. Naja, das wirkt unter Frauen ansteckend und danach wollten die anderen auch.

„Puh, ist das eng“, kommentierte Andrea. „Also für in Ruhe mal SMS ...“

Gina guckte sauer und Florentine verdrehte die Augen. Die beiden britischen Mädels verstanden den Insidergag nicht und ich grinste in mich hinein.

Ladehemmung

Und dann hatte ich Gelegenheit, eine äußerst reizende Vorstellung zu genießen. Vier äußerst leckere Beinpaare stiegen die Stufen hoch zurück aufs Afterdeck, nur Floh hielt mich am Rockzipfel fest.

„Was hast du vor?“

Sie legte mir einen Finger auf die Lippen und deutete mit dem Kopf auf die leer stehende Kajüte.

‚Okay‘, dachte ich mir, ‚dann kommt jetzt wohl unser Vieraugengespräch.‘

Dass ich verstanden hatte, bedeutete ich ihr durch ein klares Nicken. Floh zog mich hinter sich in die Kabine hinein und schloss die Tür. Einen Schlüssel gab es leider nicht, aber die anderen Gäste würden wohl genügend Anstand besitzen, uns nicht zu stören.

Die kleine Blondine nahm mir mein Bier ab, und stellte es zusammen mit ihrer Cola auf ein kleines Tischchen, das sonst keine Aufgabe hatte.

„Warum so eilig?“, erkundigte ich mich. „Wir sind doch noch den ganzen Tag unterwegs.“

„Warum noch warten?“, kicherte Florentine. „Wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit ergibt.“

Was will man dagegen sagen? Sie hatte recht. Ort und Zeitpunkt waren passend.

„Außerdem“, fügte Floh an und legte mir ihre schlanken, sonnengebräunten Arme um den Hals, „weißt du eigentlich, wie lange ich auf dich nach unserer gemeinsamen Nacht verzichten musste?“ Ein kurzer Kuss sollte mir wohl Zeit zum Überlegen geben, aber ihre weichen Lippen lenkten mich einfach zu sehr ab. „Seit dem Frühjahr, und jetzt ist schon der Sommer vorbei“, beantwortete sie ihre Frage dann auch selbst.

In ihren flachen Schuhen musste Florentine sich ganz schön recken, um das Küssen wieder aufzunehmen. Doch ihre Hand an meinem Hinterkopf drückte mich ihr entgegen und ich gab ihr gerne nach.

Sofort flammten die Erinnerungen an unser letztes Mal hoch. Es war vollkommen verrückt, dass mir als Erstes ihre Ohrläppchen wieder einfielen. Ich hatte sie leicht zwischen meinen Fingern gerieben und Floh hatte damals verzückt reagiert. Auch jetzt, während wir uns zärtlich küssten, spürte ich, wie sie leicht erschauerte und noch weicher in meinem Arm wurde.

„Du Schuft hast es nicht vergessen!“, hauchte sie mir zu, um gleich den unterbrochenen Kuss wieder aufzunehmen und sich noch enger an mich zu schmiegen.

Ihre Hitze nahm mich gleich gefangen, auch wenn ich mich innerlich ein bisschen dagegen sträubte. Grund war wieder einmal Beate, an die ich gerade jetzt denken musste. Was würde sie davon halten, wenn ich ...?

Mit feiner Antenne nahm Florentine wahr, dass ich nicht ganz bei der Sache war. Sie sah mich mit ihren tiefblauen Augen an und ließ mich dann los. Dann probierte sie etwas anderes aus und zog mich damit in ihren Bann.

„Weißt du noch?“, fragte sie mich und versuchte, auf einen Stuhl zu klettern. Dabei hätte sie sich fast eine Beule geholt, weil die Decke doch recht niedrig war. Rechtzeitig brach sie ihr Vorhaben ab, setzte sich stattdessen wie einst Marlene Dietrich im ‚Blauen Engel‘ auf den Stuhl und streckte mir ihr rechtes Bein entgegen.

Ich übernahm die Rolle des Professor Unrat, kniete mich vor sie und öffnete die Schnürsenkel, wobei ich mit einer Hand ihre Ferse hielt. Kaum hatte ich den Schuh entfernt, entzog sie mir ihren Fuß und hielt mir den linken hin. Wieder zog ich ihren Schuh aus, doch diesmal führte ich ihren nackten Fuß an meine Lippen und hauchte ihr zarte Küsschen darauf.

Dass ich ihren Plan offensichtlich durchkreuzte, nahm Floh wohl gerne hin, denn als ich ihrem Fuß nun meine ganze Aufmerksamkeit schenkte, konnte ich einen leisen Seufzer hören, der sicherlich nicht als Protest aufzufassen war.

Während ich den Fußrücken mit zärtlichen Küssen pflasterte, verwöhnte ich ihre Fußsohle mit einer kleinen Daumenmassage. Florentine kannte das ja alles schon, und so, wie sie sich auf dem Stuhl rekelte, konnte ich davon ausgehen, dass es ihr sehr gefiel. Nur als ich mich ihren Zehen mit dem Mund näherte, zuckte sie zurück.

„Ist lieb von dir, aber in den Schuhen bekomme ich Schweißfüße.“

Na schön, musste sie ja selbst wissen. Dann eben nicht. Ich wählte mir ein neues Ziel aus, nahm nun ihre schlanke Wade in meine Hand und küsste mich langsam über ihre Fesseln hinauf.

Wie ich amüsiert feststellte, eilte meinen Lippen eine kleine Gänsehaut voraus, worauf ich – zugegebenermaßen nicht ganz fair - die Taktik änderte und meine Küsse zum einen wahllos verteilte und zum anderen dazwischen auch meine neugierige Zungenspitze einsetzte.

Mich freute, dass Floh dadurch im positiven Sinne verwirrt wurde und mit ihrem anderen Bein nicht wusste, wohin. Sie zappelte ein bisschen herum, und bevor sie mich aus Versehen damit erwischen konnte, legte ich es mir einfach über die Schulter. Nicht gerade meine beste Idee, denn so bekam Floh eine Steuerungsmöglichkeit, die sie auch prompt nutzte. Ungeduldig, wie sie offensichtlich war, versuchte sie, mich leicht rabiat nach vorne, also auf das von ihr favorisierte Ziel, hinzudrücken.

‚So nicht, mein liebes Fräulein!‘, dachte ich schmunzelnd und zeigte ihr, dass meine Rückenmuskeln noch nicht erschlafft waren.

Auch was anderes hatte sich ‚entschlafft‘: Angespornt durch Flohs Reaktionen und dem herrlichen Duft ihrer Haut, wurde es allmählich eng in meiner Badehose.

Florentine merkte zwar, dass sie es durch körperliche Kraft allein nicht schaffen würde, war aber auch pfiffig genug, ihrerseits den Abstand zu verkürzen, indem sie bis zur Stuhlkante nach vorne rutschte. Und so gelangte ich unfreiwillig etwas früher an die Innenseite ihrer hübschen Oberschenkel, die ich nun abwechselnd mit meinem Mund heimsuchte.

Allerdings war dieser Platz äußerst delikat; denn ihr kurzes Röckchen rutschte so weit hoch, dass ich freien Blick auf ihr weißes Bikinihöschen hatte, welches bereits erste feuchte Spuren aufwies. Himmel! Dazu kamen auch Duftstoffe, die nicht von ihrer Sonnencreme stammten.

Dementsprechend erlahmte mein Widerstand. Ich wusste ja, wie herrlich sie nicht nur duftete sondern auch schmeckte. Die restlichen Zentimeter überbrückte ich ziemlich rasch und schob den kleinen Fetzen mit einer Hand beiseite.

Gerade als ich mich mit meinem Mund ihrer kleinen Nacktschnecke näherte, schaltete Floh auf ein anderes Programm um. Sie zog ihr knappes T-Shirt über den Kopf und zeigte, was sie darunter trug: nichts.

Unverhüllt strahlten mich ihr knackigen Äpfelchen an, deren Stiele mir beinahe zuwinkten. Einen solchen Wink mit dem Gartenzaun konnte selbst ich in meiner Verblendung nicht übersehen. Dennoch musste ich zuerst die kleine Narbe an ihrer linken Brust begrüßen.

Das raffinierte Stück kam mir prompt entgegen und so fiel die Reverenz ein bisschen deutlicher wie geplant aus. Überhaupt übernahm Floh nun die Kontrolle, packte meinen Kopf und führte ihn dahin, wo er nach ihrer Meinung hin sollte. Im ständigen Wechsel schnappte ich nach ihren Knospen, nahm sie zwischen meine Lippen und leckte leicht darüber.

Und dann stieß sie mich urplötzlich etwas unwirsch von sich, glitt vom Stuhl , kam auf mich zu wie ein Raubtier und machte sich an meinem Hemd zu schaffen. Kaum hatten die Knöpfe den Zusammenhalt mit den Knopflöchern verloren, da spürte ich ihre Hände und Lippen auf meiner Brust. Attacke vom Feinsten.

Ich hatte irgendwie keine Lust auf eine schnelle Nummer, weil ich Florentine genießen wollte wie einen guten Wein. Klingt vielleicht abfällig gegenüber Andrea und Maria, aber Andrea war mir zu forsch und bei Maria fehlte einfach Erfahrung. Wo sollte sie die auch her haben?

„Lass uns mal die Koje ausprobieren. Das ist eindeutig bequemer als auf dem Boden“, schlug ich dann auch vor.

„Gleich“, flüsterte Floh und küsste sich von meiner Brust hoch bis sich unsere Lippen trafen. Wenn ich sagen würde, dass es mir nicht gefallen hätte, würde ich lügen. Unser Kuss ging schon genau in die Richtung, die ich mir so vorgestellt hatte.

Kurzentschlossen schnappte ich sie mir und trug sie zur ersten Liegestätte, die ich erreichen konnte. Nachdem ich sie abgesetzt hatte, zog ich mein Hemd endgültig aus.

Mit interessiertem Blick verfolgte Florentine, wie auch gleich der Rest folgte und machte es mir nach, indem ihr Röckchen und ihr Slip kurzzeitig das Fliegen lernten. Viel hatten wir sowieso nicht an.

Jetzt hätte ich mich gerne zu ihr gelegt, doch das Bett war deutlich zu schmal für uns beide. Aber es ging auch anders. Im Prinzip war es eine Fortsetzung meiner Bemühungen von eben, als Floh auf dem Stuhl gesessen hatte. Wieder kniete ich mich zwischen ihre Beine und diesmal hatte sie nichts dagegen, dass ich mich an ihrem Nektar labte.

Sie lehnte sich zurück, und als ich kurz aufblickte, konnte ich sehen, dass Floh ihre Augen geschlossen hatte. Ein leicht konzentrierter Blick verriet mir, dass sie alle Empfindungen aufsaugte, die ich ihr schenkte.

Und natürlich gab ich mir Mühe, streichelte mit zwei Fingern an ihren äußeren Schamlippen vorbei, während meine Zungenspitze sie leicht teilten und dabei die feuchten Indikatoren ihrer aufkommenden Lust einsammelte. Je mehr ich mich anstrengte, wirklich keinen Tropfen umkommen zu lassen, desto deutlicher hob und senkte sich ihr Bauch, aus dessen Mitte mich ihr Piercing immer wieder anblitzte.

Doch Florentine wollte diesmal nicht bloß meine Finger- und Zungenfertigkeit spüren, sie war irgendwie ungeduldig und unterbrach mich nach wenigen Minuten.

„Jetzt ich!“, bestimmte sie, auch wenn es sie auch wohl einiges an Kraft kostete, es nicht bis zum Schluss durchzuziehen.

Ich hatte mich aufs Bett zu setzen und Florentine machte sich daran, mein bestes Stück zu verwöhnen. Gar nicht so schlecht, obwohl das augenscheinlich nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte. Wahrscheinlich wollte sie sich einfach einmal mit ihrem Service bei mir revanchieren. Mit ihrem Blick holte sie sich ihre verdiente Anerkennung und wendete sich wieder mit ihrem Leckermäulchen meiner Eichel zu.

Auch ihre Fingerchen wussten, was sie taten. Sie jonglierte mit meinen Bällchen und gelegentlich spürte ich einen leichten Druck ihrer Finger am Damm darunter. Im Zusammenspiel aller Eindrücke brachte sie mich auf ein recht hohes, wenn auch stabiles Niveau.

Irgendwie war es verhext. Da war ich mit einer echten Schönheit zusammen, die sich alle erdenkliche Mühe gab, aber ich konnte es gar nicht richtig genießen. Selbst als Florentine auf meinen Schoss kletterte und einen atemlosen Ritt hinlegte, tat sich wenig mehr. Bei mir herrschte Ladehemmung und ich brachte keinen Schuss los.

Florentine selbst hatte zwar ihren Spaß, und im Gegensatz zu mir erreichte sie auch einen respektablen Höhenpunkt, den wohl alle auf dem Schiff mitbekamen, aber sie war sensibel genug, um die Zeichen richtig zu deuten.

„Du hast nicht zufällig wieder eine Vollnarkose wie damals?“

Traurig schüttelte ich meinen Kopf.

„Was ist los?“

„Schwer zu erklären. Mein Kopf ist momentan voll mit tausend Gedanken. Tut mir leid.“

„Kein Problem. Wenn du reden willst, ...“

„Im Moment nicht. Ich ticke da wohl wie fast alle Männer. Erst einmal Rückzug auf einen einsamen Felsen, dann ordnen und wenn ich dann noch eine Frage habe, werde ich mich melden.“

Sie gab mir einen liebevollen Kuss und sah mich so an, dass ich ihr die Bereitschaft abkaufte, mir wirklich helfen zu wollen. Noch jemand, der davon nicht profitieren würde.

Ein bisschen geknickt angelten wir beide nach unseren Sachen und ich konnte ohne Probleme wieder meine Badehose überstreifen.

na also, Stefan kommt langsam aber sicher mal ins Grübeln, was in seiner Ehe mit Beate heimlich still und leise aus dem Ruder gelaufen ist.

Wobei ich aus Beates Haltung während Stefans Anruf noch nicht so ganz schlau werde. Wollte sie ihn hinhalten, indem sie immer neue Termine "als Ausrede" vorschob? Oder wollte sie so seine Absicht testen, erneut um sie zu kämpfen, sei es nur für ein erstes Gespräch auf neutralem Boden und eine vorsichtige Wiederannäherung.

Ich bin schon mal gespannt, wie die Begegnung der beiden verlaufen wird, solange sie sich keine Steine an den Kopf werfen. Sachliche Argumente ziehen da schon eher, auch ihrer gemeinsamen Tochte zuliebe.

Aber unabhängig davon, wie Stefans "Gang nach Canossa" verlaufen wird, glaube ich kaum, das seine vier Engelchen einfach so das Feld wieder räumen werden, denn dafür ist die gegenseitige Symphatie doch zu gross ;)

Eher werden sie dem verhinderten Ehepaar Wege aufzeigen, mit denen sie alle leben können und mit Beate vielleicht einige Gespräche von Frau zu Frau führen :) Da würde sich der ein oder andere "Erlebnisnachmittag" mehr als anbieten ;)

Aber Maria wird mit Stefan ganz bestimmt noch ein kleines Hühnchen zu rupfen haben, weil sie davon ausgeht, das er sie mit diesem Fernando verkuppeln will. Bei ihrem Temperament wird sie Stefan in der kleinen Kajüte sehr heftig ins Gebet nehmen und mangelndes Stehvermögen als Ausrede nicht akzeptieren ;)

Ich warte schon auf weitere Therapiemöglichkeiten seitens der Engelchen im weiteren Verlauf dieser frivolen Bootsfahrt :)

Gruss Sentinel :)

Hallo Sentinel,

jo, der Stefan hat was zum Denken bekommen. Mal ehrlich: Wie würdest du an Beates Stelle auf Stefans Anruf reagieren. Die Show im Café war so sicherlich nicht zirkusreif.

Hm ... die Begegnung wird gerade geschrieben.

Und auch der Ausflug ist ja noch nicht zu Ende. Da wird es sicher noch manches geben, was man als berichtenswert einstufen kann.

Liebe Grüße,

BeKoma

Wow, wieder einmal ein tolles neues Kapitel!

Ich kann es immer kaum erwarten, bis es weitergeht!

Ich hab großen Respekt für deinen tollen Schreibstil!

Bitte weiter so!

Hallo private79,

lieben Dank für deinen Kommentar. Es wird weitergehen, aber voraussichtlich Anfang März. Dann aber auch wieder mit mehr harten Fakten.

Liebe Grüße,

BeKoma

Ich bin ein bisschen geplättet. 75,000 Klicks hätte ich nie erwartet. An alle ein herzliches Dankeschön und schreibt mir eure Kritik.

Der überwältigte BeKoma

also wenn ich nicht ganz daneben liege, würde ich sagen: je zahlreicher die Klicks, umso toller die Story :)

Auf jeden Fall werden noch einige Kapitel und tausende Klicks dazu kommen ;)

Gruss Sentinel :)

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